02. April 2020 / 13:42 Uhr

Björn Andrae hat weiterhin sehr viel Lust auf Volleyball

Björn Andrae hat weiterhin sehr viel Lust auf Volleyball

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Björn Andrae hat derzeit aufgrund der Coronavirus-Krise sehr viel Zeit, um sich seinem Garten in Berlin-Kaulsdorf zu widmen.
Björn Andrae hat derzeit aufgrund der Coronavirus-Krise sehr viel Zeit, um sich seinem Garten in Berlin-Kaulsdorf zu widmen. © Privat
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Volleyball-Bundesliga: Der 38-jährige ehemalige Außenangreifer der Netzhoppers KW-Bestensee hat seinen Vertrag bei SWD powervolleys Düren um ein weiteres Jahr verlängert.

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In seine 20. Saison als Volleyballprofi wird Björn Andrae ab dem kommenden Oktober gehen, vorausgesetzt die aktuelle Coronavirus-Krise macht einen Start der Bundesligaspielzeit 2020/2021 möglich. „Ich fühle mich weiterhin fit und habe richtig Bock auf Volleyball, denn wir haben in Düren eine richtig gute Truppe zusammen. Ich freue mich sehr darüber, dass mir der Verein angeboten hat, den Vertrag mit mir eine weitere Saison zu verlängern“, sagt der 38-jährige ehemalige Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft. Insgesamt trug der gebürtige Berliner 280 Mal das Trikot mit dem Bundesadler auf der Brust. Von 2016 bis 2018 spielte er im Dahmeland für die Netzhoppers KW-Bestensee, um anschließend zum Ligakonkurrenten SWD powervolleys Düren zu wechseln.

Düren war beim Ligaabbruch Tabellensechster

Wie sehr beliebt der 38-Jährige  hier in der Region ist, zeigte erst sein letzter Auftritt mit der Mannschaft aus Nordrhein-Westfalen am 18. Januar in der Bestenseer Landkost-Arena. Zwar verlor sein Team Düren das Duell bei den Netzhoppers mit 1:3-Sätzen, doch Andrae wurde während und nach dem Spiel von den Fans in der Halle gebührend gefeiert. Nach dem Match musste der Außengreifer viele Autogramme schreiben und sich etlichen Fragen der Zuschauer stellen. Zwar hätte er die Saison – Düren stand beim Ligaabbruch wegen des Coronavirus mit 32 Zählern auf Rang sechs – sehr gerne zu Ende gespielt, doch hatte der Routinier sehr viel Verständnis für diese Entscheidung.

„Ich habe diesen Beschluss voll und ganz unterstützt. Klar war es für alle Teams ein trauriges Ende der Saison. Wir hatten ja noch ein Spiel am 11. März gegen Bühl ohne Zuschauer, das auch für eine einmalige Sache etwas Spaß gemacht hat, weil wir uns ohne Fans gegenseitig so richtig gepuscht haben. Ich hätte mir aber wahrlich nicht vorstellen können, die Saison mit Begegnungen ohne Zuschauer zu beenden“, sagt der 2,00 m große Volleyballprofi, „wir spielen ja nicht nur für uns, sondern auch für die Fans in der Halle, die sich mit unseren Sport identifizieren und Spaß daran haben. Die aktuelle Lage zeigt ja recht deutlich, wie wichtig der Abbruch der Saison war, denn wir haben das Coronavirus noch lange nicht im Griff.“

Von 2016 bis 2018 stand Björn Andrae (r.) bei den Netzhoppers KW-Bestensee unter Vertrag. 
Von 2016 bis 2018 stand Björn Andrae (r.) bei den Netzhoppers KW-Bestensee unter Vertrag. © Oliver Schwandt

Kein Verständnis zeigt Andrae dagegen für die Entscheidung der Deutschen Fußball-Bundesliga, die Saison wahrscheinlich mit Geisterspielen ab Mai fortzusetzen: „Ich finde es aus meiner Sicht nicht richtig, dass voraussichtlich die Saison in der Bundesliga vor leeren Rängen weitergespielt wird. In der derzeitigen Situation, in der sich ja alle Menschen befinden, gibt es sicherlich wichtigere Dinge als an Profisport zu denken. Man müsste sich viel mehr um die Freizeit- und Nachwuchssportler sorgen machen, denn wir Profis können sicherlich auch ein halbes Jahr ohne Sport auskommen. Was machen denn auch die Leute, die aus gesundheitlicher Sicht unbedingt sportliche Bewegung benötigen – derzeit nichts“, sagt Andrae, der aufgrund des Coronavirus-Problems sehr viel zusätzliche Zeit bekommen hat, um seinen Garten in Berlin-Kaulsdorf auf Vordermann zu bringen.

Zum Durchklicken: Das ist der Volleyball-Kader der Netzhoppers KW-Bestensee 2019/20.

Das ist der Volleyball-Kader der Netzhoppers KW-Bestensee 2019/20. Zur Galerie
Das ist der Volleyball-Kader der Netzhoppers KW-Bestensee 2019/20. © Privat

„Ich konnte mir gerade noch so 16 Europaletten besorgen, aus denen ich mir derzeit eine Chillout-Area baue. Ich musste unter anderem die Paletten abschleifen und streichen. Der Rasen musste zudem gemäht werden, Pflanzen gepflegt und ich möchte demnächst auch einen neuen Schuppen aufbauen. Das ist gerade für mich ein Luxus, den ich in der derzeitigen Situation auch nicht missen möchte. Da bin ich sehr froh, dass ich einen Garten habe, um zuhause zu bleiben.“