15. April 2021 / 10:00 Uhr

Bob-Rekordweltmeister Friedrich und sein Team waren Corona-positiv

Bob-Rekordweltmeister Friedrich und sein Team waren Corona-positiv

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Friedrich
Francesco Friedrich ist froh, sich nicht während der Saison angesteckt zu haben. © dpa
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Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich und sein Team hatten sich nach der Saison mit dem Corona-Virus infiziert. Alle hatten während der Quarantäne leichte Symptome aufgezeigt. Nun ist die Truppe aber wieder genesen.

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Dresden. Den ganzen Winter über ist die deutsche Bob- und Skeletonmannschaft ohne nennenswerte Fälle durch die Corona-Pandemie gekommen. Nach strengen Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen mit unzähligen Tests bildeten Sportler, Trainer und Betreuer eine sogenannte „Blase“. So konnten die Weltcups in Europa und zum Abschluss die Weltmeisterschaft Mitte Februar in Altenberg sicher über die Bühne gehen. Lokalmatador Francesco Friedrich stieg mit der Titelverteidigung im Zweier und Vierer und damit seinen WM-Erfolgen Nummer zehn und elf zum Rekordweltmeister auf.

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Bevor sich der 30-Jährige mit seinen Anschiebern in die verdiente Ruhepause verabschieden konnte, ging es im März noch einmal für Materialtests nach La Plagne (Frankreich). Wie der Doppel-Olympiasieger in dieser Woche öffentlich machte, kam der Schock nach der Rückkehr, als nicht nur bei ihm, sondern auch bei seinen Teamgefährten und Co-Bundestrainer Gerd Leopold alle PCR-Tests ein positives Ergebnis anzeigten.

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„Es war für uns schon überraschend und ein kleiner Schock, da vor der Abreise alle negative PCR-Tests vorweisen konnten, wir uns ja wirklich die ganze Saison über vorbildlich verhalten und geschützt haben. Natürlich haben sich alle sofort in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Wir hatten alle ungefähr gleiche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Husten, auch der Geruchs- und Geschmackssinn war für einige Tage weg. Und man fühlt sich schlapp“, berichtet Leopold.



Spätfolgen lassen sich nicht ausschließen

Inzwischen sind vier Wochen vergangen und die Mannschaft des Pirnaer Bob-Piloten sowie auch Leopold waren am Mittwoch zur umfassenden Untersuchung im Dresdner Uniklinikum. „Die Belastungs-EKGs haben gezeigt, dass wir alle wieder fit sind, auch beim Herz-Ultraschall gab es keine Auffälligkeiten“, berichtet der Trainer, der höchstens ab und zu noch etwas mehr Müdigkeit als sonst verspürt.

Wie die Leiterin der Abteilung Sportmedizin, Heidrun Beck, in diesem Zusammenhang erklärte, ließen sich jedoch Spätfolgen derzeit noch nicht ausschließen, da es noch keine wissenschaftlichen Studien zu Corona-Fällen im Leistungssport gebe. Man begleite die Athleten nach überstandener Infektion und sammle Erfahrungen. Im Dezember seien viele Bundeskader betroffen gewesen, allerdings ohne schwere Verläufe. Das Beispiel der Olympiazweiten im Kanurennsport, Steffi Kriegerstein, die ebenfalls im Dezember an Corona erkrankt war, zeigt, dass sie sich auch Monate später noch sehr schwertut, ins Training zurückzukehren. Tokio wird sie verpassen.

Die Bob-Athleten hoffen, dass sie von solchen Nachwirkungen verschont bleiben. „Am Montag wollen wir wieder ins Training einsteigen. Wir beginnen natürlich erst mal mit Herz-Kreislauf-Training, also Laufen oder Fahrradfahren und mit allgemeiner Kraft“, sagt Leopold. Ab Anfang Mai bittet er dann stets einmal in der Woche nach Riesa zum Starttraining. „Wir sind gerade dabei, eine der Startstrecken neu zu bauen“, so der Coach, der auch Richard Oelsner dabei mehr einbeziehen will. Der ehemalige Junioren-Weltmeister und WM-Fünfte verpasste die WM im Februar wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade. Am 24. Mai steht dann schon das erste Trainingslager in Kienbaum an. „Wir müssen Gas geben, denn am 5. Oktober soll es nach Peking zu dreiwöchigen Tests auf der Olympiabahn von Peking gehen“, blickt Leopold schon voraus.

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