10. August 2020 / 12:24 Uhr

Blau-Weiß Dahlewitz gewinnt Pokalkrimi gegen Grün-Weiß Union Bestensee

Blau-Weiß Dahlewitz gewinnt Pokalkrimi gegen Grün-Weiß Union Bestensee

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Riesenjubel nach einer bemerkenswerten Energieleistung: Das Ensemble des Blau-Weiß Dahlewitz  feiert den Sieg des Kreispokals.
Riesenjubel nach einer bemerkenswerten Energieleistung: Das Ensemble des Blau-Weiß Dahlewitz  feiert den Sieg des Kreispokals. © Lars Sittig
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Kreispokal Dahme/Fläming: Blau-Weiß bezwingt den SV Grün-Weiß nach einer Energieleistung mit 3:1 in der Verlängerung.

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Als das Werk vollbracht war, wurde es feucht: Getränke-Fontänen spritzten über den Rasen des Sportplatzes in Dahlewitz und auch in manch einem Augenwinkel glitzerte es, während blaue T-Shirts mit der Aufschrift „Pokalsieger 2020“ übergestreift wurden. Ein Megaphon kam ins Spiel, als das Ensemble den SV Blau-Weiß mit den Fans den Kreispokalsieg feierte und den Schlusspunkt unter das Endspiel setzte, das Dahlewitz in der Verlängerung mit 3:1 (1:1) gegen den SV Union Grün-Weiß Bestensee gewonnen hatte.

„Ich denke, es war am Ende ein hochverdienter Sieg“, freute sich Blau-Weiß-Trainer Dirk Kasprzak, „die Mannschaft hat nach dem Rückstand, den sie gut weggesteckt hat und dem sie lange hintergelaufen ist, viel Moral und Willen gezeigt. Auch dank der Zuschauer, die uns wahnsinnig unterstützt haben, konnten wir das Spiel kippen und gewinnen.“ Bestensees Coach Thomas Niesler räumte sportlich fair ein: „Wir haben gegen einen an diesem Tag wirklich sehr starken Gegner verloren. Wir konnten leider nicht zeigen, zu was wir in der Lage sind. Dahlewitz hat sich nach dem Rückstand zurück in die Partie gekämpft.“

In Bildern: Blau-Weiß Dahlewitz holt durch 3:1 nach Verlängerung gegen Union Bestensee den Kreispokal.

Sieg in der Verlängerung: Blau-Weiß Dahlewitz (blaue Trikots) hat sich gegen Union Bestensee den Fußball-Kreispokal gesichert. Zur Galerie
Sieg in der Verlängerung: Blau-Weiß Dahlewitz (blaue Trikots) hat sich gegen Union Bestensee den Fußball-Kreispokal gesichert. © Lars Sittig

John Janisch hatte das Landesklasseteam aus Bestensee in Führung gebracht (13.). Trotz der Gluthitze entwickelte sich ein intensives, temporeiches Fußballspiel, in dem sich Blau-Weiß eine Reihe guter Tormöglichkeiten und ein Chancenplus erarbeitete – ohne aber den Ausgleich zu erzielen. Mit zunehmder Spielzeit drängte sich aber der Eindruck auf, dass sich der SV Blau-Weiß nicht mit den vergebenen Chancen aufhielt, sondern an die Chance glaubte und den Kurs hielt. Jede vergebene Möglichkeit kein Rückschlag, sondern ein kleiner, kräftezehrender Schritt in die entscheidende Richtung bei drückenden Temperaturen – wo jeder Schritt ein Vorhaben und jede Grätsche ein Projekt ist. In der 81. Minute gelang dann Oliver Grundmann der Ausgleich. „Nach dem 1:1 war ich mir sicher, dass wir gewinnen werden“, sagte Dirk Kasprzak, „weil wir auch das psycholgische Momentum auf unserer Seite hatten.“

In der Verlängerung, in der sich Blau-Weiß wieder ein Chancenplus erarbeitete, kippte die Partie: Zunächst musste Michael Rubenbauer wegen eines Feldverweises (Notbremse) in der 93. Minute den Platz verlassen, in der 106. Minute ging Dahlewitz nach einer Ecke in Führung: Nikolas Haug zog das Leder auf den langen Pfosten – ein grandioser Ball, der per Kopf quergelegt und dann von Lukas Knochel ins Tor genickt wurde. „In Unterzahl, bei diesem Temperaturen war klar, dass es sehr, sehr schwer werden würde“, sagte Thomas Niesler, „zumal wir mit den Temperaturen aus meiner Sicht schlechter zurecht gekommen sind. Das war leider nicht unser Tag.“

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Die Vorentscheidung fiel per Elfmeter, den erneut Lukas Knochel verwandelte (110.). Gegen 17.30 Uhr beendete dann das Schiedsrichter-Kollektiv um Marko Schmidt, das die Partie gut geleitet hatte, das Duell. „In 120 Minuten Spielzeit, bei diesen Temperaturen und einer umkämpften Partie gibt es immer Entscheidungen, über die man diskutieren kann, aber sie haben ihre Sache sehr gut gemacht“, befand Dirk Kasprzak, dessen Team schnell vom Kampfmodus nach der Siegerehrung durch die Verantwortlichen des Fußballkreises um den Vorsitzenden Bodo Konrad, in den Feiermodus umschalten konnte. Erst fighten, dann feiern, während sich der wackere, griffige, mit exzellenten Technikern besetzte Gegner nach der Niederlage sortierte und sich der Bestenseer Tross auf die Heimfahrt machte.

200 Zuschauer hatten die Partie verfolgt – die Zahl war wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der weltweiten Corona-Pandemie begrenzt worden. „Der Verein hat das Hygiene-Konzept gut umgesetzt“, lobte Bodo Konrad, der Chef des FK Dahme/Fläming. In Kürze beginnt hier für Blau-Weiß die neue Spielzeit, dann soll auf dem Erfolgsweg weitergegangen werden. „Wir wollen in diesem Jahr in die Landesklasse aufsteigen, ohne wenn und aber“, gibt Dirk Kasprzak die Zielrichtung vor. Der Pokalerfolg dürfte für zusätzlichen Schwung sorgen.