18. Dezember 2021 / 17:25 Uhr

Blamage gegen den Vorletzten: RB Leipzig kassiert 0:2 gegen Bielefeld

Blamage gegen den Vorletzten: RB Leipzig kassiert 0:2 gegen Bielefeld

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Leipzigs Willi Orban, Josko Gvardiol und Kevin Kampl stehen nach dem Gegentreffer zum 0:1 enttäuscht auf dem Spielfeld.
Leipzigs Willi Orban, Josko Gvardiol und Kevin Kampl stehen nach dem Gegentreffer zum 0:1 enttäuscht auf dem Spielfeld. © dpa
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Die Hinrunde der Bundesliga endet für RB Leipzig mit einer Blamage. Die uninspirierten Gastgeber, die sich immer wieder unerklärliche Fehler leisten, kein Tempo aufnehmen und ohne Leidenschaft agieren, kassieren gegen Arminia Bielefeld eine 0:2-Pleite (0:0). Die eigenen Ansprüche wirken wieder einmal unerreichbar.

Leipzig. Ein versöhnlicher Hinrunden-Abschluss sollte es sein. Eine peinliche Vorstellung wurde es. RB Leipzig unterlag am Samstagnachmittag im letzten Spiel des Jahres in der leeren Red-Bull-Arena 0:2 (0:0) gegen Arminia Bielefeld. Die Gäste, ihres Zeichens Vorletzte der Bundesliga-Tabelle, machten mit viel Aufwand ganz viel richtig. Die Hausherren dagegen hinkten den eigenen Ansprüchen abermals in nahezu allen Belangen eklatant hinterher und untermauerten eindrücklich, wie viel Arbeit vor ihrem neuen Coach Domenico Tedesco liegt, will der Club das Saisonziel, einen Champions-League-Platz, erreichen.

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Brotlose Kunst

Tedesco setzte erstmals seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Wochen auf Emil Forsberg und Dominik Szoboszlai von Beginn an. Letzterer ersetzte den verletzten Konrad Laimer. Für Mohamed Simakan begann Nordi Mukiele. Auch die Arminen mussten Einiges ändern - und zwar coronabedingt. Torhüter Stefan Ortega und Mittelfeldass Manuel Prietl wurden vor der Partie positiv auf das Virus getestet, mussten sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben. Ersatzkeeper Stefanos Kapino sowie Sebastian Vasiliadis mussten ran.

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RB Leipzig blamiert sich: Die Tedesco-Elf unterlag nach einer blutleeren und ideenlosen Vorstellung gegen Abstiegskandidat Arminia Bielefeld mit 0:2 Zur Galerie
RB Leipzig blamiert sich: Die Tedesco-Elf unterlag nach einer blutleeren und ideenlosen Vorstellung gegen Abstiegskandidat Arminia Bielefeld mit 0:2 ©

Die Hausherren kassierten bereits kurz nach Beginn einen empfindlichen Dämpfer, allerdings nicht vom Gegner sondern vom Rasen. In dem blieb Forsberg hängen, verletzte sich dabei am linken Oberschenkel. Alle Rauslaufversuche nützten nichts. Schon nach sieben Minuten kam Tyler Adams für den Schweden. Die positiven Momente blieben im weiteren Verlauf Mangelware. Bielefeld machte es den Hausherren, wie zuvor angekündigt, so unbequem wie möglich, ließ kaum Raum zwischen den Ketten, verdichtete immer wieder mit viel Laufbereitschaft und Engagement. Die Folge: reichlich brotloser RB-Ballbesitz.

"Brauchen mehr Druck auf die letzte Linie"

Tatsächlich gaben die Leipziger in der ersten Hälfte sieben Torschüsse ab, allerdings keinen davon auf das Tor. Passgenaue Zuspiele in den Strafraum, aus denen sich solche hätten entwickeln können, gab es im Grunde nicht. Die Arminia dagegen wäre beinahe mit einer 1:0-Führung in die Pause gegangen. Aber der Treffer von Masaya Okugawa wurde wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt. "Wir haben viel Probleme, uns bis nach vorn durchzuspielen", analysierte Christopher Vivell, Technischer Direktor der Gastgeber, in der Pause. "Ich denke, wir müssen das Spiel weiter nach vorn verlagern, brauchen mehr Druck auf die letzte Linie, mehr tiefe Laufwege."

Was Vivell außerdem erwähnte: Schwierigkeiten bei der Konterabsicherung. Die wurde RB dann nach Wiederbeginn auch zum Verhängnis. Nach unnötigem Ballverlust, einer von vielen an diesem Nachmittag, kam der Ball über Links zu Patrick Wimmer. Dessen Schuss blockte Keeper Peter Gulacsi noch ab, gegen den zweiten Versuch von Janni Serra hatte er dann keine Chance mehr (57.). Die Hausherren nahmen inzwischen kaum noch Tempo auf, agierten behäbig, ohne Spielwitz, Freude oder Leidenschaft, eigentlich ein Armutszeugnis.

Die letzten 20 Minuten standen die Leipziger dann mit einem Mann mehr auf dem Platz. Der in der 58. Minute eingewechselte Fabian Klos hatte gut zehn Minuten später nach Foul an Willi Orban und Videostudium von Schiri Frank Willenborg glatt rot gesehen. Vorteil also nun für die Gastgeber? Mitnichten! Die leisteten sich nämlich in der 75. Minute den nächsten schweren Patzer in Person von Amadou Haidara, der den Ball statt raus aus dem eigenen Strafraum einfach direkt vor die Füße des Gegners spielte. Florian Krüger bediente Okugawa - 0:2. Das große Aufbäumen der Hausherren, es blieb in der Folge ebenso aus wie der vor der Partie erhoffte versöhnliche Hinrunden- und Jahresabschluss.


Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Gulacsi - Mukiele (65. Simakan), Orban (87. Borbbey), Gvardiol - Henrichs, Kampl (65. Haidara), Angelino, Szoboszlai, Forsberg (7. Adams) - Silva, Nkunku.

Bielefeld: Kapino - Brunner, Pieper, Nilsson, Andrade - Vasiliadis (58. Kunze), Schöpf, Wimmer (71. Lasme), Okugawa - Serra (58. Klos), Krüger.

Tore: 0:1 Serra (57.); 0:2 Okugawa (75.).