10. September 2019 / 07:45 Uhr

Blau-Weiß Wermsdorf klarer Derby-Sieger

Blau-Weiß Wermsdorf klarer Derby-Sieger

Justus Keller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Wermsdorfer Sebastian Hanisch hat den Vorwärtsgang eingelegt, Mügelns Tony Müller links) versucht ihn zu stoppen.
Der Wermsdorfer Sebastian Hanisch hat den Vorwärtsgang eingelegt, Mügelns Tony Müller links) versucht ihn zu stoppen. © André Kamm
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2. Runde im Fußball-Kreispokal: Die Hubertusburger bezwingen den SV Mügeln-Ablaß vor Rekordkulisse souverän mit 3:0

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Wermsdorf. Die Temperaturen kühlten sich zum Wochenende merklich ab, die Stimmung an der Sachsendorfer Straße heizte sich hingegen immer weiter auf, je näher der Samstag rückte. Zur zweiten Pokalrunde hielt die Losfee für Blau-Weiß Wermsdorf einen ganz besonderen Gegner bereit – das Team empfing den SV Mügeln-Ablaß zum Derby. 250 Zuschauer boten eine Rekordkulisse am Fuß der Hubertusburg und wollten sich das heiße Tänzchen der Dauerrivalen nicht entgehen lassen.

Der Rahmen für das Aufeinandertreffen der beiden Fußball-Nordsachsenligisten war also fantastisch bereitet und auch Gastgeber-Trainer Dierk Kupfer hatte Grund zum Optimismus. Anders als noch zu Wochenbeginn abzusehen, konnte er personell nahezu aus dem Vollen schöpfen, hatten sich doch selbst Wackelkandidaten noch Zeit freigeschaufelt, um ihren Teil zum bisherigen Saisonhöhepunkt beitragen zu können.

Somit war eine schlagfertige Truppe beisammen, die vor der Möglichkeit, den Nachbarn aus dem Wettbewerb werfen zu können, wie elektrisiert in die Partie ging. Das Spiel war außerdem eine gute Chance für die Hubertusburger, die ärgerliche Schlappe aus der Vorwoche im Ligaspiel in Schildau wettzumachen.

Selbsttherapie und Prestigegewinn

Selbsttherapie und Prestigegewinn vor Augen und eine flammende Ansprache des Trainers im Ohr, zeigen sich die Hausherren von Beginn an auf der Höhe des Geschehens. Die Mannschaftsteile geben sich kompakt, gut gestaffelt und ordentlich organisiert. Keine Minute ist verstrichen, da geht es nach Balleroberung blitzschnell. Mittelfeldmann Justus Keller steckt diagonal durch zu Rechtsaußen Jakob Jülich, der seinem Gegenspieler enteilt und den umgehenden Führungstreffer nur durch einen zu unpräzisen Abschluss verpasst.

Die Gäste, vom intensiven Pressing der Wermsdorfer beeindruckt, sind komplett aus der Spur und leisten sich früh kapitale Fehler. Die Blau-Weißen aber finden nach nur drei Zeigerumdrehungen schließlich den perfekten Start. Stürmer Pascal Weidner läuft im Verbund mit Nebenmann Florian Böttger energisch den Mügelner Spielaufbau an, erzwingt einen Ballverlust und so ist es Böttger, der in aussichtsreicher Position frei vor Gäste-Schlussmann Arne Schütze durchbrechen kann. Während die Sachsendorfer Straße den Jubelschrei bereits auf den Lippen hat, umkurvt die Nummer 10 die finale gegnerische Hürde problemlos und schiebt zum 1:0 ein.

Breite Brust und Selbstvertrauen bis zur Spitze des Collmer Albertturms auf der einen Seite und Verunsicherung beim Gegenüber sind die Folge. Und die Kupferlinge lassen keinesfalls nach. Zunächst verpasst es Pascal Weidner, in vorderster Front eine Hereingabe über die Linie zu drücken, dann haben die Obstländer Glück, als Sechser Patrick Kupfer beim frechen Versuch einer direkt getretenen Ecke am kurzen Pfosten scheitert.

Kommando Attacke

Überfallartig geht es weiter und das Kommando Attacke ist nach einer knappen halben Stunde wieder von Erfolg gekrönt. Ausgangspunkt ist Jülich, der einen überragenden Tag erwischt und über den rechten Flügel Knoten in die Beine der Gegenspieler wirbelt. Nach 25 Minuten fängt er einen verunglückten Ablasser Querpass ab, zieht an und steckt auf Teamkollege Böttger durch. Der löst sich im richtigen Moment und sucht den Abschluss, den Schütze aber parieren kann.

Doch das Bild der Anfangsphase setzt sich fort, die Wermsdorfer sind um einiges wacher als die Obstländer, und so legt Urgestein Robby Staude erfolgreich nach und bleibt beim Rebound cool, netzt zum verdienten Führungsausbau ein – 2:0 nach 27 Minuten. Mit dem zweiten Treffer im Rücken sieht die Sachsendorfer Straße eine kontrolliert spielende Hubertusburger Mannschaft, die nach hinten nichts zulässt und vorne auf die nächsten Lücken lauert. Dem Kontrahenten fällt keine Antwort ein, weite Bälle segeln über alle Enden der grüne Wiese hinaus oder werden in konzentrierter Defensivarbeit geklärt.

Fußballerisch kommt das Geschehen zunehmend mau daher, da auch die Gastgeber vermehrt nach dem Motto „Hoch und weit bringt Sicherheit“ agieren, damit aber eben deutlich erfolgreicher fahren. Der Pausentee kann also vom Trainer genutzt werden, um daran zu appellieren, die Ordnung zu wahren und kollektiv weiter konsequent zu arbeiten. Kurz nach Wiederbeginn leisten sich die Mannen um Libero und Geburtstagskind Denny Beckedahl aber die erste Nachlässigkeit und gleich wird es gefährlich. Youngster Ben Dechert, der im Mügelner Angriff nahezu den Alleinunterhalter gibt, entwischt der sonst überzeugenden Deckung von Patrick Kupfer und zieht mutig ab. Doch Torhüter Benjamin Schönitz im Wermsdorfer Gehäuse lenkt das Kunstleder an den Pfosten.

Engagierte Zweikämpfe

Nun sind die Alarmglocken aktiviert, die kurze Phase der Nachlässigkeit wird schnell überwunden. Das Geschehen verlagert sich zwischen die Strafräume, wobei die Hubertusburger engagiert in jeden Zweikampf gehen und die entscheidenden Aktion dank großem Kämpferherz für sich entscheiden können.

Die Mannen von Kapitän Schönitz ackern auf jedem Meter des Feldes und nehmen das Derby an, wie es ist. Weiter gibt es viel hohes Geschlage und einiges Stückwerk, letztlich geht es aber um das Ergebnis und das macht der doppelte Florian Böttger in der 74. Minute mit dem 3:0 konkret. Wieder als Initiator entscheidend beteiligt ist Jülich, der den Stürmer im rollenden Wermsdorfer Angriff mustergültig bedient und seinen Mitspieler wenig später eiskalt gegen Schütze einschieben und zum Jubeln abdrehen sieht.

Nach dem dritten Gegentreffer muss der SVMA aufmachen und die Hausherren bekommen mehr Platz. Während die Abwehrreihe konsequent gut standhält, entwickelt sich bis zum Abpfiff ein Privatduell zwischen dem eingewechselten Dominic Arendt in Blau-Weiß und Gästekeeper Arne Schütze.

Wermsdorfer Wirbelwind

Der Wermsdorfer Wirbelwind findet mehrmals den perfekten Sprint zur richtigen Zeit oder das Schlupfloch durch Mügelns Abwehr, sucht den Torerfolg aber vergeblich. So saust der Ball am langen Pfosten vorbei (78.), landet in den Armen des Ablasser Schlussmanns (81.) oder rauscht nur ans Außennetz (83.).

Die Heimelf verpasst somit eine mögliche und durchaus verdiente höhere Derbyausbeute. Doch unterm Strich steht der ungefährdete Einzug in die nächste Runde und ein Ausrufezeichen in der Region.

Es gilt nun, weiter hoch konzentriert zu bleiben – vor allem am Fischerfest-Wochenende, wenn das Pokal-Achtelfinale gespielt wird. Wer dort zum Fest geladen wird oder wohin die Ausfahrt geht, wird am kommenden Samstag an der Sachsendorfer Straße entschieden, wenn der Nordsächsische Fußball-Verband in der Halbzeitpause beim Spiel der Hubertusburger gegen den SV Süptitz die Auslosung vornimmt.

Blau-Weiß Wermsdorf: Schönitz, Dominik Weidner, Beckedahl, Siebert, Kupfer, Staude, Körner, Keller (81. Hanisch), Jülich, Pascal Weidner (75. Arendt), Böttger.

SV Mügeln-Ablaß:Schütze, Mayerhofer, Unger (83. Höhnel), Klingner (66. Schubert), Becker, Naumann, Dechert, Fischer, Hoffmann, Schindler, Müller.

Tore:1:0 Florian Böttger (3.), 2:0 Robby Staude (27.), 3:0 Florian Böttger (74.).Zuschauer: 250. Schiedsrichter: Marcel Schöne.

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