13. Mai 2021 / 22:41 Uhr

Blamable erste Hälfte kostet RB Leipzig den DFB-Pokal - 1:4-Niederlage gegen Dortmund

Blamable erste Hälfte kostet RB Leipzig den DFB-Pokal - 1:4-Niederlage gegen Dortmund

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Jubel beim BVB und RB Leipzig am Boden: Das war das Pokalfinale.
Jubel beim BVB und RB Leipzig am Boden: Das war das Pokalfinale. © dpa / Getty Images
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RB Leipzig muss weiter auf den ersten großen Titel warten. Im DFB-Pokal-Finale kassierte die Elf von Coach Julian Nagelsmann eine 1:4-Pleite (0:3). Grund für das zweite verlorene Endspiel der Club-Historie war eine an Harmlosigkeit kaum zu überbietende Vorstellung der Sachsen in der ersten Halbzeit.

Berlin. Sie wollten den ersten großen Titel der Club-Historie. Sie sind trotz jüngerer Misserfolgsserie gegen den BVB frohen Mutes nach Berlin gefahren. Sie hatten 34 verschiedene taktische Varianten im Turnbeutel und den durchtriebensten Übungsleiter der Liga am Start. Und, ja, ganz bestimmt hatten die RB-Bosse die Schampus-Vorräte im Teamhotel Ritz-Carlton am Potsdamer Platz aufmunitionieren lassen. Es kommt alles anders als gedacht, gehofft, geglaubt, statt Champagner gibt es sehr stilles Wasser und eine Abreibung. RB Leipzig verliert das Finale im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund 1:4 (0:3), sieht bei den Gegentreffern durch Jadon Sancho (5./45.), Erling Haaland (28./87.) uralt aus, kommt in der starken zweiten Halbzeit zu diversen Top-Chancen und zum 1:3 (71./Dani Olmo), bringt aber statt des Pokals jede Menge Frust mit nach Hause.

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Hat Nagelsmann die falsche Aufstellung gewählt?

Am Sonntag, 20.30 Uhr, empfangen die ihrer Hörner beraubten Roten Bullen den VfL Wolfsburg, bevor es am letzten Spieltag zu Eisern Union geht (22. Mai/15.30 Uhr). Um aus der laufenden eine Bundesliga-Rekord-Saison zu machen, braucht RB noch vier Punkte. Interessiert nach der Berlin-Nummer eher weniger bzw. keinen Hund. Der Trainer wird sich Fragen gefallen lassen müssen. Ist weniger Taktik mehr? Weshalb sitzen Ball-Künstler wie Emil Forsberg und Christopher Nkunku auf der Bank? Warum brummt dort auch der beste Anläufer des Kaders, Yussuf Poulsen? Weshalb lässt er seine Männer erst in der zweiten Halbzeit von der Leine und RB-Fußball spielen?

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie

Und es hat wieder nicht gereicht: Nach einer indiskutablen ersten Spielhälfte muss sich RB Leipzig im Finale des DFB-Pokals Borussia Dortmund mit 1:4 geschlagen geben. Zur Galerie
Und es hat wieder nicht gereicht: Nach einer indiskutablen ersten Spielhälfte muss sich RB Leipzig im Finale des DFB-Pokals Borussia Dortmund mit 1:4 geschlagen geben. ©

Nagelsmann lässt gegenüber der Liga-Partie in Dortmund vierfach rotieren. Neu im Team: Marcel Halstenberg, Amadou Haidara, Nordi Mukiele und Alexander Sörloth. Nicht im Team: Willi Orban, Benny Henrichs, Emil Forsberg und Angelino. Letzterer steht nicht mal im Kader, weil er beim Üben a: dünn drüber gegangen ist und b: seinen bevorstehende Bankplatz mit offenkundiger Dickhalsigkeit quittiert hat. Nagelsmanns Gedanken zu dieser Aufstellung könnten diese sein: „Bei und steht hinten die Null - wir dichten das tiefe Mittelfeld ab - irgendwann wird der BVB müde - dann bringe ich meine Filigranos!“ Forsberg, Christopher Nklunku und Justin Kluivert. Der BVB startet mit Erling Haaland, dessen stählerner Oberschenkel einen Pferdekuss überwunden hat.

RB Leipzig lässt taktische Reife vermissen

RB mit der ersten Chance, Marcel Sabitzer verzieht. Im Gegenzug schlägt es auch schon ein. Im Kasten der Nagelsmänner. Marco Reus erobert gegen Kevin Kampl den Ball, Mahmoud Dahoud setzt Jadon Sancho ein, der Doppeltorschütze vom Wochenende wird von Mukiele nicht behelligt und zirkelt den Ball ins rechte Eck. 1:0 für Dortmund. Nach fünf Minuten. So viel zum Thema stehende Null. Kurios: Vor und nach dem Tor hat RB das Spiel eigentlich ganz gut im Griff, ist griffig, kompakt. In der 28. Minute tritt Reus nach fatalem Fehlpass von Hee-Chan Hwang zum zweiten Mal in Erscheinung, schickt Haaland ins Duell mit Dayot Upamecano. Der Norweger bittet zum Tänzchen, legt sich den Münchner in spe erst zurecht und dann flach, trifft mit dem linken Fuß zum 2:0 (28.). Zwei Termine, zwei Abschlüsse. Kann man so machen.

Sörloth trifft nach Dani-Olmo-Vorarbeit das Außennetz. Dann kommt es zum dritten Stromausfall in der RB-Rückwärtsbewegung. Reus ist wieder ohne Gegenspieler, spielt auf Sancho, 3:0 (45.). Halbzeit. Nagelsmanns Aufstellung und Herangehensweise sind ad absurdum geführt.

Dani Olmos Anschlusstreffer ist zu wenig

Wiederbeginn. Mit Yussuf Poulsen für Sörloth und Christopher Nkunku für Hwang. Nkunku trifft sogleich die Latte, Sabitzer, Olmo, Poulsen und Nkunku prüfen Roman Bürki. Es könnte spielend 3:2 stehen. Sehr guter und drangvoller Beginn. Geht doch noch was? Irgendwas? Forsberg kommt und trifft den Pfosten. Dann fällt das längst verdiente 3:1, Olmo hämmert den Ball rein (71.). Kurz später haben Olmo und Nkunku das 3:2 auf dem Fuß. Nach Chancen müsste RB führen. Der BVB setzt Nadelstiche, Gulacsi rettet gegen Sancho und Reus. Dann schießt Haaland das Dortmunder 4:1 (87.). das war´s. Aus der Traum.