17. Januar 2021 / 12:49 Uhr

Bleibt Gerhardt in Wolfsburg? Glasner kämpft um seinen Aushilfs-Zehner

Bleibt Gerhardt in Wolfsburg? Glasner kämpft um seinen Aushilfs-Zehner

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL-Trainer Oliver Glasner würde sich freuen, wenn Yannick Gerhardt seinen Vertrag verlängert
Wünscht sich, dass er in Wolfsburg bleibt: VfL-Trainer Oliver Glasner lobte nach dem 2:2 gegen Leipzig Mittelfeldmann Yannick Gerhardt (M.). © Roland Hermstein
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Beim 2:2 am Samstag gegen RB Leipzig wusste Wolfsburgs Yannick Gerhardt erneut zu überzeugen - und er hat wieder einmal Werbung in eigener Sache betrieben. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Bleibt er beim VfL?

Jeweils 90 Minuten bei den Siegen gegen Stuttgart (Liga) und gegen Sandhausen (Pokal), 71 Minuten beim 0:2 im ersten Spiel des neuen Jahres in der Liga bei Borussia Dortmund auf dem Platz, 90 Minuten bei Union, 90 am Samstag beim 2:2 gegen RB Leipzig, in denen Yannick Gerhardt einer der besten VfLer war. Der laufstarke Mittelfeldspieler war an beiden Toren des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten beteiligt, das erste von Wout Weghorst bereitete er mit einer Top-Flanke vor. Kurzum: Gerhardt betreibt Werbung in eigener Sache, denn im Sommer läuft sein Vertrag aus.

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Gerhardt im Fokus! Der VfL will mit dem Mittelfeldmann, der 2016 aus Köln gekommen war, verlängern. Welche sportliche Perspektive kann ihm Oliver Glasner bieten? "Das werde ich mit ihm im Detail besprechen, aber ich denke, die größte Perspektive, die er hat, ist, dass er jetzt spielt und dass sich jeder Einzelne in der Mannschaft nach vorn entwickelt", so der Trainer. "Ich sehe viele Pluspunkte, die für uns sprechen."

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Glasner wünscht sich, dass Gerhardt, der auch bei seinem Ex-Klub 1. FC Köln und bei Hertha BSC ein Thema ist, in Wolfsburg bleibt. Gerhardt ist nicht abgeneigt, hätte sich aber von Glasner in den vergangenen Wochen mehr Spielzeit gewünscht. Zwischen dem Verein und der Gerhardt-Seite sind die Dinge besprochen, der VfL will mit Gerhardt verlängern, denn: "Yannick hat sehr, sehr gute Leistungen gebracht, deswegen spielt er ja. Als er von der Mannschaft gebraucht wurde, war er da", lobt Glasner den Aushilfs-Zehner


"Jörg Schmadtke und ich haben uns in den nächsten zehn Tagen verabredet", nennt Gerhardt-Berater Stephan Engels den Fahrplan, den er mit dem VfL-Manager besprochen habe. Dann sei mit einer Entscheidung in Sachen Gerhardt-Zukunft zu rechnen. Engels: "Am Ende muss Yannick entscheiden, welcher Weg für ihn der beste ist."

Weil Admir Mehmedi und Maximilian Philipp zuletzt beide mal gefehlt haben oder nicht ganz fit waren, hatte Glasner auf Gerhardt als Zehner gesetzt. Gegen Leipzig waren Mehmedi und Philipp zwar wieder zurück, aber es spielte erneut Gerhardt. Glasner erklärte das so: "Weil er laufstark ist und gute Laufwege in die Tiefe hat." Mit fast zwölf Kilometern war er gegen RB nun Wolfsburgs laufstärkster Spieler, der nach nicht ganz so gutem Start in der 22. Minute im Blickpunkt stand, als er Weghorst mit einer präzisen Flanke das zwischenzeitliche 1:1 servierte. Auch der Pass zur späteren zwischenzeitlichen Führung durch Renato Steffen kam von Gerhardt. Und kurz vorm Ende fast der dritte Assist, doch Weghorst verpasste das Zuspiel in den Leipziger Strafraum knapp. Einzig in Sachen eigener Abschluss habe Gerhardt "noch Luft nach oben". Das jedoch wisse er, so der Coach. Sowohl in Dortmund als auch im Duell mit Union hätte Gerhardt treffen können, wenn nicht gar müssen.

Gegen Leipzig lieferte er Vorlagen und meinte zur Partie: „Nach dem Spiel müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. In der zweiten Halbzeit hatte Leipzig mehr von der Partie und druckvolle Szenen nach vorn. Schade, dass es uns nicht gelungen ist, an die erste Halbzeit anzuknüpfen. Der Druck wurde immer größer, aber wir hätten in der einen oder anderen Szene mehr für Entlastung sorgen müssen. Am Ende kann man aber mit dem Remis ganz gut leben.“