02. Juni 2021 / 15:43 Uhr

Bommel für van Bommel: So kommt der neue Wolfsburg-Trainer an

Bommel für van Bommel: So kommt der neue Wolfsburg-Trainer an

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Lustige Reaktionen: So empfing das soziale Netzwerk Mark van Bommel als Trainer des VfL Wolfsburg.
Lustige Reaktionen: So empfing das soziale Netzwerk Mark van Bommel als Trainer des VfL Wolfsburg. © Imago
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Der VfL Wolfsburg hat mit Mark van Bommel seinen neuen Trainer für die kommende Saison vorgestellt. Viele  Fans trauen dem Niederländer diese Aufgabe durchaus zu, aber es gibt auch kritische Stimmen

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Die Buchstaben "MPGA", dazu ein lachendes Emoji mit Herzchen - so kündigte der VfL Wolfsburg schon kurz vor der offiziellen Bestätigung der Mark-van-Bommel-Verpflichtung seinen neuen Trainers an, auf Instagram gab''s fast zeitgleich ein Bild vom VfL-Logo mit Bommeln auf den drei Spitzen des grünen Ws. Als um 12 Uhr dann die endgültige Meldung auf allen Kanälen rausging, gab's sofort Fan-Reaktionen. Tenor: Mark Peter Gertruda Andreas (MPGA) van Bommel und der VfL - das könnte passen. Aber es gibt auch kritische Stimmen.

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Eineinhalb Jahre war van Bommel nun ohne Job, nachdem er im Dezember 2019 bei der PSV Eindhoven gehen musste. Nun also der Schritt zum VfL, der sich seit Wochen angebahnt hatte. "Ich bin gespannt, wie die Zeit mit van Bommel läuft", sagt Wolfsburg-Fan und Dauerkarten-Besitzer Michael Günterberg. "Er ist ein spannender Trainer. Als Spieler hat er eine Siegermentalität ausgestrahlt. Und ich bin überzeugt, dass wir trotz der Dreifach-Belastung in der kommenden Saison eine gute Rolle in der Liga spielen werden." Da schließt sich Lothar Hilmer, Vorsitzender des Fanklubs „Aller-Ohre-Wölfe“, an: "Der Name Mark van Bommel spricht für Qualität. Ich hoffe, dass er die auch in Wolfsburg zeigen kann. Als Spieler war er ein Kämpfer-Typ. Und unser Team hat in der vergangenen Saison gezeigt, dass es kampfbereit ist. Ich denke, dass der VfL mit dem neuen Trainer die richtige Entscheidung getroffen hat."

Darum wechselten die Trainer des VfL Wolfsburg

1997/98: Aufstiegstrainer <b>Willi Reimann</b> wurde im Team respektiert, herzlich war sein Umgang mit den Spielern nie. Nach der Winterpause wurden Risse sichtbar; als die WAZ enthüllte, dass Manager Peter Pander Reimanns Defizite im Umgang mit den Spielern ausgleichen sollte, war der Trainer sauer („Dann kann ich ja hinwerfen“), der VfL nahm die Aussage als Rücktritt. Uwe Erkenbrecher wurde für ein Spiel Interimscoach, dann folgte <b>Wolfgang Wolf</b>, der mit drei 1:0-Siegen in Folge startete. Zur Galerie
1997/98: Aufstiegstrainer Willi Reimann wurde im Team respektiert, herzlich war sein Umgang mit den Spielern nie. Nach der Winterpause wurden Risse sichtbar; als die WAZ enthüllte, dass Manager Peter Pander Reimanns Defizite im Umgang mit den Spielern ausgleichen sollte, war der Trainer sauer („Dann kann ich ja hinwerfen“), der VfL nahm die Aussage als Rücktritt. Uwe Erkenbrecher wurde für ein Spiel Interimscoach, dann folgte Wolfgang Wolf, der mit drei 1:0-Siegen in Folge startete. ©

Auch in den sozialen Netzwerken gibt's Fürsprecher. "Lassen wir uns mal überraschen, was er so bringt. Ich finde, man muss jedem eine Chance geben", schrieb eine Facebook-Nutzerin unter die Trainer-Verkündung auf der VfL-Seite. Ein anderer schrieb: "Gute Verpflichtung. Als Spieler immer einer der besten. Vielleicht brauchen wir so einen." Eine Userin schrieb: "Herzlich Willkommen trotz allem Für und Dagegen. Zeig', was du als Trainer drauf hast. Wenn das so gut ist wie du gespielt hast, dann wird es spannend. Hoffe, dass du von allen respektiert wirst. Ich drücke fest die Daumen."

Aber nicht alle Anhänger sind optimistisch. Ein Twitter-User beispielsweise postete, der Trainerwechsel zu van Bommel werde "auf jeden Fall interessant. Ob es auch erfolgreich wird, ist eine andere Frage." Ein anderer schrieb: "Ein van Bommel, der eineinhalb Jahre raus war, bei seinen bisherigen Trainerstationen nur so mäßig abgeliefert hat und nun mit Michael Frontzeck als Co-Trainer ums Eck kommt - überzeugt mich spontan noch nicht." Bei Facebook hieß es von einem Fan: "Ich bin gespannt. Mark van Bommel war ein herausragender Spieler, aber ob er auch als Trainer erfolgreich sein wird muss er noch beweisen."

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Und es gab diejenigen, die die Verpflichtung van Bommels eher mit Humor nahmen - vor allem bei Twitter. "Spielt van Bommel noch in der Defensive von Bayern? Habe lang nichts mehr von dem gehört...", postete jemand. Ein anderer schrieb wiederum: "Wolfsburg bevorzugt nun halt die kernigen Typen. Mit derselben Expertise entscheide ich, welche Traubensorte ich nicht esse." Ein anderer Twitter-User betonte aber auch, dass es nicht richtig sei, vorschnell zu urteilen. "Großartig, wie van Bommel belächelt wird. Chapeau! Hat er mich bei PSV überzeugt? Nein. Fälle ich schon jetzt ein Urteil? Nein!"

Das sieht auch Michael Böttcher (seit 1994 Mitglied des ältesten VfL-Fanklubs „Schlemmerbrüder“). "Er hat eine Chance verdient", sagt der Anhänger. "Er war als Spieler gut und hat es auch bei der PSV nicht schlecht gemacht. Wir haben gute Spieler und werden auch nächste Saison eine schlagkräftige Truppe haben." Grundsätzlich zuversichtlich ist auch der Chef des VfL-Fan-Dachverbandes Supporters. "Als Spieler hat er das verkörpert, was auch in Wolfsburg angesagt ist - nämlich Arbeit, Fussball, Leidenschaft. Von der Einstellung scheint es wohl zu passen", sagt Philip Henkel. "Grundsätzlich traue ich jedem Fussball-Lehrer zu, eine Profimannschaft zu trainieren. Ob es dann passt, ist meist Sympathie-gesteuert."