13. Mai 2020 / 15:36 Uhr

Blau-Gelb Falkensee steigt erstmals in die Landesklasse auf

Blau-Gelb Falkensee steigt erstmals in die Landesklasse auf

Axel Eifert
Märkische Allgemeine Zeitung
Blau-Gelb Falkensee blieb als einziges Team der Kreisoberliga bis zum Saisonabbruch ohne Niederlage.
Blau-Gelb Falkensee blieb als einziges Team der Kreisoberliga bis zum Saisonabbruch ohne Niederlage. © Verein
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Kreisoberliga Havelland: Größter Erfolg in der Vereinsgeschichte - Kleine virtuelle Aufstiegsfeier geplant.

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Auf dem Falkenseer Sportplatz an der Straße der Einheit wird ab der kommenden Saison Männerfußball auf Landesebene gespielt. Die dort ansässigen Kicker von Blau-Gelb Falkensee haben jetzt erstmals in der knapp 60-jährigen Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Landesklasse geschafft. Sie sind in der wegen des Coronavirus vorzeitig abgebrochenen Fußballsaison auf Landes- und Kreisebene am vergangenen Montag zwar nicht zum Kreismeister gekürt worden, aber durch die für die Wertung der Spielzeit angewandte Quotientenregel als Aufsteiger in die Landesklasse bestimmt worden. Die Blau-Gelben aus der Gartenstadt setzten sich mit 45 Punkten in 17 Spielen (Quotient: 2,65) denkbar knapp vor Empor Schenkenberg (2,59) und dem RSV Eintracht 1949 II (2,44) durch.

Richtige Aufstiegsfeier ist derzeit nicht möglich

Als die Entscheidung bei der Vorstandssitzung des Fußball-Landesverbands fiel, war Blau-Gelb-Trainer Thomas Achterberg gerade im Auto unterwegs. „Ich habe dann gemerkt, dass ich auf dem Handy in kurzer Zeit 60 Nachrichten bekommen habe, was in dieser fußballlosen Zeit sehr ungewöhnlich ist. Ich habe zwar gesehen, worum es ging, aber die Einzelheiten konnte ich erst später zu Hause lesen, weil das Akku leer war. Für mich hat sich das aber alles noch unwirklich angefühlt, so dass ich erst mal eine Nacht drüber schlafen musste“, erzählte Thomas Achterberg. Erst am nächsten Tag habe er dann richtig realisiert, was er zusammen mit seiner Mannschaft geschafft hat.

In Bildern: Das sind die Abschlusstabellen im Fußballkreis Havelland.

Das ist die Abschlusstabelle der Kreisoberliga. Zur Galerie
Das ist die Abschlusstabelle der Kreisoberliga. © SPORTBUZZER-Grafik

„Eine richtig große Aufstiegsfeier mit Jubelszenen und Bierduschen gab es zwar unter den gegebenen Umständen nicht. Die Jungs haben aber entschieden, in einer Videokonferenz am Freitag zusammen ein Aufstiegsbier zu trinken. Wir machen also sozusagen eine virtuelle Aufstiegsfeier“, sagte der Blau-Gelb-Trainer. „Sicherlich wird es auch vom Verein nochmal eine Zusammenkunft der Mannschaft mit einer Feier geben. Es gibt ja noch Anlässe, wir sind ja beispielsweise noch im Kreispokal, der ja im August als Vorbereitung auf die neue Saison zu Ende gespielt werden soll“, meinte Thomas Achterberg.

Sehr hohes Niveau bei den ersten drei Teams

Grundsätzlich hätten nach seiner Meinung alle drei Kreisoberliga-Spitzenteams – Blau-Gelb Falkensee, Empor Schenkenberg und der RSV Eintracht 1949 II – den Aufstieg in die Landesklasse verdient gehabt. „Alle drei Teams haben bis zum Abbruch eine außergewöhnlich starke Saison gespielt und so gut wie alle Rekorde gebrochen. So ein hohes Niveau hat es unter den ersten Drei in der Kreisoberliga noch nie gegeben. Mit Ausnahme des Vorjahrs, als wir Eintracht Falkensee knapp den Vortritt lassen mussten, war meist der Tabellenerste recht souverän. Deshalb ist es schade, wie es jetzt passiert ist, und es nicht sportlich entschieden worden ist“, sagte Thomas Achterberg.

„Wir bei Blau-Gelb Falkensee freuen uns immens darüber. Wir haben ja schon vor einem Jahr gesagt, dass wir gerne aufsteigen würden. Das hat die Mannschaft auch öffentlich als Ziel definiert. In den fast drei Jahre, die ich jetzt bei der Mannschaft bin, haben wir uns stetig verbessert. Auch gegenüber dem Vorjahr konnten wir nochmal zulegen, obwohl das kaum zu erwarten war. Jetzt freuen wir uns auf die Landesklasse und wollen dort den nächsten Schritt in unserer Entwicklung machen“, sagte Thomas Achterberg.

Vorfreude auf die Derbys mit Eintracht Falkensee und VfL Nauen

Was letztlich auch für die Falkenseer sprach, ist, dass sie als einziges Team in Pflichtspielen komplett ungeschlagen blieben. Die Mannschaft stellte zudem den besten Torschützen mit Benjamin Baur (22 Treffer) und die beste Abwehr der Liga (nur 13 Gegentore). Besonders freut sich Coach Achterberg in der neuen Landesklasse-Saison auf die Derbys gegen Eintracht Falkensee und den VfL Nauen, aber auch darüber, „dass wir viele altbekannte Gegner aus dem Potsdamer Raum wieder treffen“. Bei Blau-Gelb werden jetzt die Vorbereitungen auf die neue Saison intensiviert. „Nun wissen wir endlich, wofür wir planen. Wären wir ein weiteres Jahr im Kreis geblieben, wären die Gespräche mit vielen Spielern aus dem eigenen Verein und von außerhalb viel schwieriger geworden“, so der Blau-Gelb-Trainer.