10. Januar 2022 / 09:35 Uhr

Bob-Dominator Francesco Friedrich stellt in Winterberg neue Rekordmarken auf

Bob-Dominator Francesco Friedrich stellt in Winterberg neue Rekordmarken auf

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Alexander Schüller, Candy Bauer, Pilot Francesco Friedrich und Thorsten Margis (v. l. n. r.) freuen sich über den ersten Platz im Vierer.
Alexander Schüller, Candy Bauer, Pilot Francesco Friedrich und Thorsten Margis (v. l. n. r.) freuen sich über den ersten Platz im Vierer. © dpa
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Mit seinem Zweierbob-Sieg schaffte Francesco Friedrich seine insgesamt 100. Podestplatzierung im Weltcup. Im Viererbob legte der 31-Jährige nach und holte vorzeitig die Kristallkugel.

Winterberg/Dresden. Der Pirnaer Bob-Dominator Francesco Friedrich hat in Winterberg seine nächsten Marksteine gesetzt – mit den beiden Erfolgen im Zweier und Vierer hat der Doppel-Olympiasieger nunmehr 65 Weltcup-Siege auf seinem Konto und dazu stand er in seiner bisher einzigartigen Karriere mit dem Sieg im Zweier zum einhundertsten Mal auf dem Podest.

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Friedrich ließ sich nicht irritieren

Im großen Schlitten blieb der 31-Jährige im siebenten Rennen zudem unbesiegt und sicherte sich schon vor dem Weltcup-Finale und der EM am kommenden Wochenende im schweizerischen St. Moritz die Kristallkugel für den Gesamtsieg im Vierer. Im Zweier reicht ihm auf der einzigen Natureisbahn der Welt im Oberengadin eine vordere Platzierung für den Gesamterfolg.

Zunächst hatte der für Oberbärenburg startende Rekordweltmeister im kleinen Schlitten mit Alexander Schüller den zuvor vom deutschen Konkurrenten Johannes Lochner (Stuttgart) aufgestellten Bahnrekord gekontert und verwies Lochner am Ende mit 0,33 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Rang drei ging an den Kanadier Justin Kripps.

Im Vierer ließ sich Friedrich auch nicht vom Schneefall irritieren und siegte mit Schüller, Thorsten Margis und Candy Bauer mit Top-Startzeiten und zweimal Laufbestzeit vor dem Briten Brad Hall (+ 0,42 Sek.) und dem stark fahrenden US-Amerikaner Hunter Church (+0,46). Johannes Lochner kam auf Rang vier, Christoph Hafer (Bad Feilnbach) wurde Zehnter.

Laura Nolte mit viertem Saisonsieg

Trotz aller Bestmarken blieb Francesco Friedrich gewohnt sachlich bei seinem Fazit: „Es war ein gutes Wochenende, aber am Ende nützt uns das alles nichts, wenn wir bei Olympia nicht vorn sind. Wir müssen hochkonzentriert bleiben, in der nächsten Woche gut auf uns aufpassen, dass sich in St. Moritz keiner mehr verletzt.“

In die gleiche Kerbe schlägt auch Friedrichs Heimtrainer Gerd Leopold: Je näher wir Olympia kommen, desto weniger interessieren uns jetzt die Zahlen vom Weltcup. Das sind Bestmarken, die nehmen wir gern mit, mehr aber nicht.“ Wie auch Bundestrainer René Spies verweist auch Leopold darauf, dass die ausländische Konkurrenz kurz vor den Spielen in Peking immer stärker wird. „Die Gegner haben aufgeholt. Die Amerikaner haben sogar nochmal neue Top-Anschieber eingeflogen. Deshalb können wir uns keinesfalls zurücklehnen“, warnt Leopold, der hinsichtlich des Materials meint: „Mit dem Vierer sind wir im Wesentlichen klar, die Tendenzen im Zweier waren noch nicht ganz das Optimale, da müssen wir nochmal ran.“


Bei den Frauen feierte die Winterbergerin Laura Nolte nach Rang drei im Monobob ihren vierten Saisonsieg im Zweier. Mit ihrer Olympia-Anschieberin Deborah Levi verwies sie Teamkollegin Kim Kalicki (Wiesbaden) auf Platz zwei. Dritte wurde die US-Pilotin Kaillie Humphries. Zweierbob-Olympiasiegerin Mariama Jamanka patzte im Zweier im ersten Lauf am Start mit Deutschlands schnellster Sprinterin Alexandra Burghardt. Beide waren zu weit gelaufen und wurden auf Rang elf durchgereicht. Im zweiten Durchgang konnte das Duo mit der viertbesten Zeit noch auf Rang neun vorfahren.