14. Februar 2020 / 17:43 Uhr

Black Panthers starten mit ihrem Boxstall

Black Panthers starten mit ihrem Boxstall

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Die Nachwuchsboxer und Kazim Yilmaz (rechts, mit Schal) freuen sich über die neuen Trainingsmöglichkeiten. Bild links: Kerem Yilmaz und Coach Hristo Asenov trainieren mit Patschen.
Die Nachwuchsboxer und Kazim Yilmaz (rechts, mit Schal) freuen sich über die neuen Trainingsmöglichkeiten. Bild links: Kerem Yilmaz und Coach Hristo Asenov trainieren mit Patschen. © Matthias Press
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Eigentlich sollte der Betrieb schon vier, fünf Jahre dauern, doch das erlaubte die Behörde nicht: Klubchef Kazim Yilmaz musste nachbessern an Brandschutz und Fluchtwegen – das hat er gemacht. Jetzt können die Boxer der Peiner Black Panthers endlich mit dem Sportbetrieb in ihrem Boxstall im Keller des Hauses vom Vereins-Chef loslegen.

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Noch liegt Baustaub auf dem Spinning-Rad. Es steht ein wenig verlassen im künftigen Kraftraum. Aber die Duschen und Toiletten funktionieren, der Ring ist aufgebaut, neun Sandsäcke hängen von der Decke, Boxhandschuhe in verschiedenen Größen, Patschen fürs Training – alles ist da. Der Box-Club Black Panthers Peine hat eine neue Trainingsanlage. Der Vereinsvorsitzende Kazim Yilmaz hat den Boxstall im Keller seines Hauses an der Schäferstraße in Peine angelegt. „Ich habe die Genehmigung! Jetzt können wir mit unseren Trainingsgruppen loslegen“, freut er sich.

Eigentlich sollte der Betrieb dort schon vier, fünf Jahre laufen. Aber das erlaubte die Behörde nicht. Nachdem Yilmaz mit dem Umbau des Kellers zum Boxstall begonnen hatte, bremste ihn die Bauaufsicht. Brandschutz, Rettungs- und Fluchtwege entsprachen nicht den Vorschriften. Es musste neben der Eingangstreppe ein zweiter, genügend breiter Fluchtweg her. Einige Fenster gingen gar nicht: Im Brandfall zu gefährlich. Sie verschwanden hinter einer Abdeckung. Der massive Stahlträger unter der Decke musste mit feuerfestem Material verkleidet werden, damit er auch bei Hitzeentwicklung seine Funktion erfüllt und das Haus nicht zusammenstürzt. Heizungsrohre sollten unter eine Verkleidung. Die Lüftungsanlage wurde neu installiert. Und, und, und.

Immer wieder musste Yilmaz das Projekt aufschieben. „Das war viel härter als ein Kampf über drei Runden“, sagt er. Der Black-Panthers-Chef präsentiert einen dicken Stapel Papier. Behördenschreiben, Ingenieursschreiben und immer wieder Rechnungen.

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„Ich hätte für das Geld ein neues Haus bauen können“, meint Yilmaz. Es ergaben sich Probleme, von denen er vorher nichts geahnt hatte. Für das Haus, in dem sich auch Yilmaz’ Lebensmittelmarkt befindet, sollte er zum Beispiel ausreichend Parkplätze nachweisen. „Einige sind da, aber nicht 30“, sagt Yilmaz. Trotzdem wurde das Problem gelöst, weil sich Nachbarn bereit erklärten, eine Baulast auf ihrem Grundstück eintragen zu lassen.“

Yilmaz hofft, jetzt alle Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Boxstall ausgeräumt zu haben. „Ich hätte aufgeben können. Aber dieser Boxstall ist eine Herzensangelegenheit. Ich mache es für die Jungs“, sagt er – und nicht nur für sie: Denn auch eine Mädchen- oder Frauengruppe plant er zu gründen.

Nachmittags sollen Kinder- und Jugendgruppen trainieren: Eine von 6 bis 10 Jahre, eine von 10 bis 13 Jahre und eine von 13 bis 18 Jahre. Senioren sollen abends üben. Auch Thai Chi und Thaiboxen kann sich Yilmaz als Angebot vorstellen.

Die Hallenstunden in der Bodenstedtschule brauche der Verein aber weiterhin. „Dort geht es um Konditionstraining für die Leistungssportler. Im Boxstall dagegen werden Schlagkraft, Technik und Sparring trainiert“, erklärt Yilmaz.