28. September 2020 / 10:33 Uhr

DHB-Boss Bob Hanning über Zuschauergelder im Handball: "Die wichtigsten Einnahmen der Vereine"

DHB-Boss Bob Hanning über Zuschauergelder im Handball: "Die wichtigsten Einnahmen der Vereine"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes und Manager des Bundesligisten Füchse Berlin, hat in der Corona-Krise die Wichtigkeit von Zuschauereinnahmen für die Vereine betont.
Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes und Manager des Bundesligisten Füchse Berlin, hat in der Corona-Krise die Wichtigkeit von Zuschauereinnahmen für die Vereine betont. © imago images/Camera 4
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Bob Hanning hat in der Corona-Krise die Bedeutung von Zuschauereinnahmen für die Handball-Klubs hervorgehoben. Diese seien "mit dem Spieltags-Sponsoring die wichtigsten Einnahmen der Vereine", sagte der DHB-Vizepräsident dem "Kicker". Bei den TV-Geldern zog er einen Vergleich zum Fußball.

Bob Hanning hat die Bedeutung von Zuschauereinnahmen in der Coronavirus-Pandemie für die Handballklubs hervorgehoben. Diese machten 25 bis 30 Prozent des Gesamtetats eines Bundesligisten aus und seien "mit dem Spieltags-Sponsoring die wichtigsten Einnahmen der Verein", erläuterte der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB) und Manager des Bundesligisten Füchse Berlin in einem Interview des Kicker. Bei den Fernsehgeldern bemühte Hanning einen Vergleich mit den Summen, die im Fußball fließen: "Die Fernsehgelder für die ganze Saison im Handball sind in etwa so hoch wie die Prämien für die erste Runde im DFB-Pokal."

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Start der neuen Bundesliga-Saison am 1. Oktober

Insgesamt stehe einem erfolgreichen Neustart des deutschen Profihandballs mit Blick auf die am 1. Oktober beginnende neue Saison nichts mehr im Wege, meinte Hanning. Nach aktuellem Stand dürfen dann bis zu 2100 Fans in die Hallen, nachdem die vergangene Saison abgebrochen und THW Kiel zum deutschen Meister erklärt worden war. "Meine Grundhaltung ist bekannt, ich hätte gerne die vergangene Saison zuende gespielt, aber da habe ich mich natürlich der Mehrheit gebeugt", betonte Hanning, der den Beschluss, die neue Spielzeit am 1. Oktober starten zu lassen, mittrug.

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Zu der möglicherweise variierenden Verteilung der Zuschauer je nach Standort und lokalem Infektionsgeschehen sagte der 52-Jährige: "Ich freue mich für jeden Fan, der, egal wo, in die Hallen darf, denn er bedeutet den mittelfristigen Weg zurück in die Normalität. Als Erstes müssen wir Sicherheit anbieten." Man müsse jede Entscheidung individuell betrachten, für jede Halle, für jede Stadt, für jedes Bundesland. " 20 Prozent aller Plätze nutzen zu dürfen, ist ein guter Start, aber es darf keinen Neid geben, wenn einer mal mehr als der andere in die Halle lassen darf."

DHB-Boss Hanning wirbt für hohe Ziele

Ob alle Erst- und Zweitligisten die Saison wirtschaftlich könne er noch nicht sagen, so Hanning: "Dafür ist es viel zu früh. Wir müssen nur gegenseitig auf uns aufpassen und persönliche Interessen hinten anstellen, damit wir es schaffen." Zudem warb Hanning dafür, die WM im Januar in Ägypten zu nutzen, "um den Handball zu positionieren". Der Funktionär rechtfertigte die von ihm ausgerufenen ambitionierten Ziele, dass Deutschland bei den um ein Jahr auf 2021 verlegten Olympischen Spielen in Tokio Gold und auch bei der WM eine Medaille holen müsse. "Man darf die Messlatte nicht immer zu tief legen, sondern muss sich dann auch mal eingestehen, dass man vielleicht zu hoch gegriffen hatte, aber nur mit hohen Zielen kommt man weiter", sagte Hanning. Beim der EM 2020, dem bislang letzten großen Turnier, hatte Deutschland als Fünfter das Halbfinale verpasst. Der DHB trennte sich daraufhin von Bundestrainer Christian Prokop und verpflichtete den Isländer Alfred Gislason als dessen Nachfolger.

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