10. September 2019 / 15:04 Uhr

Bochums Kapitän Losilla will ehemaligen Mitspieler Fiel und Dynamo Dresden überraschen

Bochums Kapitän Losilla will ehemaligen Mitspieler Fiel und Dynamo Dresden überraschen

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Haben eine gemeinsame schwarz-gelbe Vergangenheit:  Cristian Fiel und Anthony Losilla (l.).
Haben eine gemeinsame schwarz-gelbe Vergangenheit: Cristian Fiel und Anthony Losilla (l.). © imago images
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Einst waren Anthony Losilla und Cristian Fiel Teamkollegen. Vor dem Wiedersehen am Sonntag hofft "Toto", dass er mit dem Tabellenvorletzten Bochum bei den Schwarz-Gelben den ersten Saisonsieg landen kann.

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Bochum/Dresden. Bei Dynamo Dresden war er bis zum Abstieg 2014 zwei Jahre lang Leistungsträger, seither geht er beim VfL Bochum auch in schwierigen Zeiten voran: Der Franzose Anthony Losilla ist eines der bekanntesten Gesichter der Blau-Weißen. Im SPORTBUZZER-Interview spricht der Mittelfeldakteur über das Lebensgefühl im „Pott“, seinen ehemaligen Mitspieler Cristian Fiel, den neuen VfL-Trainer Thomas Reis und den größten Bochumer Fan überhaupt: Herbert Grönemeyer.

Vor fünf Jahren sind Sie von Dresden nach Bochum gewechselt und dem Verein treu geblieben. Was gefällt Ihnen beim VfL besonders, was am Leben im fußballverrückten „Pott“?

Anthony Losilla: Die Menschen hier im Ruhrgebiet sind sehr direkt, allerdings auf eine herzliche Art. In Bochum und beim VfL wird es einem leicht gemacht mit dem Ankommen. Man ist sehr schnell integriert. Und im Ruhrpott ist Fußball fast so etwas wie Religion, da kommt man nicht drum herum. In dem Punkt ähneln sich Bochum und Dresden sehr.

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Mittlerweile sind Sie sogar Kapitän. Können Sie eigentlich Herbert Grönemeyers Hymne Strophe für Strophe mitsingen?

Selbstverständlich. Habe ich neulich auch unserem Angreifer Silvère Ganvoula beigebracht, der das zur Freude unserer Fans bei der Saisoneröffnung live auf der Bühne gesungen hat. In einem wunderbaren deutsch-französischen Mischmasch. Herbert Grönemeyer hätte es gefallen… (lacht)

Wie oft kommt „Herbie“ eigentlich noch zum VfL, um dessen Doppelpässe zu bewundern?

Das letzte Mal war er im Frühjahr da, als wir 3:2 gegen Greuther Fürth gewonnen haben. Er hat vor dem Spiel live „Bochum“ gesungen, ein ganz großer Moment. Das Siegtor fiel dann in letzter Sekunde, während Herbert live für Amazon kommentierte. Er ist förmlich am Mikrofon ausgerastet! Vielleicht kommt er zum Pokalspiel gegen die Bayern vorbei. Ihn und Hermann Gerland verbindet ja eine Freundschaft.

Ihr Vertrag läuft noch ein Jahr, sie sind jetzt 33. Können Sie sich vorstellen, Ihre Karriere in Bochum zu beenden?

Natürlich. Es wäre schön, wenn es so käme. Aber wie immer im Fußball gilt: Man weiß nie…

Haben Sie schon Pläne für die Zeit nach der Profi-Laufbahn?

Am liebsten würde ich spielen, bis ich 50 bin. Ich befürchte allerdings, dass das keine reelle Option ist. Aber dass ich mich aufgrund meiner Erfahrung gerne weiterhin im Fußball bewegen möchte, ist auch klar.

Ihr ehemaliger Mitspieler Cristian Fiel ist Trainer geworden. Ist das auch eine Option für Sie?

Das wäre eine Möglichkeit. Eine andere wäre, irgendwo im administrativen Bereich etwas zu machen. Noch sind meine Gedanken zu der Thematik noch nicht ausgereift, schließlich übe ich aktuell einen wunderbaren Beruf aus, der sehr viel Konzentration erfordert.

Anthony Losilla im Trikot des VfL Bochum.
Anthony Losilla ist beim VfL Bochum zum Kapitän aufgestiegen. © imago images / MIS
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Wie haben Sie die gemeinsame Zeit bei Dynamo in Erinnerung?

Die Zeit in Dresden war wunderbar, trotz des sportlich unbefriedigenden Abschneidens. Die Stadt und Dynamo werde ich nicht vergessen.

Können Sie Fiels Handschrift als Trainer erkennen? Wie gefällt Ihnen Dynamos Ballbesitzfußball?

Grundsätzlich finde ich es toll, wenn eine Mannschaft aktiv ist. Das sind wir auch, die druckvolle und spielerische Lösung ist oftmals die beste.

Der VfL wartet noch auf den ersten Sieg. Warum hat es unter Robin Dutt zuletzt nicht mehr nach Wunsch funktioniert?

Manchmal sind es Kleinigkeiten. Gegen Bielefeld haben wir einen 0:2-Rückstand gedreht und dennoch in der Nachspielzeit das 3:3 kassiert – ausgerechnet durch ein Eigentor von mir. Da waren wir dicht dran. Selbst gegen Wehen Wiesbaden, wo wir 0:3 zurücklagen, sind wir zurückgekommen und hatten in letzter Sekunde noch die Chance, das Spiel mit 4:3 zu gewinnen. Das heißt: Mentalität und Einstellung stimmen. Manchmal fehlt einfach auch nur ein bisschen Glück. Ich bin mir sicher, dass wir uns schon bald für den Aufwand, den wir betreiben, belohnen werden. Hoffentlich schon gegen Dresden.

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SG Dynamo Dresden - VfL Bochum (2:2) Zur Galerie
SG Dynamo Dresden - VfL Bochum (2:2) ©

Unter Thomas Reis haben Sie schon gespielt, als er noch Co-Trainer war. Warum ist er jetzt der richtige Mann am richtigen Ort?

Thomas Reis hat hier insgesamt 15 Jahre lang gearbeitet, zuerst als Spieler, später als Co-Trainer, nun als Cheftrainer. Er identifiziert sich zu einhundert Prozent mit dem VfL, kennt die Vereins-DNA, die Mitarbeiter, die Stadt und die Mentalität der Leute hier. Von daher passt es.

Dynamo hatte sich vom Saisonstart auch mehr erhofft. Wie stark schätzen Sie den kommenden Gegner im Ligavergleich ein?

Eine spielstarke Mannschaft, die auf den letzten Metern der Transferperiode auch noch einmal viel Geld für neue Spieler investiert hat. Wie immer in der 2. Bundesliga wird es ein Spiel auf Augenhöhe sein, obwohl Dynamo uns drei Punkte voraus ist.

Der VfL hat am Sonntag nicht nur Heimrecht, sondern durch den Trainerwechsel auch den Überraschungseffekt auf seiner Seite - welchen Stellenwert messen Sie dieser Tatsache bei?

Cristian Fiel hat ja schon gesagt, dass er ein „Überraschungspaket“ erwartet. So etwas ähnliches haben wir ja bei unserem jüngsten Gastspiel in Dresden erlebt, als er der neue Dynamo-Coach war und wir auch nicht genau wussten, was uns erwartet. So wird er sich nun fühlen.

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