29. August 2021 / 15:38 Uhr

Bitterer Nachmittag: Dynamo Dresden verliert mit 0:3 gegen Paderborn

Bitterer Nachmittag: Dynamo Dresden verliert mit 0:3 gegen Paderborn

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
29.08.2021, Sachsen, Dresden: Fuflball: 2. Bundesliga, SG Dynamo Dresden - SC Paderborn 07, 5. Spieltag, im Rudolf-Harbig-Stadion. Paderborns Sven Michel (M) erzielt gegen Dynamos Michael Sollbauer (l) und Morris Schrˆter das Tor zum 0:1. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gem‰fl den Vorgaben der DFL Deutsche Fuflball Liga bzw. des DFB Deutscher Fuflball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder video‰hnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk ++
Paderborns Sven Michel köpft nach toller Vorarbeit unhaltbar zum 1:0 ein. Am Ende verliert die SG Dynamo Dresden die Partie gegen die Ostwestfalen mit 0:3. © dpa
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Das Team von Trainer Alexander Schmidt erwischte vor allem in der ersten Halbzeit einen ganz schwarzen Tag und lag dort bereits aussichtslos zurück. Ein kurzes Aufbäumen zu Beginn der zweiten Halbzeit war dann deutlich zu wenig um die routinierten Ostwestfalen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. 

Dresden. Die Serie ist vorbei. Nach zehn Punktspielen in Folge ohne Niederlage musste sich Dynamo Dresden dem SC Paderborn mit 0:3 (0:3) geschlagen geben. Nach Michels frühem Führungstor (8.) stellte Pröger mit seinem Doppelschlag (24., 26.) den Pausen- und zugleich den Endstand her. Besonders bitter: In der 90. Minute sah der kurz zuvor eingewechselte Robin Becker die Rote Karte wegen einer Notbremse. Damit blieb der Zweitliga-Aufsteiger aus Sachsen am fünften Spieltag erstmals ohne Gegentor und Alexander Schmidt erlebte seine erste Pflichtspiel-Niederlage als SGD-Coach. Den Gästen gelang dagegen die Revanche für das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal durch Dynamos 2:1-Sieg an gleicher Stelle drei Wochen zuvor.

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Emotionale Verabschiedung für Marco Hartmann

Kurz vor Spielbeginn verabschiedeten sich Verein und Fans mit vielen Emotionen vom langjährigen Dynamo-Kapitän Marco Hartmann, der nach acht Jahren keinen neuen Vertrag mehr erhalten hatte. Der K-Block, erstmals seit Monaten wieder mit einer Vielzahl lautstarker Fans besetzt, feierte den 33-Jährigen als Fußballgott. Und der Fußballgott sah, dass die Schwarz-Gelben nahtlos an ihre jüngsten starken Leistungen anknüpfen wollten.

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Ernüchterung bei Dynamo Dresden: Die Schmidt-Elf unterlag den Ostwestfalen vom SC Paderborn glatt mit 0:3. Zur Galerie
Ernüchterung bei Dynamo Dresden: Die Schmidt-Elf unterlag den Ostwestfalen vom SC Paderborn glatt mit 0:3. ©

Nach 105 gespielten Sekunden brannte es erstmals lichterloh vorm Tor der Gäste. Nach einer Hereingabe von Panagiotis Vlachodimos, der anstelle des langzeitverletzten Tim Knipping in der Anfangsformation stand und im Vergleich zum 3:1-Sieg bei Hansa Rostock Dynamos einzige Startelf-Änderung war, hielt Christoph Daferner im Fünfmeterraum den Fuß dran. Doch Jannik Huth im Paderborner Tor parierte den gefährlichen Ball und war eine knappe Minute später erneut gegen Daferner gefragt und hielt auch diesmal (3.). Zwei gute Chancen gleich zu Beginn – aber auch sonst hatte Dynamo die Partie im Griff, spielte gut nach vorn.

Doch ein kurzer Moment der Nachlässigkeit brachte sofort die kalte Dusche. Vlachodimos verlor im Vorwärtsgang den Ball und die Ostwestfalen schalteten sofort um. Eine gefühlvolle Außenristflanke von Julian Justvan nickte Sven Michel zum frühen 0:1 für die Gäste ein (8.). Schlussmann Kevin Broll war wohl noch mit den Fingerspitzen dran, doch von der Lattenunterkante prallte die Kugel ins Netz. Paderborns Toptorjäger hatte sich bei dem Konter im Rücken von Michael Sollbauer davongeschlichen, der nach Knippings Ausfall an der Seite von Michael Akoto verteidigte.

Pröger schließt eiskalt zum 0:2 ab

Dieser frühe Rückstand passte so natürlich nicht ins Konzept der Heimelf, die sich danach erst mal einige Minuten schütteln musste und weniger gefährlich wirkte. Doch auch von Paderborn kam nicht viel – bis sich Dynamo den nächsten Aussetzer leistete. Beim Rückpass von Yannick Stark misslang Michael Sollbauer die Ballannahme und anschließend auch ein Klärungsversuch mit der Fußspitze. Dann verlor der Österreicher das Laufduell gegen Kai Pröger, der den Ball aus recht spitzem Winkel an Broll vorbeilegte – 0:2 (24.). Doch damit nicht genug. Erneut Pröger gewann den Zweikampf gegen Michael Akoto und zog von der Strafraumgrenze ab. Und wieder schlug es im rechten unteren Eck ein (26.).

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(1) Kevin Broll: Bei den Gegentoren wurde Dynamos Schlussmann kalt erwischt, da konnte er nicht viel ausrichten. Das 0:4 konnte er verhindern, als er den scharfen Schuss von Sven Michel parierte (66.). Ein schwacher Trost für ihn bei drei Gegentreffern. So viele hatte er zuvor in den ersten fünf Pflichspielen der Saison insgesamt kassieren müssen. Note 3. Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Bei den Gegentoren wurde Dynamos Schlussmann kalt erwischt, da konnte er nicht viel ausrichten. Das 0:4 konnte er verhindern, als er den scharfen Schuss von Sven Michel parierte (66.). Ein schwacher Trost für ihn bei drei Gegentreffern. So viele hatte er zuvor in den ersten fünf Pflichspielen der Saison insgesamt kassieren müssen. Note 3. ©

Drei Gegentore in der ersten halben Stunde, die viel zu einfach gefallen waren! Spätestens jetzt war Jedem klar, dass Abwehrkante Tim Knipping in Topform nicht zu ersetzen ist. Nun war Trainer Alexander Schmidt gefragt. Da von seinen Mannen in dieser Phase bis auf einen Distanzschuss von Chris Löwe, den Paderborns Keeper mit den Fäusten abwehrte (31.), offensiv nichts kam, reagierte er mit einem frühen Wechsel und stellte um (33.). Kapitän Sebastian Mai, der eigentlich nach einer im Training erlittenen Knieblessur geschont werden sollte, kam für Mittelfeldmann Heinz Mörschelins Spiel und ging auf seine angestammte Innenverteidigerposition. Akoto rückte nach rechts außen,Schröter nach vorn auf Mörschels Position.


Das 0:3 war eine große Hypothek für die Schwarz-Gelben, was man ihnen im Spiel anmerkte. Ohneweitere gegnerische Großchancen zuzulassen, retteten sie sich in die Pause, doch auch im Angriff brachten sie bis zum Seitenwechsel wenig zu Stande. Auch Löwes direkter Freistoß in der zweiten Minute der Nachspielzeit ging knapp rechts am Tor vorbei. Mit Beginn der zweiten Halbzeit tat Alexander Schmidt auch was für die Offensive, um die große Aufholjagd einleiten zu können: Hosiner und Sohm kamen für Königsdörffer und Vlachodimos in die Partie (46.). Nach Wiederanpfiff gab Dynamo klar den Ton an, setzte sich sofort vorn fest. Nach Löwes Ecke hatte Sollbauer eine erste Großchance, doch sein Kopfball strich rechts am Tor vorbei (51.).

Hosiner und Daferner scheitern: Treffer bleibt Dynamo verwehrt

Paderborn allerdings erwies sich defensiv immer wieder als sattelfest und konzentrierte sich angesichts des komfortablen Vorsprungs nun darauf, die Null zu halten. Die gelegentlichen Nadelstiche nach vorn waren dennoch gefährlich. Sollbauer erwischte den durchgebrochenen van der Werff noch mit dem Arm im Gesicht und sah dafür Gelb, der folgende Freistoß brachte nichts ein (62.). Danach hielt Broll hält stark gegen Michel. Akoto war zu spät gekommen, nachdem Sollbauer das Abseits aufgehoben hatte (66.).

Die Zeit lief weiter gegen die Schwarz-Gelben. Für Morris Schröter wurde Paul Will eingewechselt (72.). Kurz darauf sogar fast das 0:4. Doch Pröger stand beim Pass von Srbeny im Abseits (74.), sein Pfosten-Ping-Pong-Tor zählte nicht. Bei Dynamos Schlussoffensive tauchte Hosiner allein vor Huth auf, doch der Paderborner Keeper parierte einmal mehr – ebenso wie Daferners Schuss bei der zweiten Angriffswelle (87.). Kurz vor Abpfiff wurde es dann noch besonders bitter für die Schwarz-Gelben: Als die Partie schon verloren war, leistete sich der in der 89. Minute für Akoto eingewechselte Robin Becker eine Notbremse, als er den durchgebrochenen Stiepermann als letzter Mann foulte. Schiedsrichter Deniz Aytekin zückte die Rote Karte.

Es war aus Dresdner Sicht der negative Schlusspunkt einer völlig verpatzten Partie. Doch Rückschläge wie diesen hat Trainer Alexander Schmidt einkalkuliert. In der Tabelle der 2. Bundesliga steht Dynamo weiterhin bestens da und wird von Paderborn von Rang zwei auf drei verdrängt. Nun sind zwei pflichtspielfreie Wochen angesagt, bevor es für die Sportgemeinschaft am 12. September in Heidenheim weitergeht.