15. April 2021 / 19:36 Uhr

Nach dem bitteren 1:1 im Hinspiel: VfL-Frauen wollen Revanche gegen den SC Freiburg

Nach dem bitteren 1:1 im Hinspiel: VfL-Frauen wollen Revanche gegen den SC Freiburg

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Torjubel nach dem 1:1 durch Hasret Kayikci: In Freiburg verlor der VfL zwei wichtige Punkte
Torjubel nach dem 1:1 durch Hasret Kayikci: In Freiburg verlor der VfL zwei wichtige Punkte © imago images/Beautiful Sports
Anzeige

Das 1:1 im Hinspiel gegen den SC Freiburg könnte einen großen Einfluss auf das Titel-Rennen in der Frauen-Bundesliga haben - es vielleicht sogar entscheiden. Schon alleine deshalb peilen die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg am Sonntag (14 Uhr) einen Sieg gegen die Breisgauerinnen an.

Anzeige

Die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg wollen Revanche! Am Sonntag (14 Uhr, live auf Magentasport) empfängt die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch den SC Freiburg - das Team, das den Wolfsburgerinnen in der Hinrunde richtig wehtat: Im Hinspiel hatten die Niedersächsinnen in einer dramatischen Schlussphase zwei wichtige Punkte im Möslestadion liegen gelassen - Zsanett Jakabfi hatte den Titelverteidiger in der 70. Minute in Führung gebracht, Alexandra Popp musste kurz vor Schluss mit einer Fußverletzung vom Platz getragen werden. Der Schock war groß, Hasret Kayikci traf anschließend in der fünften (!) Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich.

Anzeige

Aktuell haben die Wolfsburgerinnen fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter München (weitere Punktverluste gab's nur im Hinrunden-Duell gegen Bayern), das 1:1 gegen den SC könnte das Rennen um die Meisterschaft also gehörig beeinflussen - vielleicht sogar entscheiden. "Dieses Spiel ärgert uns natürlich sehr und auch die verlorenen Punkte. Das tut weh, aber ich denke da nicht mehr so sehr dran. Das ist abgehakt und lange her", sagt Lerch über das Remis, mahnt aber auch: "Es darf uns auch nicht mehr beschäftigen. Dann würden wir uns in der Vergangenheit aufhalten, und das ist nicht richtig - wir befinden uns in der Gegenwart und müssen unseren Job erledigen."

Mehr zum VfL Wolfsburg

Und der sei ganz klar, den SC dieses Mal deutlich zu schlagen. Die Baden-Württembergerinnen stehen in der Liga mit einer Punkte-Ausbeute von 24 Zählern auf dem sechsten Tabellenplatz. Einfach wird es dementsprechend nicht, so Lerch, denn "sie haben sich in der Rückrunde bisher gut stabilisiert und es auch bis ins Halbfinale des DFB-Pokals geschafft. Sie steckten in einem Umbruch und jetzt greifen gewisse Automatismen. Die Arbeit als Kollektiv klappt bei ihnen immer besser - ob das jetzt die Abstände im Defensiv-Verbund oder Passspiel sind, es zeigt sich."

Lerch hat diesmal die Qual der Wahl

Während den VfL im Hinspiel noch Personal-Sorgen plagten (Pauline Bremer riss sich kurz zuvor das Kreuzband, Ewa Pajor fehlte nach Knie-OP und Fridolina Rolfö litt unter den Folgen einer Gehirnerschütterung), hat der 36-Jährige dieses Mal personell die Qual der Wahl. Nach der Länderspielpause gibt es keine neuen Verletzungen zu beklagen. Dass unter anderem Pajor wieder mitmischt, machte sich in den vergangenen Wochen deutlich bemerkbar. Im DFB-Pokal-Halbfinale gegen die Bayern traf sie zum wichtigen 2:0, für die polnische Nationalmannschaft schoss sie beim 2:4 gegen Schweden ihr 40. und 41. Länderspiel-Tor.

"Es ist sehr schön, wie es sich zuletzt für sie entwickelt hat", lobt Lerch. Die Polin werde immer stärker und finde langsam zurück zur alten Stärke. Lerch weiter: "Wir dürfen sie aber nicht nur an Toren messen. Das ganze Spiel verändert sich, wenn sie auf dem Platz steht. Als sie nicht mit dabei sein konnte, hat sich das auch gezeigt. Jeder kennt ihre Qualitäten. Sobald sie auf dem Platz steht, verhält sich die gegnerische Abwehrkette anders, die ganze Statik des Spiels ändert sich, ganz unabhängig von Toren. Ihre Präsenz, ihre Wege, was sie für die Mannschaft macht - das alles spricht für sich."

Lerch steht vor "Härtefall-Entscheidungen"

Der breite Kader stelle Lerch aber auch vor "Härtefall-Entscheidungen". Während Verteidigerin Lena Goeßling (die den Verein im Sommer nach zehn Jahren verlassen muss) in der Hinrunde mit den drittmeisten Spielminuten zur Dauerbrennerin im Kader gehörte, muss sich die 35-Jährige derzeit hinten anstellen. "Die Konkurrenz-Situation ist bei uns extremer als bei manch anderen Vereinen", weiß Lerch. Die Entscheidungsfindung sei "sehr schwierig für mich, und es macht mir auch nicht immer Spaß. Wir wissen, was Lena kann und was sie der Mannschaft gibt."

Das Innenverteidiger-Duo aus Sara Doorsoun und Dominique Janssen habe es in letzter Zeit jedoch gut gemacht und Lerch setze allein aufgrund der Stabilität auf eine feste und eingespielte Achse auf dem Platz. Handlungsbedarf bestehe demnach nicht zwingend. "Ich kann aber auch nie ausschließen, dass sich die Situation noch mal ändern wird. Wer beim VfL spielt, weiß, dass so etwas immer vorkommen kann und man sich für den Moment eventuell auch mal einreihen und der Mannschafts-Erfolg über Alles stellen muss."

Schult spielt weiter in der U20

Beim 2:0 im DFB-Pokal-Halbfinale stand VfL-Torfrau Almuth Schult überraschend anstelle von Friederike Abt (wechselt nach der Saison zu Bayer Leverkusen) im Kader und pushte ihre Mannschaft von der Tribüne aus lautstark. An der Hierarchie wird sich aber nichts ändern: Katarzyna Kiedrzynek bleibt die Nummer 1, Abt die 2 und Schult die 3. Für Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch ist klar, dass die Mama von Zwillingen weiter Spielpraxis braucht und diese auch zukünftig in der U20 in der 2. Frauen-Bundesliga sammeln wird. "Man merkt, dass ihr die Minuten in der U20 guttun und sie Schritte nach vorn macht. Für uns ist es wichtig, dass sie diese Spielzeit bekommt. Solange ich nicht das Gefühl habe, dass wir was ändern müssen, gehen wir den Weg genau so weiter", sagt Lerch.