15. März 2019 / 16:14 Uhr

Blau-Weiß Baabe gegen VfL Bergen: Spielstärke trifft auf Mentalität

Blau-Weiß Baabe gegen VfL Bergen: Spielstärke trifft auf Mentalität

Niklas Kunkel
Ostsee-Zeitung
Händchenhalten war beim Rügenderby in der Landesliga nicht angesagt. Hier Kenneth Lipp (l.) im Duell mit dem Bergener Matti Kraahs.
Beim Aufeinandertreffen in der Hinrunde hatte Blau-Weiß Baabe das bessere Ende für sich. Sie gewannen das Derby gegen den VfL Bergen mit 4:2. Beim morgigen Rückspiel wird sich zeigen, ob sie die Überraschung wiederholen können. © by Chris Corse Photography
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Die Mönchguter empfangen die favorisierten Bergener. Zuletzt hatte der Außenseiter die Nase vorn.

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In der Fußball-Landesliga Ost steht das Rügenderby vor der Tür. Am Samstag um 14 Uhr empfängt der SV Blau-Weiß Baabe den VfL Bergen an der heimischen Jahnspielstätte. Die vergangenen Duelle verliefen immer heiß umkämpft mit vielen Emotionen. In der Gegenüberstellung wird deutlich, dass die Baaber für eine Überraschung gut sind.

Die Ausgangssituation 

Der Gastgeber rangiert in der Tabelle auf dem zwölften Platz und kämpft damit, wie schon in den vergangenen Spielzeiten, um den direkten Klassenverbleib. Nach einem Sieg und einer Niederlage zum Rückrundenauftakt konnte die Mannschaft von Trainer Ronny Rüting in der vergangenen Woche beim Tabellenführer Penzliner SV aus Personalmangel gar nicht erst antreten. Für das Insel-Duell sind aber wieder genug Spieler im Kader.

Ganz anders verläuft die Spielzeit beim VfL. Mit zehn Siegen und 32 Punkten stehen sie auf dem fünften Platz in der Tabelle und mausern sich wieder zu einer Spitzenmannschaft in der Landesliga. Nach zwei Jahren des Umschwungs läuft es wieder beim Team von Trainer Martin Handschug. Vergangene Woche gab es einen beeindruckenden 7:0-Heimsieg gegen die abstiegsbedrohte Einheit aus Strasburg. Im neuen Spieljahr ist die Truppe noch ungeschlagen.
Vorteil: VfL Bergen

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Die vergangenen Duelle

Das direkte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften stellte in den vergangenen Jahren die Tabellensituation auf dem Kopf. Drei Partien hintereinander konnte Blau-Weiß für sich entscheiden.

Dabei ging der VfL fast immer als deutlicher Favorit in die Partie. Dabei schafften es die Baaber, den Bergenern ihr Spiel aufzudrücken und statt schnellen Konterfußballs eine kampfbetonte Partie ohne viel Spielfluss entstehen zu lassen. Ob der VfL aus den Fehlern der vorherigen Spiele gelernt hat,muss sich erst noch zeigen.
Vorteil: BW Baabe

Wackelige Defensive gegen Top-Offensive

Mit 48 Gegentoren ist Baabe eine der „Schießbuden“ der Liga in der laufenden Saison. Nur Strasburg kassierte mehr Gegentore, selbst das abgeschlagene Schlusslicht Nordbräu Neubrandenburg steht in der Hintermannschaft stabiler. Hauptproblem der Baaber sind die vielen Fehler, die beim Gegner für einfache Tore sorgen. Da hilft auch ein Nico Offermann in Topform zwischen den Pfosten nicht.

Die Offensivmaschine des VfL läuft in dieser Saison auf Hochtouren. Mit 45 Toren stellen sie nach dem Spitzenreiter Penzliner SV die zweitgefährlichste Angriffsreihe der Liga. Bester Goalgetter ist Jonas Thesenvitz mit 13 Treffern. Die Qualität liegt aber in der Unabhängigkeit von einem Einzelspieler. 14 Akteure konnten sich bisher in die Torschützenliste eintragen.
Vorteil: VfL Bergen

Die Motivation

Die Hausherren zeigten sich in den bisherigen Aufeinandertreffen stets besonders motiviert. Jeder Zweikampf wurde leidenschaftlich geführt und kein Ball verloren gegeben. Ein Treffer wird mit Mannschaft, Betreuern und Fans gefeiert, als wäre es das entscheidende Tor in der Nachspielzeit. Bei den Mönchgutern merkt man, dass es wirklich das wichtigste Spiel der Saison ist.

Statt zusätzliche Kräfte freizusetzen, wirkten die VfL-Akteure im Derby eher gehemmt. Der Druck, das Spiel gewinnen zu müssen, ist größer als in jedem anderen Spiel. So schlichen sich immer wieder Fehler ein und die eigenen Stärken im Umschaltspiel mit technisch sauberem Kurzpassspiel wurden vernachlässigt.
Vorteil: BW Baabe

Die Mannschaften

Nach der Absage am vergangenen Wochenende befürchteten Außenstehende schon das Schlimmste für die Blau-Weißen für das Derby. Für das Topspiel melden sich aber viele Spieler zurück, keiner möchte die Partie verpassen.

Bei den Gästen fehlen schon in der gesamten Saison immer wieder Spieler mit Verletzungen oder aus beruflichen Gründen. Dank der Breite des Kaders und der besseren Umsetzung der von Handschug vorgegebenen Taktik fiel das bisher aber nur selten ins Gewicht. Selbst Ausfälle von Stammspielern, wie Kapitän Felix Essner oder Felix Bergmann, konnten kompensiert werden. Dafür muss die Fitness aber stimmen, denn selten ist die Bank voll besetzt, und die Baaber werden ihnen in den Zweikämpfen alles abverlangen. 
Vorteil: VfL Bergen

Fazit

Von der Ausgangssituation und den spielerischen Anlagen her geht der Tabellenfünfte aus Bergen erneut als eindeutiger Favorit in das Rügenderby. Dass das aber nicht immer entscheidend ist, zeigen die bisherigen Ergebnisse. Sollte Blau-Weiß Baabe es schaffen, das schnelle Spiel des VfL Bergen zu unterbinden, ist die Überraschung wieder möglich.

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