07. Januar 2020 / 07:56 Uhr

Blau-Weiß Wermsdorf holt den Supercup

Blau-Weiß Wermsdorf holt den Supercup

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Florian Böttger von Blau-Weiß Wermsdorf leitet beim 2:0 im Halbfinale gegen Union Torgau den nächsten Angriff ein.
Florian Böttger von Blau-Weiß Wermsdorf leitet beim 2:0 im Halbfinale gegen Union Torgau den nächsten Angriff ein. © Foto: TZ
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Wermsdorf gewinnt das Fußball-Hallenturnier in Torgau durch einen 3:1-Finalsieg gegen den SC Hartenfels.

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Torgau. Das Fußballjahr startet mit dem Supercup in der Torgauer Sporthalle am Wasserturm. Seit 1995 ist das so, seit 2016 unter der Ägide des SC Hartenfels, der auch diesmal ein gutklassiges und organisatorisch rundes Event auf die Beine stellte. Klar hätten sich die gastgebenden Elbestädter gewünscht, den Pokal daheim zu behalten. Doch Blau-Weiß Wermsdorf lieferte über das gesamte Turnier hinweg einen ganz starken Auftritt und wurde von den rund 300 Besuchern zurecht für den ersten Supercup-Sieg im neuen Jahrzehnt gefeiert.

Vorrunde Gruppe A

Das Turnier begann mit einem 3:0 von Nordsachsenliga-Primus Hartenfels I gegen Titelverteidiger Union Torgau. Breite Brust und Siegeswille trafen auf Respekt und Druck, der im Vorjahr noch nicht auf den Nachwuchstalenten gelastet hatte. Allerdings fanden die Unioner gegen Süptitz wieder zur bekannten Leichtfüßigkeit zurück. Das bekam im entscheidenden Gruppenspiel auch der SV Mügeln-Ablaß zu spüren, dessen Top-Scorer Paul Erdmann kalt gestellt wurde, während auf der anderen Seite Damian Klöhn doppelt traf.

Mügeln hatte zuvor ebenfalls Süptitz deutlich geschlagen und gegen Hartenfels ein 3:3 erkämpft – ein mitreißendes Spiel, in dem beide Teams in der Schlussminute trafen und das Mügelner 3:3 mit der Schlusssirene fiel. Weil Süptitz auf dem Parkett auch gegen die Hartenfelser nicht Tritt gefasst hatte, holten diese sich vor Union den Gruppensieg.

Vorrunde Gruppe B

In der zweiten Vorrundengruppe hatte der SC Hartenfels II (kurzfristig für Wacker Dahlen ins Turnier gerutscht) ähnlich wie Süptitz keine Chance. Aber immerhin schossen die Torgauer ein Tor gegen den späteren Supercup-Sieger Wermsdorf. Allerdings kassierten sie mit dem 0:7 gegen Herzberg auch die höchste Turnierniederlage. Das passierte im letzten Gruppenspiel, als für beide Teams die Messen bereits gesungen waren.

Herzberg hatte sein Auftaktspiel gegen die Allstars in buchstäblich letzter Sekunde verloren, weil Patrick Tänzer eben Patrick Tänzer ist. Im Spiel gegen Wermsdorf war der VfB dann weitgehend chancenlos. Die Blau-Weißen spielten sich dagegen souverän durch die Vorrunde, wozu auch ein 4:1 gegen die Allstars gehörte. Eine Partie im Übrigen, die das Publikum bestens unterhielt, weil beide Mannschaften klug agierten und technisch anspruchsvollen Fußball boten. Zurecht zogen beide Teams ins Halbfinale ein.

Halbfinals

Knapp mit 2:1 setzte sich Hartenfels I gegen die Allstars durch. Wer vor dem Spiel Ermüdungserscheinungen bei den Allstars erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die Herren Kujat, Bachmann oder Jessulat spielten fidel auf und hatten zunächst sogar die besseren Chancen. Quasi im Gegenzug einer dicken Allstar-Möglichkeit brachte Dehnert den Nordsachsenligisten in Führung, bevor Hache seine Schnelligkeit ausspielte und nachlegen konnte. Meißners Anschlusstreffer brachte für die letzten Sekunden noch mal richtig Leben in die Bude, doch mit Glück und besserer Physis zog Hartenfels ins Finale ein.

Eine starke Partie sahen die Zuschauer beim Aufeinandertreffen von Wermsdorf und Union. Spielerisch waren beide gleichwertig. Doch die Wermsdorfer, gelenkt vom starken Florian Böttger (er und Justus Keller trafen) waren in den entscheidenden Momenten abgezockter und nutzten die wenigen Möglichkeiten, die ihnen Union gewährte, eiskalt aus. Ein 2:0 warf den Titelverteidiger aus dem Rennen und katapultierte Wermsdorf ins Finale.

Platzierungsspiele

Im Spiel um Platz 7 wollten Süptitz und Hartenfels II einen versöhnlichen Turnierabschluss erreichen, was in einer kämpferischen Partie dem SVS besser gelang. Der profitierte zunächst von einer starken Anfangsphase mit Treffern durch Peter, Weber und Melichar, und am Ende von der Torgauer Ladehemmung, die aus vielen Chancen einer druckvollen Schlussphase nur einen Treffer durch Kukard zuließ.

Spannend ging es in der Partie um Platz fünf zu, die Mügeln-Ablaß und Herzberg bestritten. Die Brandenburger gingen schnell in Führung und sahen bis zum 3:1 wie der sichere Sieger aus. Doch in der Schlussphase zeigte Paul Erdmann seine Qualität und drehte die Partie mit zwei Treffern zum 4:3-Endstand.

Finals

Die Partie um Bronze war wohl das beste Spiel des gesamten Turniers. Hier trafen die alten Hasen der Allstars auf die Heißsporne von Union. Was beide einte, war eine feine Technik und große Spielfreude. Entsprechend lief der Ball und fielen auch die Tore. Über mehrere Führungswechsel war nicht klar, wer hier als Sieger von der Platte gehen würde, ehe Arne Leutnitz den 4:3-Schlusspunkt setzte.

Das erste Ausrufezeichen im Finale setzte Hartenfels. Steven Hache war nicht zu halten und schoss das 1:0. Dann aber schlug die Stunde des fliegenden Torhüters Sebastian Körner. Zweimal binnen kürzester Zeit erzeugte der nicht nur eine Überzahlsituation in der gegnerischen Hälfte. Beide Male nutzte er dieses taktische Manöver auch selbst, um zum Abschluss zu kommen.

Plötzlich stand es 2:1 und Hartenfels schaffte es nicht mehr, gegen geschickt verteidigende Wermsdorfer zurück in die Partie zu kommen. Justus Keller setzte nach einem Konter den 3:1-Schlusspunkt unter das Match und den ersten Supercup im neuen Jahrzehnt.

Von Sebastian Stöber

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