03. Mai 2021 / 14:09 Uhr

Bleibt RB Leipzigs Hwang nun doch? Marsch-Ankunft ändert Situation

Bleibt RB Leipzigs Hwang nun doch? Marsch-Ankunft ändert Situation

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
LEIPZIG, GERMANY - MARCH 03: Hee-Chan Hwang of RB Leipzig celebrates after scoring their side's second goal during the DFB Cup quarter final match between RB Leipzig and VfL Wolfsburg at Red Bull Arena on March 03, 2021 in Leipzig, Germany. Sporting stadiums around Germany remain under strict restrictions due to the Coronavirus Pandemic as Government social distancing laws prohibit fans inside venues resulting in games being played behind closed doors. (Photo by Filip Singer - Pool/Getty Images)
Matchwinner im Pokal-Halbfinale: Bleibt RB Leipzigs Hee-chan Hwang nun doch bei den Roten Bullen? © Getty Images
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Hee-chan Hwang hat sein Sturmtalent bei RB Leipzig noch nicht wirklich zeigen können. Er wurde als Fehlkauf bezeichnet und lange Zeit als Wechselkandidat gehandelt. Mit dem anstehenden Trainer-Wechsel scheint sich für den Südkoreaner allerdings einiges zu ändern.

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Leipzig. Medienberichten zufolge waren zuletzt mehrere englische Clubs an RB Leipzigs Stürmer Hee-chan Hwang interessiert. Zuvor war der Südkoreaner in Gesprächen um eine Leihe zum 1. FSV Mainz 05. War er vor einer Woche noch Wechselkandidat Nummer eins bei den Roten Bullen, so geht der Trend laut Kicker nun zum Verbleib. Für den 25-Jährigen scheint sich Grundlegendes geändert zu haben. Denn nach der turbulenten Woche um den Abgang von Trainer Julian Nagelsmann und der Verpflichtung von Jesse Marsch als neuem Chefcoach ab der kommenden Saison, sei sein Wechselwunsch nicht mehr ganz so aktuell.

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Erfolgreiche Saison unter Marsch

Der mögliche Grund: Mit dem US-Amerikaner kommt ein Coach an die Pleiße, der Hwang bereits beim österreichischen Serien-Meister trainiert hat. Und das sehr erfolgreich. Der Südkoreaner hatte unter Marsch 2019/20 in Salzburg eine Top-Saison, kam auf insgesamt 40 Einsätze – 27 in der Bundesliga, fünf im ÖFB-Cup, sechs in der Champions League und zwei in der Europa League. Wettbewerbsübergreifend erzielte er 16 Tore und lieferte 22 Vorlagen. Diese Bilanz war der Grund für seine Verpflichtung durch RB Leipzig.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie

Was für ein Finale! Emil Forsberg schießt RB Leipzig mit seinem Treffer in der 120.Minute ins DFB-Pokalfinale nach Berlin. Zur Galerie
Was für ein Finale! Emil Forsberg schießt RB Leipzig mit seinem Treffer in der 120.Minute ins DFB-Pokalfinale nach Berlin. ©

Doch an der Pleiße lief es bis dato gar nicht. Man könnte sogar meinen, der Leipzig-Hwang und der Salzburg-Hwang seien zwei verschiedene Fußballer. In der Messestadt stehen lediglich 22 Einsätze in drei verschiedenen Wettbewerben auf seinem Konto. Nur einmal stand er in der Bundesliga in der Startelf und kommt dort auf 283 Minuten Spielzeit. Auch im DFB-Pokal durfte er lediglich einmal von Beginn an ran: beim 3:0 gegen den 1. FC Nürnberg. Seine drei Tore und zwei Vorlagen bisher brachte er allesamt im Pokalwettbewerb zustande. Im Halbfinale gegen den SV Werder Bremen wurde der 25-Jährige zum Matchwinner, schoss das erste Tor und legte Emil Forsberg kurz vor Ende der Verlängerung das Leder für den Siegtreffer auf den Fuß.



Nagelsmann über Hwang: „Feiner Charakter“

Dieser Erfolg könnte ihm nun die Zukunft in Leipzig sichern. In der aktuellen Saison konnte er auch deshalb nicht wirklich im Team Fuß fassen, weil er die ohnehin schon kurze Vorbereitung verpasste und dann im November auch noch an einer Corona-Infektion erkrankte, die ihn lange aus dem Spielbetrieb nahm. Nach der Partie gegen Bremen war der Südkoreaner außer sich für Glück. "Er ist ein feiner Charakter, hat sich nach dem Spiel tausend Mal bedankt", so Nagelsmann. "Es gibt nicht viele Spieler, die sich nach so wenig Spielzeit auch noch bedanken. Es müsste eher andersherum sein."

Der scheidende Coach, der bereits im Winter einen Wechsel des 25-Jährigen ablehnte, rät ihm nun erst recht zu einem Verbleib an der Pleiße. „Jesse kennt ihn gut und hat sicherlich eine Idee, wie er ihn einbauen kann." Dass ihn Marsch gut kenne, sei sicherlich kein Nachteil, sagt auch Hwang selbst. „Er ist clever und hat viel Energie, wir haben letzte Saison super zusammengearbeitet. Wir werden sehen, wie er und die sportliche Führung planen.“

Beschlossen ist allerdings nichts. Denn: RB Leipzig hat für die kommende Saison bereits drei Spieler neu verpflichtet. Bisher steht mit Dayot Upamecano nur ein Abgang fest. Derzeit käme der Bundesligist auf eine Kadergröße von 25. Ziel seien laut Geschäftsführer und Sportdirektor Oliver Mintzlaff allerdings 21. Der eine oder andere Weggang wird also noch erfolgen.