17. August 2020 / 09:58 Uhr

Bei Hermanns Trainer-Ausstand: TKH-Faustballer lassen DM-Chance liegen

Bei Hermanns Trainer-Ausstand: TKH-Faustballer lassen DM-Chance liegen

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
TKH-Trainer Ole Hermanns (links) tröstet Ole Fritjof Brune, die Faustballer verloren dreimal und sind ausgeschieden.
TKH-Trainer Ole Hermanns (links) tröstet Ole Fritjof Brune, die Faustballer verloren dreimal und sind ausgeschieden. © Debbie Jayne Kinsey
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Es hätte ein traumhaftes Wochenende für die Faustballer des TK Hannover werden können. Auf heimischer Anlage in Kirchrode die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft sichern und anschließend bei bestem Wetter gemeinsam feiern. Doch stattdessen musste vor allem Frust bewältigt werden.

Irgendwann war der Frust der TKH-Faustballer über die verpasste DM-Endrunde weggespült. „Den Kopf habe ich gestern Abend freigemacht“, sagte Aaron Dumke Sonntagmittag, als er die TKH-Damenmannschaft bei ihrer Platzierungsrunde als Co-Trainer betreute. „Aber die Enttäuschung ist schon noch da“, sagte Dumke, der am Samstagnachmittag mit seinem Team dreimal als Verlierer vom Platz an der Hasenheide in Kirchrode geschlichen war.

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Der scheidende Trainer Ole Hermanns musste viel trösten und Schultern klopfen. „Es war so eine einfache Chance, zur DM zu kommen. Das kommt so schnell nicht wieder. Wir haben die ­Chance nicht genutzt. Das ist sehr schade“, sagte Dumke.

Bilder von der DM-Qualifikation der TKH-Faustballer

Bilder von der DM-Endrunde der TKH-Faustballer Zur Galerie
Bilder von der DM-Endrunde der TKH-Faustballer ©

TKH lässt Coolness vermissen

Gastgeber TKH drehte im ersten Spiel nach dem knapp verlorenen ersten Satz (10:12) gegen den VfL Kellinghusen richtig auf und lag mit 2:1 vorn. Beim 10:8 im vierten Satz hatte das Hermanns-Team sogar zwei Matchbälle – vergab sie aber. Kellinghusen schnappte sich den Durchgang noch mit 15:13 und glich zum 2:2 aus. Den entscheidenden Satz verlor Hannover mit 5:11. „Wir sind einfach nicht cool geblieben“, erklärte Hermanns. Und: „Es sollte nicht sein.“

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"Wir haben den mehr als 200 Zuschauern etwas geboten"

Aber es gab ja noch die zweite Chance gegen den TSV Hagen, der sein erstes Spiel ebenfalls gegen Kellinghusen verloren hatte. Doch auch gegen Hagen reichte es nicht, trotz starker Moral. Nach 0:2-Satzrückstand verkürzte der TKH auf 1:2. Im vierten Durchgang war beim 10:10 alles offen. Wieder fehlte in der Sommerhitze der kühle Kopf, Hagen setzte sich mit 12:10 durch, gewann das Spiel mit 3:1 und fährt zur Endrunde nach Kellinghusen (5. und 6. September). Hermanns, der auf einen Einsatz als Spielertrainer verzichten konnte, lobte dennoch sein Team: „Wir haben den mehr als 200 Zuschauern etwas geboten. Das war schon eine Genugtuung. Schließlich waren wir alle froh, dass wir überhaupt spielen konnten.“ So hatte Dumke denn auch „lange nicht mehr so ein Kribbeln verspürt“, es war sein erster Feldeinsatz in diesem Jahr.

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Zelten mit den Gegnern

Im Platzierungsspiel um Rang fünf gegen den TV Brettorf war beim TKH „dann etwas die Luft raus“, wie Hermanns zugab. „Da waren die Köpfe unten.“ Hannover verlor mit 1:3. Das bedeutet in der Endabrechnung der zerstückelten Corona-Saison Bundesliga-Platz sechs.

Der TKH betrieb dann einfach aktive Frustbewältigung – mit Gegner Hagen. Beide Teams gingen gemeinsam essen und zelteten anschließend auf dem TKH-Platz. Bei Faustballern ist das gang und gäbe.

TKH-Frauen gewinnen Platzierungsturnier

Und Hermanns? Der 43 Jahre alte Spielertrainer hatte zwar sein Trikot dabei, musste es aber nicht überstreifen: „Es waren ja alle Spieler fit und anwesend.“ Sein letzter aktiver Einsatz bleibt also der von Anfang August in Berlin beim ersten Qualifikationsturnier. Jetzt ist endgültig Schluss in der Bundesliga – als Spieler und als Trainer. „Es ist an der Zeit“, hatte Hermanns schon vor dem Wochenende ge­sagt. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Dem Verein bleibt Hermanns selbstverständlich erhalten.

Die TKH-Frauen von Trainerin Suse Schulz gewannen als Gastgeberinnen gestern das Platzierungsturnier. Dem klaren 3:0-Erfolg gegen den Wardenburger TV folgte ein 3:1-Sieg gegen Leverkusen. Vier Matchbälle beim Stand von 10:6 ließ Hannover noch liegen, dann sorgte Angriffs-Ass Cindy Ristel für den finalen Schlag zum 12:10. Die TKH-Frauen beenden die Saison damit auf Platz sieben. Angesichts des Corona-Jahres und der entsprechend geringen Trainingszeiten sei das „okay“, so Ristel: „Aber wir haben noch Luft nach oben.“

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