23. Mai 2021 / 19:34 Uhr

Bochum und Fürth nach Aufstieg im Freudentaumel - Kleeblatt-Coach Leitl lässt Zukunft offen

Bochum und Fürth nach Aufstieg im Freudentaumel - Kleeblatt-Coach Leitl lässt Zukunft offen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Grenzenloser Jubel beim VfL Bochum, der in die Bundesliga aufsteigt. In Fürth steht Trainer Stefan Leitl trotz Aufstiegs vor einer unklaren Zukunft.
Grenzenloser Jubel beim VfL Bochum, der in die Bundesliga aufsteigt. In Fürth steht Trainer Stefan Leitl trotz Aufstiegs vor einer unklaren Zukunft. © IMAGO/foto2press/Getty/Montage
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Sie haben es direkt ins Oberhaus geschafft: Der VfL Bochum und die SpVgg Greuther Fürth werden in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen. Die Freude bei beiden Teams nach Abpfiff war grenzenlos - Bochum durfte sogar mit der Meisterschale feiern. Kleeblatt-Trainer Stefan Leitl trübt mit einer Aussage allerdings etwas die Stimmung.

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Am Ende brachen alle Dämme: Nach 1971, 1994, 1996, 2000, 2002 und 2006 hat der VfL Bochum wieder den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Mit dem 3:1 (1:0)-Sieg am letzten Spieltag gegen den SV Sandhausen machte der Ruhrpott-Klub alles klar. Wilde Tänze auf dem Rasen, Partystimmung bei den Fans vor dem Stadion - und überglückliche Spieler. Das gab es auch in Fürth. Mit einem grandiosen 3:2 (0:1) gegen Fortuna Düsseldorf erzwang das Kleeblatt den Sprung auf Platz zwei - und überholte damit Holstein Kiel, das mit 2:3 gegen den SV Darmstadt verlor. Auch rund um den Ronhof gab es kein Halten mehr: Auf dem Rasen lagen sich die Fürther in den Armen, außerhalb des Stadions flippten Hunderte Fans aus, die ihr Team während der 90 Minuten unterstützt hatten.

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Und die Spieler und Verantwortlichen beider Teams waren überglücklich: "Heute wird keiner mehr schlafen. Wir machen nur Party und geben Vollgas", jubelte Bochum-Profi Gerrit Holtmann bei Sky. Im Ruhrstadion trafen für den VfL Milos Pantovic (29. Minute), Kapitän Anthony Losilla (78.) und Robert Zulj (87.). Sandhausens Kevin Behrens glich in der zweiten Halbzeit zwischenzeitlich aus (60.). "Es ist unbeschreiblich, erste Liga zu spielen. Dafür hat es sich gelohnt", sagte Torjäger Simon Zoller. "Das ein oder andere Bierchen wird schon laufen. Das haben wir uns auch verdient." Der Stürmer lobte vor allem seine Mannschaft: "Durch die Corona-Pause im letzten Jahr ist etwas entstanden. Wir sind ein Super-Team."

Erstmalig in der Bundesliga mit dabei sein wird Kapitän Losilla: Der 35-Jährige absolvierte er 287 Pflichtspiele in der 2. Liga. Jetzt der Aufstieg. "Das ist einfach geil. Ich habe so lange gewartet, in die Bundesliga zu gehen. Jetzt schaffe ich es mit meinem Verein. Ich habe keine Worte dafür. Ich bin einfach stolz auf diese Mannschaft", so der Franzose. Teamkollege Robert Zulj ergänzte: "Wir haben vorne und hinten unglaublich als Mannschaft agiert. Über allem steht der Teamspirit. Wir hatten alle Gänsehaut."



Leitl auch künftig Fürth-Trainer? Coach lässt Zukunft offen

Das gilt auch für alle Fans des Kleeblatts aus Greuther Fürth. Auch in Franken feierten Anhänger am Stadion. Der Tabellendritte Fürth lag gegen Fortuna Düsseldorf bereits mit 0:1 und 1:2 zurück und spielte zudem nach dem Platzverweis für Anton Stach fast eine Halbzeit in Unterzahl. Julian Green gelang in der 69. Minute das 2:2, Dickson Abiama erzielte sogar noch den Siegtreffer für die Gastgeber (83.). Damit zogen die Franken mit 64 Punkten noch an Kiel (62) vorbei auf Rang zwei. "Das Spiel hat heute unseren Charakter gezeigt", zeigte sich Trainer Stefan Leitl nach dem Aufstieg begeistert. "Was die Jungs da geleistet haben, ich habe de keine Worte für." Branimir Hrgota fügte hinzu: "Der Teamgeist ist da - nur deswegen sind wir Aufsteiger. Das Gefühl ist unmenschlich."

Dennoch trübte eine Aussage von Coach Leitl etwas die Freude der Anhänger. Der 43-Jährige, der unter anderem auch bei Werder Bremen ein Trainer-Kandidat sein soll, ließ seine Zukunft in Fürth offen. "Ich muss jetzt erstmal die Emotionen sacken lassen. Die Saison hat brutal viel Kraft gekostet", so Leitl, der sich auch nach mehrmaliger Nachfrage nicht auf eine Zukunft beim Kleeblatt festlegen wollte. "Wir müssen die Saison analysieren. Ich möchte das mit meiner Familie besprechen." Fürth könnte so ausgerechnet nach dem Aufstieg ein großer Umbruch bevorstehen: Mit David Raum (TSG Hoffenheim), Sebastian Ernst (Hannover 96) und Paul Jaeckel (Union Berlin) stehen bereits drei (jeweils ablösefreie) Abgänge fest.