09. April 2020 / 09:01 Uhr

Blau-Weiß Blasewitz bedauert Liga-Absage

Blau-Weiß Blasewitz bedauert Liga-Absage

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sven Grosse
Sven Grosse ist enttäuscht von der Absage, blickt aber frohen Mutes in Richtung der nächsten Saison. © Matthias Rietschel
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Für den Teammanager Sven Grosse ist das ausfallende Punktspieljahr ein herber Schlag, denn der Dresdner Tennis-Bundesligist hatte personell stark aufgerüstet.

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Dresden. Das zweite Jahr in einer höheren Spielklasse gilt in allen Sportarten immer als das schwerste. Hätte das auch für die Damen von Blau-Weiß Blasewitz zugetroffen? Jene Mannschaft, die im Vorjahr ihre Premiere in der 1. Tennis-Bundesliga mit einem vierten Platz viel besser abschloss, als man das vorher für möglich gehalten hatte? Ein Blick auf die aktuelle WTA-Weltrangliste der Damen, die durch den Turnierausfall wegen der Corona-Pandemie mindestens bis zum 13. Juli unverändert Gültigkeit behält, zeigt, dass das Team aus dem Waldpark es in diesem Jahr wohl kaum etwas mit dem Abstieg zu tun bekommen hätte.

„Natürlich akzeptieren wir die Entscheidung des Deutschen Tennis Bundes die Spiele der 1. und 2. Bundesliga für dieses Jahr komplett anzusetzen. Doch sportlich ist dies natürlich ein ganz herber Schlag für uns, weil wir sowohl in der Spitze als auch Breite auch durch die Neuzugängen noch deutlich besser aufgestellt sind als in der vorigen Saison“, glaubt der Blasewitzer Teammanager Sven Grosse.

Nur zwei Mannschaften wären besser besetzt

Ein Blick auf die vorgesehen gewesenen Besetzungen der sieben Bundesligisten unterstreicht die Aussagen von Grosse. Die Blasewitzerinnen hätten an der Spitze mit der 28-jährigen Tschechin Krisyna Pliskova (aktuelle Nummer 69 der Weltrangliste), der neu hinzugekommen 25-jährigen Rumänin Patricia Maria Tig (85) und dem 32-jährigen deutschen Ass Andrea Petkovic (87) drei Top-100-Spielerinnen der Welt aufbieten können. Im Vorjahr waren es „nur“ zwei. Von den insgesamt 17 Blasewitzer Spielerinnen, die nominell im Aufgebot stehen, werden 15 in der Weltrangliste geführt. Darunter außer dem Spitzentrio mit der 25-jährigen Tschechin Tereza Martincova (133), der 23-jährigen Russin Varvara Flink (150) und der Slowakin Kristina Kucova (168) weitere drei, die zu den Top 200 der Welt zählen.

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Rein nominell wären mit dem Titelverteidiger TC Bad Vilbel und Bredeney Essen nur zwei Mannschaften mit jeweils vier Top-100-Spielerinnen etwas besser besetzt gewesen. Bredeney Essen hätte mit Julia Görges (38) als Nummer eins und Laura Siegemund (65) erstmals zwei deutsche Asse aufbieten können. Die am höchsten in einer Bundesligamannschaft spielende Weltranglistenspielerin taucht jedoch im Aufgebot von Blau-Weiß Aachen mit der Nummer 15 auf: Petra Martic aus Kroatien.

„Das ausfallende Punktspieljahr 2020 bedeutet ja nicht das Bundesliga-Aus in Dresden. Wir gehen fest davon aus, dass wir im kommenden Jahr im Waldpark tollen Sport von unseren Damen erleben werden, darunter sicher auch von den meisten Spielerinnen, die für diese Saison vorgesehen wäre“, unterstreicht Grosse, der aber auch in diesem Jahr noch eine Überraschung für möglich hält. Falls die Punktspielsaison in der Regionalliga Südost der Herren, in der Blau-Weiß Blasewitz vertreten ist, tatsächlich wie geplant im Juli durchgeführt wird, könnte es in dessen Rahmen auch einen attraktiven Schaukampf mit dem Publikumsliebling Andrea Petkovic geben.

Rolf Becker