20. November 2020 / 12:41 Uhr

Bitter: Judo-EM ist für Scoccimarro schnell vorbei

Bitter: Judo-EM ist für Scoccimarro schnell vorbei

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Kurzes Comeback: Giovanna Scoccimarro verlor direkt ihren ersten Kampf bei der EM. © EJU
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Bitteres Comeback für Giovanna Scoccimarro! Die Lessienerin musste bereits nach ihrem ersten Duell bei der Judo-Europameisterschaft ihren Traum von einer zweiten EM-Medaille begraben. Nach einem wahren Marathon-Kampf war die Rückkehr der Athletin des MTV Vorsfelde nach 272 Tagen Corona-bedingter Pause wieder beendet, sie unterlag der Russin Madima Taimazova.

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Erst ein Freilos, dann gegen die Siegerin des Duells Taimazova (Russland) gegen Alina Lengweiler (Schweiz): Mit der Auslosung in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm war Scoccimarro noch zufrieden gewesen. „Ich habe gegen beide schon gekämpft. Aber das ist etwas her, deshalb schwer einzuschätzen. Aber ich freue ich mich auf den Kampf“, hatte die Lessienerin im Vorfeld gesagt.

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Zum Auftakt wartete letztlich Taimazova. Und das Vorsfelder Judo-Ass startete dynamisch in den Kampf, war zunächst die aktivere Athletin. Doch eine Wertung schaffte sie nicht. So wurde das Duell zum Geduldsspiel.

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Auch nach Ablauf der regulären Kampfzeit von vier Minuten hatten sich weder Scoccimarro noch Taimazova einen Vorteil verschafft, es ging in den Golden Score – und der schien kein Ende nehmen zu wollen.

Fast fünf weitere Minuten bekämpften sich die Lessienerin und die Russin, dann kassierte Scoccimarro zwar keine Wertung, aber die entscheidende Bestrafung. Der Kampf war nach insgesamt 8:52 Minuten verloren, und die EM damit schnell vorbei – wie bei ihrer zuvor letzten Teilnahme an kontinentalen Meisterschaften in Tel Aviv (Israel) 2018. Bei ihrer Premiere 2017 hatte sie noch Silber in Warschau (Polen) gewonnen. Für Taimazova, die im anschließenden Pool-Finale gegen die Niederländerin Sanne van Dijke (verlor das Goldduell gegen die Französin Margaux Pinot) unterlag, gab’s später Bronze.

Diese Medaille verpasste Miriam Butkereit. Die Glinderin verlor im zweiten kleinen Finale gegen die Weltranglisten-Erste Eve Marie Gahie (Frankreich), wurde Fünfte. Damit machte Butkereit in der Olympia-Quali-Rangliste 246 Punkte auf die Lessienerin gut, hat ihren Rückstand fast halbiert. Rückblick: Scoccimarro hatte ihre deutsche Konkurrentin im Kampf ums Olympia-Ticket im Februar nach Grand-Slam-Bronze in Düsseldorf und vor der Verschiebung der Olympischen Spiele schon ausgestochen. „Allerdings darf ich mich weder verletzen, noch nachlassen“, hatte sie vor der EM gesagt.

Dieser Text wurde um 18.36 Uhr aktualisiert.