02. November 2022 / 13:46 Uhr

Berichte über Katar-Spionageaffäre: Ex-DFB-Boss Zwanziger spricht von "Gehirnwäsche" – Blatter "überrascht"

Berichte über Katar-Spionageaffäre: Ex-DFB-Boss Zwanziger spricht von "Gehirnwäsche" – Blatter "überrascht"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter im Gespräch mit Ex-DFB-Boss Theo Zwanziger.
Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter im Gespräch mit Ex-DFB-Boss Theo Zwanziger. © IMAGO/Ulmer/Teamfoto
Anzeige

Nach den Berichten über eine angebliche Spionageaffäre um WM-Gastgeber Katar und die FIFA äußern sich Joseph Blatter und Theo Zwanziger betroffen. Katar gibt dazu keine Stellungnahme ab. In den USA laufen offenbar Ermittlungen des FBI.

Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter hat sich angesprochen auf erneute Berichte über eine angebliche Spionageaffäre um WM-Gastgeber Katar und den Fußball-Weltverband "überrascht" gezeigt. "Es ist bedenklich, dass man das macht", sagte der 86-Jährige in einem Interview des Medienunternehmens SFR, das am Mittwoch ausführlich über ein demnach aus Katar gesteuertes Geheimprojekt berichtete. Dem Emirat wird vorgeworfen, im Zuge der Endrunden-Vergabe im Dezember 2010 und im Anschluss an diese, über eine US-amerikanische Firma Spionageaktionen gegen FIFA-Funktionäre orchestriert zu haben. Aus Katar gab es auf dpa-Anfrage zunächst keine Stellungnahme dazu.

Anzeige

Blatter stand bis 2015 der FIFA als Präsident vor, betroffen war dem Bericht zufolge auch der frühere Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, der von 2011 bis 2015 Mitglied im FIFA-Exekutivkomitee war. Der 77-Jährige hatte bereits nach Recherchen der Nachrichtenagentur AP zu diesem Thema Ende Februar 2022 Einblick in entsprechende Berichte. Er sollte demnach wegen seiner kritischen Haltung zum WM-Gastgeber Katar beeinflusst werden.

WM 2022 in Katar: Wie bereit ist das Wüstenemirat für das Turnier?

Zwanziger: "Vorgehen kriminell"

"Das fühlt sich an wie Gehirnwäsche, die man mit diesen Mitteln betreiben will", sagte Zwanziger dem SFR: "Das ist mir ja klar, deswegen halte ich ein solches Vorgehen für nicht nur unanständig, sondern für kriminell." Die "Bespitzelung" sei "ein Tabubruch, das gehört sich nicht, wenn Menschen gerade die Sozialfunktion dieses Sports so lieben. Bespitzelung gehört da nicht dazu".

AP zufolge laufen in den USA Ermittlungen der amerikanischen Bundesbehörde FBI gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Auslandsgeheimdienstes CIA, dessen Firma die Spionageoperationen für Katar durchgeführt haben soll. Der Anwalt des Ex-CIA-Manns weist die Vorwürfe der Nachrichtenagentur zufolge zurück.

Anzeige: Erlebe die gesamte Bundesliga mit WOW und DAZN zum Vorteilspreis