24. März 2021 / 18:55 Uhr

Bittere 1:2-Pleite im CL-Viertelfinal-Hinspiel: VfL-Frauen schlagen sich gegen Chelsea selbst

Bittere 1:2-Pleite im CL-Viertelfinal-Hinspiel: VfL-Frauen schlagen sich gegen Chelsea selbst

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das Jubeln der Anderen: Der VfL Wolfsburg (v., Felicitas Rauch) musste sich im Viertelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea geschlagen geben.
Das Jubeln der Anderen: Der VfL Wolfsburg (v., Felicitas Rauch) musste sich im Viertelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea geschlagen geben. © Getty Images
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Da war deutlich mehr drin! Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Chelsea musste sich der VfL Wolfsburg mit 1:2 (0:0) geschlagen geben - obwohl das Team von Trainer Stephan Lerch über weite Strecken der Partie die bessere Mannschaft war.

Der VfL schlägt sich selbst: Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League unterlagen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg dem FC Chelsea knapp und unglücklich mit 1:2 (0:0). Samantha Kerr und Ex-Wölfin Pernille Harder trafen für die Engländerinnen, Dominique Janssen lässt die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch mit ihrem Anschlusstreffer aber weiter aufs Halbfinale hoffen. Das Rückspiel steigt am kommenden Mittwoch (14 Uhr).

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Beide Coaches starteten mit ihrer jeweils stärksten Elf: Beim VfL stand Ewa Pajor erstmals nach überstandener Knie-Operation in dieser Saison in der Startelf. Bei den Londonerinnen stürmte mit Fran Kirby, Kerr und Harder eine der gefährlichsten Offensiv-Reihen Europas von Beginn an.

Aufgrund der strengen Corona-Auflagen und Reisebeschränkungen finden beide Spiele im Szusza Ferenc Stadion in Budapest statt. Formal hatte Chelsea im Hinspiel Heimrecht, dementsprechend drängte Vorjahresfinalist Wolfsburg mit Anpfiff auf einen frühen Treffer. Fridolina Rolfö brachte bereits nach drei Minuten einen viel zu harmlosen Kopfball auf das gegnerische Tor.

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Chancen-Wucher beim VfL

Der Tabellenzweite der Frauen-Bundesliga hatte das Spiel anschließend deutlich unter Kontrolle und neutralisierte Chelsea stark, nach 15 Minuten dann die erste Mega-Chance: Pajor stürmte über rechts Richtung Strafraum, ihre Hereingabe erreichte Kapitänin Alexandra Popp, die die Kugel aus spitzem Winkel an den Pfosten hämmerte. Unmittelbar danach fast derselbe Ablauf, Popp beförderte den Ball allerdings klar mit der Hand ins Tor und kassierte dafür prompt eine Gelbe Karte.

Der VfL verteidigte diszipliniert und schaffte es, das Kombinationsspiel der Londonerinnen weitestgehend zu unterbinden. Gefährlich wurden die Blues nur mit Einladung - ein Rückpass von Sara Doorsoun kam viel zu kurz auf Torfrau Katarzyna Kiedrzynek, die gegen die anlaufende Pernille Harder klären musste. Dann aber wieder die Doppel-Möglichkeit für die Wolfsburgerinnen: Rolfö lief nach Ballgewinn frei auf Ann-Katrin Berger zu und schoss die Torhüterin direkt an. Auch den Abpraller schoss Rolfö wieder auf Berger, die den Ball wegschlug - Pajor versuchte sich mit einem Fallrückzieher, doch eine Chelsea-Verteidigern klärte auf der Linie. Nur wegen der mangelnden Chancen-Verwertung des VfL ging es mit einem 0:0 in die Halbzeit.

Harder trifft gegen Wolfsburg

Die erste Top-Chance der zweiten Halbzeit hatten die Niedersachsen: Eine Flanke von Svenja Huth köpfte die sehr präsente und gefährliche Rolfö an den Pfosten (49.). Die Kugel wollte einfach nicht ins Tor und das rächte sich, denn anschließend schlugen die Blues wie aus dem Nichts zu! Die Engländerinnen wirkten deutlich aggressiver und liefen früher an, Kirby passte im Strafraum stark in den Lauf von Kerr, die Kiedrzynek aussteigen ließ und mit einem strammen Schuss eiskalt zur 1:0-Führung einnetzte. Ein schöner Treffer, vom Spielverlauf her aber völlig unverdient. Der VfL musste sich erst mal schütteln.

Rolfö blieb jedoch weiterhin gefährlich, scheiterte aber immer wieder an Berger: Popp bediente die Schwedin in der 62. Minute mit einer Hereingabe, doch ihre Direktabnahme verteidigte die deutsche Nationaltorhüterin bärenstark zur Ecke. Die Partie wurde hektischer und die Wolfsburgerinnen sorgten für ihren eigenen Knockout: Kiedrzynek spielte Kerr den Ball direkt in die Füße, die leitete weiter zu Harder - und die Ex-VfLerin schob zum 2:0 ein.

Janssen mit dem Auswärtstor

Doch da ging noch was: Chelsea-Kapitänin Magdalena Eriksson legte Huth im Strafraum, die Schiedsrichterin zeigte direkt auf den Punkt. Janssen trat an und hämmerte die Kugel mit viel Frust ins rechte obere Eck - Anschlusstreffer, da war das so wichtige Auswärtstor! Der VfL war in der Folge weiterhin bemüht und gab sich nicht auf, die eingewechselte Rebecka Blomqvist hatte in der Nachspielzeit noch einen vielversprechenden Abschluss, der Schuss war aber zu harmlos - zum Ausgleich reichte es nicht mehr.

Auch bitter: Lena Oberdorf sah kurz vor Schluss nach einem taktischen Foul die Gelbe Karte und wird im Rückspiel fehlen.


Chelsea: Berger - Charles, Bright, Eriksson, Andersson - Leupolz, Ingle, Ji (74. Cuthbert) - Kirby (80. Reiten), Harder, Kerr.

VfL: Kiedrzynek - Hendrich, Janssen, Doorsoun, Rauch - Oberdorf, Popp, Engen - Huth, Pajor (76. Jakabfi), Rolfö (66. Blomqvist).

Tore: 1:0 (55.) Kerr, 2:0 (66.) Harder, 2:1 (70.) Janssen (Foulelfmeter).

Schiedsrichterin: Adamkova (Tschechien).