10. Dezember 2017 / 19:15 Uhr

Borgfelds B-Junioren halten dem Druck nicht Stand

Borgfelds B-Junioren halten dem Druck nicht Stand

Thomas Müller
Weser-Kurier
DM4Q3697
In dieser Szene haben Borgfelds Keeper Tom Petter Rode und der reaktivierte Innenverteidiger Tom Zielinski (links) alles im Griff. © Hans-Henning Hasselberg
Anzeige

Regionalligist kann 2:0-Führung nicht behaupten und verliert gegen den VfL Osnabrück noch mit 3:4

Anzeige
Anzeige

Dass die B-Junioren des SC Borgfeld in der Fußball-Regionalliga Nord drei Tore auf eigenem Platz erzielen, das hatte es zuvor erst einmal in dieser Saison gegeben. Am Sonntag ein weiteres Mal – wenn auch mit dem schlechteren Ende für die Mannschaft von Trainer Burak Bahar. Denn anders als beim 3:2-Erfolg über den FC St. Pauli II kassierten die Borgfelder jetzt eine 3:4-Niederlage – trotz 2:0-Führung gegen einen sehr offensivstarken VfL Osnabrück.

"Wir sind unsere Gegenspieler falsch angelaufen, die Zuteilungen haben nicht gepasst", wollte Coach Bahar die Niederlage nicht schönreden, weil zumindest bei den Gegentoren drei und vier jeweils ein Gästespieler frei vors Tor flanken konnte, "es ist nur traurig, dass wir das alles vorher angesprochen haben. Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Osnabrücker Sieg verdient. Vor der Pause hätten wir vielleicht selbst noch das vierte Ding machen können, wenn wir den letzten Ball etwas besser ausspielen."

Anfangs war der SCB die klar aktivere Mannschaft mit mehr Druck auf den Gegner. Auch die erste Chance des Spiels ging an Borgfeld: Julian Deppe legte da passend für Jarno Böntgen auf, doch dessen Kopfball strich knapp am Gehäuse vorbei (3.). In der temporeichen, sehr unterhaltsamen Partie waren aber nur drei weitere Minuten gespielt, als
Mohamed Fakhro von rechts vorlegte für Böntgen, der die Kugel via Innenpfosten zum 1:0 ins lange Eck drosch.

Borgfeld spielte weiter mit viel Zug zum Tor, ließ den Gästen dabei wenig Räume für eigene Angriffe. Als nächstes verpasste Eren Sami Dinkci knapp das 2:0, weil der nicht immer sicher wirkende VfL-Keeper Finn Philipp Popescu noch per Fußabwehr klären konnte. Erst in der elften Minute die erste VfL-Torchance: Doch SCB-Torwart Tom Petter Rode war zur Stelle, als Christopher Klaas einen Freistoß per Kopf verlängerte. Schön herausgespielt dann das Borgfelder 2:0 (12.): Ali Cetin hatte von rechts perfekt in die Mitte geflankt, wo Dinkci per Direktabnahme gegen die Laufrichtung des Torwarts einnetzte.

Der erste Rückschlag für die Gastgeber aber folgte bald: In einer unübersichtlichen Situation vor dem eigenen Kasten kickte Jan-Fabian Buchzik den Ball zum Eigentor ins Netz (15.). Und der nächste Gegentreffer fiel kaum weniger unglücklich. Der für den erkrankten Khalil Maarouf reaktivierte Innenverteidiger Tom Zielinski hatte sich auf einen engen Zweikampf im Strafraum mit Henry-Thoke Uchtmann eingelassen: Doch mehr als den üblichen Körperkontakt gab es nicht, als der Osnabrücker fiel und Schiedsrichter Mike Delzeith auf Strafstoß
entschied. "Lächerlich" rief ein Borgfelder Zuschauer, ehe Silas Burke mit platziertem Schuss das 2:2 (26.) machte.

Kurz darauf wechselte Burak Bahar Stürmer Sedef Dogukan ein, und der Joker rechtfertigte seinen Einsatz mit dem 3:2 nur vier Minuten später unbedrängt im VfL-Strafraum. Allmählich zeichnete sich ab, dass sich der VfL auf die kampfbetonte Spielweise der Gastgeber eingestellt hatte, die in der Rückwärtsbewegung bisweilen zu zögerlich agierten. Unter dem zunehmenden Druck passierten dann auch zunehmend Fehler. Das 3:3 (54.) leitete Uchtmann, Osnabrücks Aktivposten auf dem rechten Flügel, ein: Es war ein schulbuchmäßiger Angriff, den Leon Petö volley freistehend per Direktabnahme vollendete.

Auch beim 3:4 (61.) nutzten die Gäste wieder die Unsortiertheit auf Borgfelds linker Abwehrseite aus: Diesmal hatte sich Burke freigelaufen, um zum Siegtreffer einzuköpfen. Die Gastgeber gerieten nun immer stärker in die passive Rolle, sie sorgten viel zu wenig für Entlastung nach vorn. Osnabrück agierte mit viel Druck gegen Ball und Gegner, stellte inzwischen die klar dominierend Mannschaft, die auch viele zweite Bälle gewann, und war einem fünften Treffer näher als Borgfeld dem Ausgleich.

Borgfelds Coach Bahar hätte aufgrund der hohen kämpferischen Leistung gerne noch einen Punkt mitgenommen, sah in der verdienten Niederlage aber auch einen Lerneffekt für sein Team, das jetzt auf Tabellenplatz drei abrutschte: "Aber wir stehen immer noch sehr gut da", so der SCB-Trainer, "Unsere 23 Punkte kann uns keiner mehr nehmen." Osnabrücks Trainer Nelson da Costa lobte auch die starke Moral seiner Mannschaft nach dem 0:2-Rückstand: "Wir haben stellenweise gezeigt, dass wir Fußball spielen können, mussten aber auch viel arbeiten." Die Einstellung seiner Mannschaft sei jedenfalls überragend gewesen.