24. März 2020 / 12:57 Uhr

Blau-Weiß Deutzen-Coach Rolf Tröger vermisst die Arbeit mit seinem Team

Blau-Weiß Deutzen-Coach Rolf Tröger vermisst die Arbeit mit seinem Team

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
IMG_1869
In der Glück-Auf-Sportstätte wird zur Zeit kein Fußball gespielt. © Udo Zagrodnik
Anzeige

Der SV Blau-Weiß Deutzen musste aufgrund der Coronavirus-Pandemie ebenfalls den Spielbetrieb einstellen. Auch wenn niemand weiß, wann und wie es weiter geht, ist Rolf Tröger optimistisch und hofft, dass sich seine Spieler individuell fit halten.

Anzeige
Anzeige

Neukieritzsch. Sie hätten im gerade angebrochenen Frühjahr ohne jeden Zweifel einiges nachzuholen gehabt – die Kreisoberliga-Fußballer des SV Blau-Weiß Deutzen. Mit nur fünfzehn absolvierten Begegnungen stehen bei ihnen innerhalb der Staffel-Konkurrenz die wenigsten Partien in der Wertung, der 11. Tabellenplatz schreit förmlich nach einer Verbesserung, die extrem bitter schmeckende 0:2-Heimniederlage im Nachbarschafts-Duell gegen Regis-Breitingen am 07. März forderte zur raschen Rehabilitation auf.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur Niederlage von Deutzen

Der SV Regis-Breitingen gewinnt das Derby bei Blau-Weiß Deutzen mit 2:0. Zur Galerie
Der SV Regis-Breitingen gewinnt das Derby bei Blau-Weiß Deutzen mit 2:0. © Udo Zagrodnik

Dann kam Freitag, der Dreizehnte und durchkreuzte sämtliche Pläne der Protagonisten aus der Glück-Auf-Sportstätte. Der Verband hatte wegen der Corona-Krise den Spielbetrieb bis auf weiteres auf Eis gelegt. „Dabei stand die Mannschaft Gewehr bei Fuß, um das Nachhole-Match gegen Geithain zu bestreiten. Donnerstag war noch Training, wir haben den Kader für Samstag zusammengestellt und den Zeitpunkt fürs Treffen festgelegt.“ Auch auf Trainer Rolf Tröger - den nach jahrzehntelang gesammelter Erfahrung auf und neben dem grünen Rasen so schnell nichts erschüttern kann - wirkt das Geschehene selbst mit einigem zeitlichen Abstand noch immer surreal.

Abwarten und Tee trinken

Wie es halt so ist, wenn man von einer Situation förmlich überrollt wird. Obwohl durchaus das eine oder andere Warnsignal zu hören war, ähnelten die nackten Tatsachen einem harten Genick-Schlag. Der Blau-Weiß-Coach vermisst die Arbeit mit seinem Team mittlerweile längst, die meisten seiner in allen Himmelsrichtungen verstreuten Schützlinge hat er seit dem Beginn der Zwangspause logischerweise noch gar nicht wieder zu Gesicht bekommen. Zumal der ehemalige Böhlener DDR-Oberligaspieler mit seiner Gattin in Rötha und damit selbst ein wenig vom Schuss entfernt wohnt.

Der Weg zum regelmäßigen Training sowie zu den Punktspielen auf das Deutzener Sportgelände am Kulturpark ist in normalen Zeiten allerdings schnell erledigt, nun entfallen die Fahrten vorübergehend komplett. Die Sperrung sämtlicher Freizeiteinrichtungen durch die Gemeinde Neukieritzsch, sowie die mittlerweile drastisch eingeschränkten sozialen Kontakte lassen keine andere Wahl.

Mehr zum Fußball

„Zunächst waren wir noch davon ausgegangen, uns nach einer kurzen Auszeit wenigstens einmal in der Woche zu den Übungseinheiten versammeln zu können. Unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen versteht sich. Doch auch wir sind von den Ereignissen in rasender Geschwindigkeit überholt wurden. Nun bleibt uns erst einmal nichts anderes übrig, als abwarten und Tee trinken. Langeweile wird sicherlich nicht aufkommen. Es gibt genügend Aufgaben zu lösen, die über den Sport hinausgehen. “

Nach dem Schatten kommt das Licht

Tröger lässt die vergangenen Tage Revue passieren und wagt dennoch einen kleinen von Realismus durchdrungenen Ausblick auf das Kommende: „Ich halte es durchaus für möglich, dass wir mit der laufenden Saison nicht mehr viel anstellen können. Spiele unter der Woche sind für mich aus beruflichen Gründen kaum vorstellbar. Es mag Vereine in unserer Liga geben, die auch an Werktagen elf oder sogar noch ein paar mehr Leute auf die Beine stellen könnten. Wir allerdings würden wohl allerhöchstens acht Akteure zusammen bekommen, die zu dem Zeitpunkt schon Feierabend hätten. Der Job hat schließlich Vorrang und unser Kader ist nicht gerade riesengroß.“

Doch auch Rolf Tröger mag als Fußballenthusiast und Familienmensch in der momentan schwierigen Phase keinen Pessimismus verbreiten, sondern dem Optimismus wichtigen Raum verschaffen. Um die gesellschaftliche Krise gemeinsam zu überstehen und gesund zu bleiben. Getreu dem Motto: Nach dem Schatten kommt das Licht. Und er ist voller Hoffnung, dass sich seine blau-weißen Kicker ungeachtet aller auf sie momentan einstürmenden und zu bewältigenden Schwierigkeiten einigermaßen individuell fit halten. Dies würde die die Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen definitiv steigern. Dann kann der Deutzener Trainer die zunächst durchkreuzten und gegebenenfalls noch einmal zu überarbeitenden Pläne guten Gewissens wieder aus der Schublade herausholen.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Sport aus Leipzig
Sport aus aller Welt