18. April 2022 / 18:41 Uhr

Geschenke für Carl Zeiss Jena: Optik Rathenow unterliegt deutlich

Geschenke für Carl Zeiss Jena: Optik Rathenow unterliegt deutlich

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Auf dem Boden der Tatsachen: Optiks Justin Gröger sah am Samstag wenig Land, dafür seine zehnte Gelbe Karte dieser Saison.
Auf dem Boden der Tatsachen: Optiks Justin Gröger sah am Samstag wenig Land, dafür seine zehnte Gelbe Karte dieser Saison. © IMAGO/Picture Point
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Regionalliga Nordost: Lucas Will und Kimby Januario treffen für die unterlegenen Optiker. Justin Gröger sieht seine zehnte Gelbe Karte und fehlt gegen Auerbach gesperrt.

Geschenke gab es am Samstag reichlich in Jena, das konnte niemand in Abrede stellen. Schon vor dem Anpfiff des Regionalligaspiels zwischen dem FC Carl Zeiss und den Optikern aus Rathenow hatte Jenas Fußballtrainer Andreas Patz seinem Kollegen Ingo Kahlisch einen Strauß Blumen mitgebracht. „Sehr nett“ sei das gewesen, befand Kahlisch, „ich habe diesen Strauß stellvertretend für alle entgegengenommen, die bei Optik diese gute Arbeit leisten.“ Auch nach dem Anpfiff blieben die Jenaer gastfreundlich – zumindest in den ersten Minuten. Lucas Will war es vergönnt, Rathenow in Führung zu bringen (6. Minute) und die gute Arbeit Optiks auf dem Rasen dokumentieren zu dürfen; die Gastgeber schienen ein guter zu sein. Allerdings wechselte im weiteren Verlauf eines unterm Strich sehr einseitigen Spiels die Rolle zwischen Geber und Nehmer.

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Die tief im Abstiegskampf steckenden Optiker verteilten etliche Geschenke, die der Tabellenzweite aus Jena dankend annahm. 2:6 (1:4) hieß es am Ende aus Gästesicht, zu allem Überfluss sah Optiks Justin Gröger auch noch seine zehnte Gelbe Karte in dieser Saison und fällt damit für das kommende Abstiegskampf-Duell gegen den VfB Auerbach aus. Jenas Torjäger Fabian Eisele (15. Minute, 30.), Maximilian Wolfram (19., 35.), Maximilian Krauß (57.) und Alexander Prokopenko (88.) trafen für die Heimelf, das zwischenzeitliche 2:5 durch Kimby Januario (70.) fiel nicht mehr ins Gewicht.

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„Das Spiel müssen wir relativ schnell abhaken und unsere Lehren daraus ziehen“, sagte Kahlisch am Ostermontag mit ruhiger Stimme. Erklärungen für die hohe Niederlage trotz eines tollen Starts hatte er da schon parat. „Wir waren nach der Führung zu euphorisch, standen zu offen, die Abstände waren zu groß – und jeder Torschuss oder Kopfball von Jena war drin.“ Verdient sei der Sieg der Gastgeber gewesen – fand auch Jenas Coach Patz. „Wir sind gut zurückgekommen, konzentriert geblieben, ruhig geblieben, im Endeffekt haben wir verdient gewonnen“, erklärte er bei Ostsport.tv.

2668 Zuschauende sahen auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld eine anfangs engagierte Rathenower Mannschaft, die ohne Toptorjäger Jonathan Muiomo offensiv den ersten Stich setzte. Will verwertete den ersten Konter nach Johannes Pistols präziser Vorarbeit. „Ich weiß nicht, ob wir das jetzt immer brauchen“, sagte Patz über den frühen Rückstand seiner Mannschaft. „Es muss nicht sein, die Jungs müssen einfach konzentrierter sein.“ Nach diesem mehr als ordentlichen Beginn hatten die Rathenower nur noch wenig entgegenzusetzen. „Der Gegner verfügt natürlich über eine andere spielerische Klasse, das hat man gesehen“, bewertete Kahlisch die sauber vorgetragenen Jenaer Angriffe. Die ansehnlichen Kombinationen der Gastgeber verwerteten je zweimal Eisele und Wolfram gegen eine Optik-Abwehr, die ihren machtlosen Torwart Lucas Hiemann allzu häufig im Stich ließ.

Ingo Kahlisch: "Waren bei den Kopfballgegentoren zu weit weg“

Glück hatten die Gäste beim 1:4, als Sejdovic den Ball mit der Hand stoppte. Weil der Schiedsrichter die Aktion hinter der Torlinie verortete und somit auf Tor für Jena erkannte, blieb dem Rathenower Mittelfeldspieler eine Rote Karte erspart. Wer weiß, ob die Rathenower in Unterzahl nicht noch den einen oder anderen Treffer mehr kassiert hätten. So begnügten sich die Gastgeber in der zweiten Halbzeit mit lediglich zwei weiteren Toren. „Wir waren bei den Kopfballgegentoren einfach zu weit von den Gegenspielern weg“, monierte Kahlisch.

Beim Schlusspfiff stand Optik-Kapitän Jerome Leroy längst nicht mehr auf dem Feld, Kahlisch hatte ihn zur Pause ausgewechselt. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, begründete der Coach. Der 32-Jährige soll am kommenden Samstag voll einsatzfähig sein. Dann gastiert der punktgleiche Vorletzte VfB Auerbach in Rathenow. „Das ist eines von zwei Endspielen, die wir ziehen müssen“, sagte Ingo Kahlisch am Ostermontag und schob nach: „Diese Heimspiele müssen wir durchbringen!“ Neben dem Duell gegen Auerbach misst der Trainer auch der Begegnung gegen Brandenburg-Kontrahent FSV Union Fürstenwalde am 8. Mai Final-Charakter bei. Fest steht, dass die Optiker in diesen Duellen keine Geschenke verteilen dürfen.