24. Januar 2022 / 13:33 Uhr

Bleibt Schmadtke in Wolfsburg? "Die Dinge werden im Februar entschieden werden müssen"

Bleibt Schmadtke in Wolfsburg? "Die Dinge werden im Februar entschieden werden müssen"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Manager und Sport-Geschäftsführer des VfL Wolfsburg: Jörg Schmadtke.
Manager und Sport-Geschäftsführer des VfL Wolfsburg: Jörg Schmadtke. © Britta Schulze
Anzeige

Beim VfL Wolfsburg steht angesichts der sportlichen Talfahrt vieles auf dem Prüfstand - auch die Zukunft von Jörg Schmadtke und Florian Kohfeldt. Der Manager geht davon aus, dass sich seine Vertragsverlängerung im Februar entscheidet - und hat weiter Vertrauen in die Arbeit des Trainers.

Der Einsatzwille war zu sehen, kämpferisch war's mehr als in Ordnung - aber der Ertrag blieb aus. Das 0:2 am Sonntag bei RB Leipzig hat die Krise des VfL Wolfsburg weiter verschärft. Vier Liga-Partien ohne Tor, elf Pflichtspiele nacheinander ohne Sieg - das ist die Bilanz eines Abstiegkandidaten. Rund um den VfL gibt es viele Fragezeichen, nicht nur für Trainer Florian Kohfeldt, für den das Spiel am Sonntag in einer Woche gegen Fürth zum "Endspiel" wird. Auch die Zukunft von Manager und Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke ist offen, die Verlängerung seines bis Sommer laufenden Vertrages hängt weiter in der Schwebe.

Anzeige

Dass Aufsichtsrats-Chef Frank Witter in der vergangenen Woche Schmadtkes Zukunft offen ließ, ist für den Manager kein Problem. Er sehe Witters Äußerung "positiv", so Schmadtke am Montag. "Ich unterstreiche da alles, was er gesagt hat", allerdings habe seine persönliche Zukunft angesichts der sportlichen Krise "gerade nicht die Bedeutung". Dass nach drei Jahren erfolgreicher Arbeit nun die akute Lage plötzlich seine Zukunft infrage stellen könnte, hält der 57-Jährige für einen "ganz normalen Prozess". Denn: "Ich finde es nicht unnormal, dass man die aktuelle Situation mit in die Betrachtung einbezieht."

Lange wird es nicht mehr dauern, bis eine Schmadtke-Entscheidung fällt. "Die Dinge werden im Februar entschieden werden müssen", so der Manager, der bereits im Dezember erklärt hatte, dass er seinen Vertrag gern bis 2023 verlängern möchte. Jetzt sagt er: "Wir werden eine gemeinschaftliche Entscheidung finden und fällen - zum Wohle dieses Klubs."

Dass man damit nicht warten könne, bis sich sportlich alles geklärt hat, ist klar. Schmadtke: "Die aktuelle sportliche Situation spielt eine Rolle, aber sie ist nicht das alles Überwiegende. Denn sonst könnte man die Entscheidung ja unter Umständen erst Mitte Mai treffen, das wäre für beide Seiten nicht zumutbar, weil dann einfach Dinge liegenbleiben würden. Das geht nicht."

Anzeige

Mit Witter selbst, der innerhalb des Aufsichtsrats als Befürworter einer Schmadtke-Vertragsverlängerung gilt, ist der ehemalige Torwart in regem Austausch. Ob der Ex-VW-Vorstand in seinem Gremium "noch Abstimmungsbedarf hat, weiß ich nicht", so Schmadtke weiter. Bei der Frage nach eventuellen Rücktrittsgedanken schüttelt er den Kopf, sagt aber: "Diese Gleichung würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht aufmachen. Es kann sein, dass ich diese Frage zu einem späteren Zeitpunkt anders beantworten würde." Und er gab zu: "Die aktuelle Situation ist belastend, auch für mich."

Mehr zum VfL Wolfsburg

Fürth hat "Endspielcharakter"

Nachvollziehbar - denn in der Liga holte der VfL aus den letzten neun Spielen nur zwei von möglichen 27 Punkten, der Relegationsrang ist nur noch zwei Zähler entfernt. Immer schwächer wird da der Trost, den sichtbare Leistungssteigerungen in einzelnen Bereichen noch bieten können. "Hat man Scheiße an den Füßen, läuft es einfach scheiße", sagte Mittelfeldmann Maximilian Arnold nach der Leipzig-Niederlage. Die Bedeutung der kommenden Partie gegen Fürth wird nun fast erdrückend groß. "Dass dieses Spiel einen Endspielcharakter hat, will ich nicht verhehlen", so Schmadtke. "Aber nicht für den Trainer, sondern für alle. Denn dieses Spiel wird maßgeblich Einfluss nehmen auf den Rest der Saison."

Diesen Rest will Schmadtke mit Trainer Kohfeldt bestreiten - und lehnt eine Was-wäre-wenn-Diskussion für den Fall einer erneuten Niederlage ab. Er sagt stattdessen: "Ich glaube schon, dass der Weg, den wir in diesem Jahr eingeschlagen haben, der richtige ist und in die richtige Richtung zeigt. Nichtsdestotrotz müssen Ergebnisse her, das wissen wir schon. Unser Vertrauen in den Trainer, in den Trainerstab und in diese Mannschaft ist noch nicht gebrochen."

Dass solche Sätze ein begrenztes Haltbarkeitsdatum haben, ist dem erfahrenen Manager klar. Denn irgendwann sei "die richtige Richtung nicht mehr entscheidend, irgendwann müssen wir die Dinge über die Ziellinie bringen." Und seine Hoffnung, dass das mit Kohfeldt gelingt, sei ungebrochen: "Weil ich von dem Trainer sehr überzeugt bin. Ich sage das nicht, weil ich das sagen muss - sondern weil ich wirklich diese innere Überzeugung habe!"

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.