20. Mai 2019 / 10:19 Uhr

Boll, Persson und Co. begeistern Dresdner Publikum

Boll, Persson und Co. begeistern Dresdner Publikum

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Altmeister Jörgen Persson bewies auch mit 53 Jahren sein Können am Schläger.
Altmeister Jörgen Persson bewies auch mit 53 Jahren sein Können am Schläger. © Steffen Manig
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Die internationalen Tischtennis-Stars machten auf ihrer Champions Tour in der Dresdner Margon-Arena Station und wurden begeistert gefeiert. 

*Dresden. *In China wird er überall auf der Straße erkannt, in Dresden konnte Tischtennis-Weltstar Timo Boll wenige Stunden vor seinem Auftritt noch unerkannt ein Eis schlecken. Wenig später in der Margon-Arena aber wurde der 38-Jährige natürlich von den rund 650 Zuschauern begeistert gefeiert. Mit fünf weiteren Top-Stars lieferte der deutsche Rekord-Europameister bei der diesjährigen Champions Tour dem Publikum spektakuläre Ballwechsel und so manche witzige Show-Einlage.

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Dabei ist das Programm, dass Boll sowie seine Nationalmannschaftskollegen Ricardo Walther und Ruwen Filus, der schwedische Ex-Weltmeister Jörgen Persson, der Kasache Kirill Gerassimenko sowie der österreichische Mannschafts-Europameister Daniel Habesohn diese Woche zu bewältigen haben, durchaus kräftezehrend. Von Dienstag bis Sonntag gastierten sie in einer anderen Stadt, zelebrierten überall ihren Sport mit Leidenschaft und demonstrierten mit vielen Späßchen ihr Können.

Boll visiert Olympia in Tokio an

„Auf 100 Wettkampftage im Jahr komme ich schon. Aber während die Jungen acht bis zehn Stunden am Tag Training absolvieren, ist es bei mir inzwischen weniger. Ich versuche vor allem, geschmeidig zu bleiben“, verriet der einstige Weltranglisten-Erste mit einem leichten Grinsen. Aber ans Aufhören denkt der Olympia-Zweite zum Glück noch lange nicht: „Es macht mir immer noch viel Spaß. Ich hoffe, es geht noch ein paar Jahre so weiter“, sagte Boll, der im kommenden Jahr die Olympischen Spiele in Tokio fest im Blick hat.


Auch in der Margon-Arena gab er sich keine Blöße. Hatte er im ersten Spiel gegen Mixed-Europameister und Abwehrspezialisten Ruwen Filus kleine Anlaufschwierigkeiten (3:2), setzte er sich im zweiten Match gegen den 14 Jahre jüngeren Gerassimenko mit 3:0 durch. Und auch das Finale gegen Daniel Habesohn war eine klare Angelegenheit für den Superstar. Für Heiterkeit sorgten beide, als sie plötzlich mit zwei der kleinen Zelluloidbälle spielten oder mal eben kurz die Platte verschoben. Die Herzen der Fans flogen vor allem auch dem schwedischen „Altmeister“ Jörgen Persson zu, der sich als echter Spaßvogel erwies. Der inzwischen 53-Jährige, der schon oft in Dresden zu Gast war, arbeitet jetzt als Coach und veröffentlichte im vorigen Jahr sogar eine Autobiografie.

In der Pause vorm Finale standen alle sechs Spieler zur Autogrammstunde zur Verfügung. Die Schlange am Tisch von Timo Boll wollte fast gar nicht abreißen. „Wir versuchen, die Popularität des Tischtennissports weiter voranzubringen. Deshalb spielen wir auch solche Turniere“, betonte Timo Boll, dessen Unterschrift natürlich bei vielen jungen Talenten aus der Region besonders begehrt war. Einige Kids durften sogar zur Eröffnung mit den Stars in die Arena einlaufen. Einer von ihnen war der 13-jährige Rick Liebscher, Sachsenmeister im Doppel von der SG Lückersdorf-Gelenau, der an der Dresdner Sportoberschule lernt. Er begleitete sein großes Vorbild Timo Boll in die Halle. Nach der Siegerehrung ging es für die Stars noch zum Essen und dann direkt weiter nach Feuchtwangen, wo gestern das Finale der Champions Tour stattfand.