30. Juni 2020 / 15:16 Uhr

Björn Beutke: "Ich würde mir für den Aufstieg nicht auf die Schulter klopfen"

Björn Beutke: "Ich würde mir für den Aufstieg nicht auf die Schulter klopfen"

Kevin Päplow
Märkische Allgemeine Zeitung
Immer mit dem richtigen Pass zur richtigen Zeit: Björn Beutke.
Immer mit dem richtigen Pass zur richtigen Zeit: Björn Beutke. © Kevin Päplow
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Kreisoberliga Dahme/Fläming: Routinier spricht über den kontroversen Eintracht-Aufstieg.

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Im Fußballkreis Dahme/Fläming wurde nach dem Entscheid des Verbandes Eintracht Königs Wusterhausen auf Grund der Quotientenregelung als Aufsteiger für die Landesklasse zu verkünden, heftig diskutiert. Der langjährige Leistungsträger und routinierte Abwehrmann Björn Beutke spricht mit dem SPORTBUZZER über die Coronazeit, den Aufstieg und die Zielsetzungen der Fußballer aus Königs Wusterhausen.

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Das Ziel, die Eintracht im Jubiläumsjahr wieder in die Landesklasse zu führen, war vor der Saison 2019/20 der große Wunsch aller Mitglieder im Verein. „Wir haben eine ordentliche Vorbereitung in Meißen genossen. Unser Trainer legt ja besonders Wert darauf, dass wir richtig fit in die Saison gehen“, schmunzelt Beutke. „Das hat gut gezehrt, aber wenn du einmal fit bist, dann geht vieles einfacher und man kann gegen Ende der Partie immer noch auf Reserven zurückgreifen“, fügt der Routinier an.

Zehn Siege in den ersten zehn Spielen waren zum Start in die neue Spielzeit dann ein ordentlicher Fingerzeig in Richtung der Konkurrenz. „Das 2:1 in Dahlewitz war schon ein Wendepunkt. Der hat uns gezeigt, dass wir mit einer dünnen Spielerdecke, den integrierten Junioren und enormen Teamgeist viel erreichen können“, weiß der Abwehrchef der Elf von Trainer Wolfgang Juhrsch.

Wichtiger Auswärtssieg: Eintracht gewann beim Konkurrenten Blau-Weiß Dahlewitz.
Wichtiger Auswärtssieg: Eintracht gewann beim Konkurrenten Blau-Weiß Dahlewitz. © Privat
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Gegen Ende der Hinrunde wendete sich mit der ersten Niederlage gegen den SV Waßmannsdorf aber langsam das Blatt. „Wir haben gelernt, dass Fußball auch verlieren bedeutet. Man bekam das flattern und wir hätten uns in der Rückrunde ordentlich strecken müssen, da oben zu bleiben. Der FSV Admira 2016, Blau-Weiß Dahlewitz und der Ludwigsfelder FC II waren Gegner, die uns richtig gefordert hätten“, weiß der 32-jährige Beutke. So kam aber alles anders und die Corona-Pandemie zog ins Land.

„Corona hat uns gezeigt, wie ein Virus das ganze Land lahmlegen kann. Plötzlich steht die Welt still und wir können unserem Hobby nicht mehr nachgehen. Das war unangenehm und ich hätte nicht gedacht, dass sowas einmal in Deutschland möglich sein kann“, wirkt der Mitarbeiter im Qualitätsmanagement nachdenklich. Über den SPORTBUZZER erfuhren die Eintracht-Kicker dann vom Aufstieg in die Landesklasse, obwohl man zum Zeitpunkt der Wertung nur auf dem zweiten Platz der Kreisoberliga stand.

Immer unter Strom und beim Torerfolg ausgelassen: Björn Beutke.
Immer unter Strom und beim Torerfolg ausgelassen: Björn Beutke. © Oliver Schwandt

Die Quotientenregelung sorgte im Lager der Juhrsch-Elf nach viel Rechnerei letztendlich für Jubel. „Über die Entscheidung des Verbandes wurde ja gerade im Social-Media-Bereich heftig debattiert und ich kann die Verbitterung der anderen Vereine durchaus verstehen. Dennoch haben wir uns die Punkte ja nicht ermogelt und stehen zurecht da oben. Ich würde mir für den Aufstieg aber nicht auf die Schulter klopfen“, so der zweifache Vater.

Dass zum 110-jährigen Vereinsjubiläum dennoch die Rückkehr in die Landesklasse perfekt gemacht wurde, freut Björn Beutke enorm. „Ich habe den Abstieg mitgemacht, Spieler kommen und gehen sehen. Dass ich jetzt den Unfall mit den Jungs reparieren konnte und Eintracht wieder auf Landesebene spielt, ist für den Verein sehr wichtig - nicht nur sportlich. Der Verein wird so wieder attraktiver und die Darstellung außerhalb der Stadt verbessert sich. Um junge Spieler auf gutem Niveau im Männerbereich zu integrieren, ist es unser Ziel, die Eintracht in der Landesklasse zu etablieren“, stellt der Anhänger von Borussia Dortmund klar. Außerdem lobt er die großartige Arbeit von Präsident Marcel Joachimsthaler und den Ehrenamtlichen, die besonders in der Coronazeit am Limit ihrer Kräfte für den Verein da waren.

Aufgrund seiner stetig guten Leistungen, war Björn Beutke schon für die Kreisauswahl Dahme/Fläming aktiv.
Aufgrund seiner stetig guten Leistungen, war Björn Beutke schon für die Kreisauswahl Dahme/Fläming aktiv. © Oliver Schwandt

Beutke selber will auch in der Landesklasse und darüber hinaus für den Verein seine Knochen hinhalten. „Ich bin noch voller Feuer. Meine Frau meinte zwar, ich solle nach dem Aufstieg kürzertreten, doch wenn du Fußballer bist, dann spielst du eben bist du nicht mehr kannst“, witzelt der zuverlässige Innenverteidiger.