27. Mai 2020 / 11:06 Uhr

Blick zurück: Tresenwald holt 1999 im Endspurt den Titel in der Muldentalliga

Blick zurück: Tresenwald holt 1999 im Endspurt den Titel in der Muldentalliga

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Meister Tresenwald 98-99_2
Meister SV Tresenwald stieg in die Bezirksklasse auf - und ein weiteres Jahr später in die Bezirksliga. © Bettina Finke
Anzeige

Die Muldental-Liga gewann in der Saison 1998/99 der neu gegründete SV Tresenwald Machern. Am Ende war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem SSV Thallwitz, welches sich erst am vorletzten Spieltag entschied.

Anzeige
Anzeige

Grimma/Wurzen. Im ersten Spieljahr Muldental-Liga der Fußballer (1994/95) fiel die Entscheidung am letzten Spieltag. Der FSV Brandis sicherte sich die Trophäe mit einem 2:1 beim SV Großbardau. Mit einem Zähler Rückstand belegte der TSV Großzschepa Platz zwei.

In den nächsten beiden Saisons eroberten der Otterwischer SV und der SV 1919 Grimma II den Titel vorzeitig. 1998/99 wurde die Meisterschaft zum Saisonausklang im direkten Duell Gastgeber Blau-Weiß Altenhain gegen den Hohnstädter SV entschieden. Die fünfte Auflage gewann die Vertretung des neu gegründeten SV Tresenwald Machern. Vizemeister SSV Thallwitz war es zu verdankten, dass der Titelkampf erst am vorletzten Spieltag entschieden wurde. Der SV Klinga-Ammelshain (3.) kam zu spät in die Gänge. Die Aufsteiger SVS Püchau und BW Altenhain II kämpften vergeblich gegen den Abstieg.

SV Sachsen Püchau_2
Nach dem sofortigen Wiederaufstieg ging die vierjährige Muldentalliga-Ära des SV Sachsen Püchau (blau) - hier gegen Hohnstädt - zu Ende. © Bettina Finke
Anzeige

Inzwischen hatte sich auch über die Grenzen des Muldentalkreises hinaus die Muldental-Liga der Herren einen Namen gemacht. Das war sicherlich auch ein Grund, warum es den Verantwortlichen in einigen Vereinen gelang, Spieler anzulocken, die schon weitaus höherklassig im Einsatz waren.

Thallwitz am 22. Spieltag noch punktgleich

Da diese Mannschaften von Trainern betreut wurden, die ihr Handwerk verstanden, zum Teil einst selbst erfolgreich waren, hingen die MTL-Trauben sehr hoch. Und so kam die Zeit der Überflieger, kickten Truppen in der höchsten Spielklasse auf Kreisebene, die eigentlich aufgrund ihrer Leistungsstärke dort gar nichts zu suchen hatten. Zuerst verabschiedete sich der SV Tresenwald aus der höchsten Kreisspielklasse.

Wäre in der Saison 1998/99 der SSV Thallwitz nicht gewesen, hätte der SV Tresenwald, der einige Rekorde brach (156 Saisontore, nur 17 Gegentreffer, 82 Punkte von 90 möglichen und mit einem 16:0 den höchste Muldentalliga-Saisonsieg , erzielt zu Hause gegen den SV Trebsen), relativ schnell die Meisterschaft feiern können.

Doch den Lossataler Kickern war es gelungen, auf dem Rasen des Gerichshainer Sportplatzes die Tresenwalter im Hinspiel zu bezwingen. Und da die Thallwitzer Ausrutschern bis weit in die zweite Spielhälfte aus dem Wege gingen, lagen sie zwischenzeitlich sogar vorn, waren am 22. Spieltag noch punktgleich mit dem späteren Sieger.

Tresenwald profitiert von Klingaer Sieg

Doch als im nächsten Punktekampf der direkte Vergleich gegen die Gäste vom Tresenwald 0:3 verloren wurde, übernahmen die SVT-Kicker die Tabellenführung. Die Treffer in diesem vorentscheidenden Meisterschaftsmatch erzielten René Schneider, Tobias Hempel und Thomas Richter.

Erst am 29. von 30 Spieltagen stand nach dem 4:0-Sieg auf dem Hohnstädter Sportplatz der Tresenwalder Aufstieg und Gewinn des Meistertitels unter Trainer und Chemie-Legende Manfred Walter fest. Profitiert hatte der spätere Meister vom Klinga-Ammelshainer 4:2-Sieg in Thallwitz.

Mehr zu Muldental

Die an die SVT-Mannschaft gestellten Erwartungen wurden mit 27 Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen – insgesamt 82 Punkte – erfüllt. Letztlich konnten die Mannen des SSV Thallwitz, die auch nur zwei Spiele verloren, aber dreimal Unentschieden spielten, mit 78 Zählern Zweiter werden.

Vier Spieler, die in allen 30 Begegnungen mitwirkten

Wesentlichen Anteil am späten Zeitpunkt des Titelgewinns von Richter und Co. hatte auch FA Wurzen II. Das Team, dass gegen den Überflieger Tresenwald sogar die bessere Saisonbilanz aufweisen konnte. Der SV Tresenwald verlor das Heimspiel gegen Thallwitz mit 1:2 und beim ATSV FA Wurzen II mit 2:3. Im Heimspiel gab es nur ein 3:3 gegen die FA-Muldestädter.

Der SV Tresenwald hatte vier Spieler, die in allen 30 Begegnungen mitwirkten. Das waren Michael Pfennig, David Lochasz, René Schneider und Thomas Richter, der 43-mal traf. Und sich am letzten Spieltag im Spiel gegen Brandis mit seinen Toren zum 1:0, 3:0, 4:1 vor Michael Röse (40), der am letzten Spieltag beim 2:0 gegen Trebsen nur einmal netzte, die Torjägerkrone sicherte.

Tresenwalds ärgster Verfolger, der SSV Thallwitz, spielte in der ersten Halbserie zweimal nur Remis (Großzschepa 0:0/H und FA Wurzen II 1:1/A), konnte aber in der Rückrunde auf eigenem Platz gegen Tresenwald (0:3) und Klinga-Ammelshain (2:4) sowie beim 3:3 in Brandis den Verlust von acht Punkten nicht verhindern. Hinter diesen beiden Mannschaften klaffte eine Lücke.

Leistungsschub durch Neuverpflichtungen

Doch es wurde schon in diesem Spieljahr offenkundig, dass der Weg in der Saison 1999/00 über den SV Klinga-Ammelshain in den Fußball auf Bezirksebene führen wird.

Denn eine enorme Steigerung der „Autobahner“ in der zweiten Halbserie – nur eine 0:4-Niederlage gegen Tresenwald stand zu Buche – war unübersehbar. Kein Wunder, die Neuverpflichtungen, ermöglicht durch einen finanzstarken Sponsor, sorgten für diesen deutlichen Leistungsschub.

Mehr zu Muldental

Beim Pokalendspiel auf Großbardaus Sportplatz, das von Klinga-Ammelshain 5:1 gegen den SV 1919 Grimma II gewonnen wurde, bekamen die Aufstiegskonkurrenten des nächsten Spieljahres das Schaudern. Der Bezirksklasse-Absteiger SV 1919 Grimma II landete auf Platz vier. Aufgrund des vorhandenen Spielerpotenzials hätte bei besserer Koordinierung der Aktiven zwischen Ersten und Zweiter aber wesentlich mehr herausspringen können.

Püchau und Altenhain II kämpfen vergeblich

Beim FSV Brandis, bei dem in einer Schublade ein Schriftstück mit Wiederaufstiegsplänen lag, musste erkannt werden, dass es mit Bezirksklasseluft schnuppern noch eine Weile dauern wird. Denn zu deutlich war der Rückstand zu den an der Aufstiegstür der nächsten Saison klopfenden Teams. Und an der Autobahn in Klinga sagten weitere Spieler zu.

Der ATSV FA Wurzen II spielte eine durchwachsene Saison. Der Falkenhainer SV hatte auch mit dem Abstieg schnell nichts mehr zu tun – aber auch nicht mit dem Aufstieg. Dem TSV Blau-Gelb Großzschepa war es gelungen, sich schnell zu fangen, wohingegen der Hohnstädter SV von zwei auf neun abrutschte. Der Eisenbahnersportverein Lok Beucha, der SV Machern, der SV Belgershain und der SV Aufbau Lüptitz hatten den Anschluss zur Verfolgergruppe verloren. Sie gerieten aber nie in Gefahr, von der Gruppe der abstiegsgefährdeten Teams eingeholt zu werden.

Der Wiederaufsteiger SVS Püchau und BW Altenhain II kämpften vergeblich gegen den Abstieg. Doch fast hätte Püchau doch noch die Klasse gehalten. Denn das 3:3 ausgegangene Punktspiel gegen BW Altenhain II bekam Püchau durch das Sportgericht als gewonnen gewertet. Die Folge: Bis auf einen Punkt kam der SVS Püchau an den SV Trebsen ran, der das schlechtere Torverhältnis hatte. Doch für Püchau reichte es nicht mehr.

Tresenwald holte das Triple

Erstaunlich war es, wo Altenhains Zweite Woche für Woche seine Spieler hernahm. Immerhin wurden im Saisonverlauf 44 Aktive eingesetzt. In diesem Spieljahr fand die mit Abstand qualitativ beste Hallenmeisterschaft statt. In der ausverkauften Halle des Sportparks Tresenwald siegte letztlich die mannschaftliche Geschlossenheit der Tresenwalder gegen den Hohnstädter Einzelkönner Ranko Balog, der immer wenn es kritisch zu werden schien, sein Team zum Sieg führte.

Mehr zu Muldental

Mit seinem Trickreichtum brachte er so manchen Gegenspieler zur Verzweiflung. Letztlich gewann – wie schon im Vorjahr Blau-Weiß Altenhain auch – der SV Tresenwald. Er siegte im Endspiel der Hallenmeisterschaft 4:3 gegen Hohnstädt und holte damit das Triple.

Im Gegensatz zum Klinga-Ammelshainer Pokalgewinn musste der SV Tresenwald im Endspiel des Wurzener Fußballbundes auf eigenem Platz mächtig kämpfen, um den SSV Thallwitz mit 1:3 in Hinterhand zu bringen.

lvz/um