06. September 2019 / 15:49 Uhr

Wildaus Björn Müller: „Wir wollen nicht zweistellig verlieren“

Wildaus Björn Müller: „Wir wollen nicht zweistellig verlieren“

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Björn Müller (l.), auf dem Bild im Zweikampfduell mit dem Miersdorfer Kapitän Jan Wolter, freut sich riesig auf die Pokal-Begegnung gegen den Regionalligisten FC Energie Cottbus. 
Björn Müller (l.), auf dem Bild im Zweikampfduell mit dem Miersdorfer Kapitän Jan Wolter, freut sich riesig auf die Pokal-Begegnung gegen den Regionalligisten FC Energie Cottbus. © Oliver Schwandt
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AOK-Landespokal: SG Phönix Wildau hat den FC Energie Cottbus im Franke-Stadion zu Gast.

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Derzeit befindet sich Björn Müller zusammen mit seiner Familie noch im Kurzurlaub an der polnischen Ostseeküste. Doch pünktlich um 16 Uhr am Sonntag, den 8. September, wird der 34-jährige Defensivspieler die erste Männermannschaft der SG Phönix Wildau als Kapitän aufs Feld des Otto-Franke-Stadions führen, wenn die Dahmeländer in der zweiten Runde des AOK-Landespokals gegen den Regionalligisten FC Energie Cottbus antreten müssen. „Für uns war es schon sehr überraschend, dass wir überhaupt die zweite Pokalrunde erreicht haben, da wir in der Partie gegen den FC Eisenhüttenstadt ja eigentlich schon aussichtslos mit 0:2 hinten lagen. Aber mit einer starken Teamleistung konnten wir am Ende noch einen knappen 3:2-Sieg gegen den Brandenburgligisten einfahren“, berichtet Müller, „umso erfreulicher war es für uns, dass wir den FC Energie Cottbus zugelost bekommen haben. Wir konnten ja bei unseren Landespokalteilnahmen zuvor nie die erste Hürde nehmen.“

Freundin und Tochter feuern Björn Müller von der Tribüne aus an

Das Interesse an diesem Highlight in der Wildauer Vereinsgeschichte ist jedenfalls riesengroß. Im Vorverkauf sind schon über 500 Tickets abgesetzt worden. „Ich hatte auch einige Kartenanfragen, selbst mein Nachbar wollte welche haben. Es wird jedenfalls ein tolles Erlebnis für die Jungs und mich werden, wenn man sich als Freizeitkicker gegen so eine gut besetzte Profitruppe beweisen kann“, erzählt der SG-Akteur weiter. „Für mich wird es im Herbst meiner Karriere noch einmal ein richtiger Höhepunkt werden, auf den ich mich riesig freue. Ich muss mich aber auch bei meiner Freundin Franziska George bedanken, die sofort bereit war, unseren Urlaub für dieses Match etwas vorzeitiger abzubrechen“, lobt Müller seine Lebensgefährtin, die er im kommenden Jahr heiraten wird. Natürlich wird es sich George nicht nehmen lassen, zusammen mit der gemeinsamen Tochter Leni ihren Freund von der Tribüne aus während der Partie gegen die Südbrandenburger anzufeuern.

In Bildern: Wacker 09 Cottbus-Ströbitz besiegt Phönix Wildau deutlich.

SV Wacker Cottbus-Ströbitz - SG Phönix Wildau 4:1 (3:0). Tore: 1:0 Rostyslav Daikiv (6.), 2:0 Rostyslav Daikiv (18.), 3:0 Toby Weber (45.), 4:0 Gregor Holz (85.), 4:1 Marcel Barbinowsky (87.). Zur Galerie
SV Wacker Cottbus-Ströbitz - SG Phönix Wildau 4:1 (3:0). Tore: 1:0 Rostyslav Daikiv (6.), 2:0 Rostyslav Daikiv (18.), 3:0 Toby Weber (45.), 4:0 Gregor Holz (85.), 4:1 Marcel Barbinowsky (87.). © Kevin Päplow
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Dass die Lausitzer 45 Minuten lang einigermaßen in den Griff zu bekommen sind, verspürten sie, als sie in ihrem Erstrundenmatch beim Nord-Landesligisten SV Schwarz-Rot Neustadt nach der ersten Hälfte nur mit 1:0 geführt haben. Als die Kräfte der Neustadter nach dem Seitenwechsel merklich nachließen, konnte das Energie-Team noch einen 7:0-Kantersieg einfahren. „Wir müssen ähnlich wie die Schwarz-Roten agieren. Hinten kompakt stehen und versuchen, so wenige Tormöglichkeiten wie möglich für die Gäste zuzulassen. Wir müssen um jeden Ball, um jeden Sprint und um jedes Kopfballduell kämpfen, um der Wollitz-Elf das Leben so schwer wie möglich zu machen. Vielleicht kommt es uns ja ein wenig zugute, dass Energie am Freitagabend noch ein Benefizspiel gegen Borussia Dortmund bestritten hat.“

Eine kleine Zielstellung haben sich Müller und seine Mitspieler schon im Vorfeld der Begegnung gegen die Südbrandenburger gesteckt. „Wir wollen auf keinen Fall zweistellig verlieren. Wir werden jedenfalls mit sehr viel Einsatz versuchen, so wenige Gegentore wie möglich zu kassieren. Wir haben gegen Energie doch überhaupt nichts zu verlieren. Im Gegenteil, wir können aus der Partie gegen die Cottbuser als moralische Gewinner hervorgehen. Aber nur, wenn jeder Akteur auf dem Rasen 100 Prozent Einsatz zeigt“, ist sich der sympathische Kicker sicher.

Zusammen mit Robert Huth in einem Team gestanden

Fast seine gesamte Fußballer-Laufbahn hat Müller bei der SG Phönix Wildau verbracht. Mit sechs Jahren fing er 1991 dort an, dem runden Leder nachzujagen. „Mein Opa und mein Vater hatten mich damals bei den Minis angemeldet“, erinnert er sich an seine ersten Schritte bei der Sportgemeinschaft. Mit seinem Freund Marcus Uher, der seine Karriere beim RSV Waltersdorf vor 15 Monaten beendete, wechselte er in den C-Juniorenbereich zum 1. FC Union Berlin. „Ich hatte drei wunderbare Jahre an der Alten Försterei“, berichtet der Disponent des Deutschen Paketdienstes. Bei ein, zwei Testspielen lernte er in Köpenick den ehemaligen Nationalspieler Robert Huth kennen (19 Länderspiele), der im Jahr 2000 zum Nachwuchs vom FC Chelsea London gewechselt war. „Ich habe immer den erfolgreichen Werdegang von Robert verfolgt, der eine richtig tolle Karriere hingelegt hat“, informiert Müller.

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Als der 34-Jährige die Wahl hatte, sein Abitur zu machen oder auf die Sportschule des 1. FC Union zu gehen, wählte er den ersten Weg. „Damals war es für mich die einzig richtige Entscheidung. Heute bin ich der Meinung, ich hätte die Chance bei Union beim Schopfe packen sollen, da ich schon für den A-Junioren-Kader eingeplant war.“ Nach drei Jahren bei den Berlinern kehrte Müller zu den A-Junioren in seinem Heimatverein zurück. Seit dem er 22 Jahre alt ist, trägt er die Kapitänsbinde der ersten Männer. „Diese Saison werde ich noch der Spielführer sein, dann gebe ich diese Aufgabe weiter.“

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