09. Juli 2019 / 16:25 Uhr

Björn Brunnemann über Reeperbahn, Palatschinken und ein Hoffenheim-Angebot

Björn Brunnemann über Reeperbahn, Palatschinken und ein Hoffenheim-Angebot

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Liegen auf einer Wellenlänge: Björn Brunnemann (r.) und Torsten Mattuschka. Zuletzt spielte Brunnemann bei der VSG Altglienicke, wo Mattuschka Co-Trainer ist.
Liegen auf einer Wellenlänge: Björn Brunnemann (r.) und Torsten Mattuschka. Zuletzt spielte Brunnemann bei der VSG Altglienicke, wo Mattuschka Co-Trainer ist. © Matthias Koch/imago
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Der 38-jährige gebürtige Kyritzer beendet seine Karriere als Profifußballer – und erzählt aus seiner anekdotenreichen Laufbahn.

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Für Björn Brunnemann hat sich ein Kreis geschlossen. Kürzlich trat der 38-Jährige mit der Traditionsmannschaft von Union Berlin zur 100-Jahr-Feier bei Blau-Weiß Wusterhausen (Ostprignitz-Ruppin) an. Am Ende seiner professionellen Fußballer-Karriere mit 108 Zweitligaspielen (6 Tore) ist Brunnemann also noch einmal zu seinen Wurzeln zurückgekehrt.

In Wusterhausen begann er einst mit dem Kicken, wechselte später zum MSV Neuruppin. Mit 13 wollte ihn Hertha BSC nach Berlin holen. Brunnemann mochte aber nicht pendeln, damals gab es noch keine Nachwuchsakademie. Erst mit 18 – für heutige Verhältnisse extrem spät – wechselte er zur zweiten Mannschaft von Hansa Rostock. „Unter Friedhelm Funkel und Armin Veh habe ich oben mittrainiert“, erzählt Brunnemann. Im Februar 2003 wollte ihn Bundesliga-Trainer Veh gerade einwechseln, als der VfL Bochum zum 1:1 ausglich. Dadurch änderte sich die Taktik. Wenig später erlitt Brunnemann einen Bauchmuskelriss – und fiel drei Monate aus. „Wer weiß, vielleicht hätte ich ein paar Bundesliga-Einsätze bekommen.“

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Doch der Offensivmann wechselte später zu Energie Cottbus in die 2. Bundesliga. „Unter Trainer Eduard Geyer habe ich viel gelernt, das war eine Willensschule.“ Nach zwei Jahren zog er weiter zum Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt, kehrte dann aber beim FC St. Pauli in die 2. Bundesliga zurück. „Das hat sehr viel Spaß gemacht, die Fankultur zu erleben. Wir hatten auch auswärts immer einen super Support.“ Brunnemann war nicht immer ein Musterprofi. „Auf der Reeperbahn haben wir auch mal einen Club abgeschlossen, aber am nächsten Tag musste man trotzdem abliefern.“

Auch bei Union Berlin genoss Brunnemann die Kultclub-Atmosphäre. Schönstes Erlebnis: Der 2:1-Sieg bei Hertha BSC im Februar 2011. „Das vergisst man nie.“ Brunnemann stand im Olympiastadion 87 Minuten auf dem Platz. „Als Torsten Mattuschka den Freistoß zum 2:1 verwandelte – diese Euphorie ist schwer zu beschreiben.“ Mit Mattuschka lag Brunnemann auf einer Wellenlänge. „Wenn bei Auswärtsspielen alle schliefen, haben wir uns schon mal eine süße Leckerei wie Palatschinken aufs Hotelzimmer bestellt“, erzählt er mit einem Lächeln. „Hauptsache auf dem Platz hat es gequalmt am nächsten Tag.“

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Union war die letzte Zweitligastation. Danach kickte er in der Regionalliga für den Berliner AK, den BFC Dynamo und die VSG Altglienicke, wo er seine professionelle Karriere nach der abgelaufenen Saison beendete. „Umso älter man wird, umso schwerer wird es. Das habe ich insbesondere in der Vorbereitung gemerkt“, sagt Brunnemann, dessen neunjähriger Sohn Nikita Romeo bei Union in der Jugend spielt.

Sein Hauptgrund kürzer zu treten, war jedoch eine berufliche Perspektive. Bei der Fitnesskette Sky Fit, die unter anderem in Cottbus ein Studio betreibt, wird Brunnemann in die Geschäftsführung eingearbeitet. „Ich entlaste den Chef, der Job macht mir mega Spaß.“ Ganz und gar kann er aber nicht aufhören. „Das funktioniert nicht, es kribbelt noch in den Füßen.“ Er wolle unterklassig irgendwo weiterspielen. „Die letzten 20 Jahre gehörten als Profi dem Fußball. Ich kann noch gar nicht einschätzen, ob es fehlt.“

Mit seiner Karriere sei der Berliner zufrieden. „Ich habe mir einen Traum erfüllt.“ Auch wenn sich nicht jede Entscheidung als richtig herausgestellt hat. So hätte er kurz vor Hoffenheims Bundesliga-Aufstieg zur TSG gehen können. Und ein Jahr nach dem Wechsel von St. Pauli zu Union stiegen die Hamburger in die Bundesliga auf. „Aber ich bin völlig im Reinen mit mir, alles okay.“ Sonst würde er nun vermutlich nicht für Unions Traditionsmannschaft auflaufen.

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