16. Februar 2020 / 18:40 Uhr

Tennis-Legende Boris Becker über Hansi Flick, Alexander Zverev und Olympia in Tokio

Tennis-Legende Boris Becker über Hansi Flick, Alexander Zverev und Olympia in Tokio

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Boris Becker spricht über Bayern-Trainer Hansi Flick, Tennis-Hoffnung Alexander Zverev und die Olympischen Spiele. 
Boris Becker spricht über Bayern-Trainer Hansi Flick, Tennis-Hoffnung Alexander Zverev und die Olympischen Spiele.  © imago images / Nordphoto / Montage
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Boris Becker ist nicht nur ein ehemaliger Weltklasse-Tennisspieler und eine lebende Legende - er ist auch großer Fan des FC Bayern München. Und über seinen Lieblings-Klub hatte Becker im Rahmen der Verleihung der Laureus World Sports Awards einiges zu sagen. Für Tennis-Star Alexander Zverev gab es Lob.

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Boris Becker ist die Legende des deutschen Tennissports. Im Rahmen der Verleihung der Laureus World Sports Awards in Berlin hat sich der Chef des deutschen Männertennis nun über seinen möglichen Nachfolger Alexander Zverev geäußert. Und außerdem über seinen zweitliebsten Sport, den Fußball. Beckers Tipp an die Bosse des FC Bayern München: Gebt Trainer Hansi Flick einen langfristigen Vertrag.

Boris Becker über …

Bayern-Trainer Hansi Flick: "Bis jetzt hat er alles richtig gemacht. Ich kenne ihn privat, er ist ein feiner Mann, hat mit Jogi Löw viel Erfahrung, war Bayern-Spieler – das hilft. Er kennt die Bayern-Mentalität. Er ist ins kalte Wasser geworfen worden – aber hat das Schwimmen schnell gelernt. Ich sehe keinen Grund, warum er das nicht über den Sommer machen sollte. Ich bin da nicht der Entscheidende, aber mein Votum hätte er."

… die Situation im deutschen Fußball: "Erstens finde ich es gut für die Bundesliga, dass es mehr Mannschaften gibt als nur Bayern (Beckers Lieblingsklub, d. Red.), die jetzt eine Rolle spielen. Da sind Dortmund, Leipzig, auch Gladbach. Das finde ich toll. Ich hoffe natürlich, dass die Roten dann im Mai Meister werden, aber das muss nicht mit einem Acht-Punkte-Vorsprung sein. Die anderen haben es auch mal verdient."

Becker: "Was Jürgen Klopp in England leistet, ist sagenhaft"

… den FC Liverpool und Jürgen Klopp: "Was Jürgen Klopp in England leistet, ist sagenhaft. Das kann man gar nicht hoch genug bewerten. Wie er die Sprache gelernt hat. Glauben Sie mir: Vor vier, fünf Jahren war sein Englisch auf dem Stand von anderen deutschen Nationalspielern mit dem Vornamen Lothar (lacht). Sie wissen, was ich meine … Aber das kann er jetzt richtig gut. Dann hat er diese Mentalität, die er in Dortmund hatte nach England gebracht: Wenn Sie mal in England waren, die leben Fußball. Wie er es da geschafft hat, die Mannschaft zusammenzustellen, sucht seinesgleichen. Er wird auf jeden Fall Meister und hat jeden Preis verdient, den man dann bekommt."

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… Alexander Zverevs Auftritt bei den Australian Open, als er bis ins Halbfinale kam: "Das war schon ein Quantensprung für ihn. Erstmals in einem Halbfinale zu sein nach schwierigen Wochen zuvor. Er hat in der Winterpause zu wenig trainiert und kam unvorbereitet nach Brisbane (zum ATP Cup, d. Red.). Wir haben dann offene Worte auch außerhalb des Platzes gefunden. Die hat er sich zu Herzen genommen. Ich bin natürlich glücklich, wenn er solch einen Erfolg hat. Das ist auch eine Bestätigung für ihn, dass er da oben hingehört. Nur: Die Konkurrenz schläft nicht. Er muss das bestätigen. Die nächsten Turniere sind auf Hartplatz in Amerika, die wird er spielen. Letztes Jahr war er da nicht gut, kann also viele Punkte gutmachen."

Deutschlands größtes Tennistalent: Die Karriere von Alexander Zverev in Bildern

Die großen Erfolge auf Grand-Slam-Ebene sind für Alexander Zverev (*20.04.1997) bislang noch ausgeblieben, auf der ATP-Tour hat der Deutsche aber schon für jede Menge Furore gesorgt. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt seine bisherige Karriere in Bildern. Zur Galerie
Die großen Erfolge auf Grand-Slam-Ebene sind für Alexander Zverev (*20.04.1997) bislang noch ausgeblieben, auf der ATP-Tour hat der Deutsche aber schon für jede Menge Furore gesorgt. Der SPORTBUZZER zeigt seine bisherige Karriere in Bildern. ©
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Zverev steckt in der Entwicklungsphase

… Zverevs Ausraster beim ATP Cup in Brisbane: "Er ist ein bisschen erwachsen werden, hat gesehen, dass er sich nicht alles erlauben kann. Er spielt gern für Deutschland und hat auch großen Respekt vor mir. Und so etwas vor meinen Augen ist für ihn nicht gut, für mich nicht gut und auch für Deutschland nicht gut. Er hat gemerkt, das geht nicht und hat dann für sich die Konsequenz gezogen, jetzt wieder Gas zu geben. Das war gut. Da ist was entstanden."

… die Olympischen Spiele in Tokio: "Ich werde da sein, so lange ich gebraucht werde. Der Stellenwert ist hoch. Jeder Spieler spielt gern für sein Land. Jeder Spieler ist Sportfan und gern bei Olympia dabei. Die Strapazen sind allerdings unglaublich. Denn die meisten Sportarten bereiten sich ein Jahr lang auf die Olympischen Spiele vor. Bei den Tennisspielern ist das irgendwo zwischen Wimbledon und den US Open. Das ist ein unglaubliches Jahr für die Topspieler. Alle Topspieler werden nach meiner Kenntnis spielen, aber es kann noch viel passieren bis dahin. Es ist eine unglaubliche Anstrengung, die Tennisspieler in einem olympischen Jahr auf sich nehmen müssen. Dazu ist das Umfeld anders. Man wohnt im olympischen Dorf, nicht in einem bequemen Fünf-Sterne-Hotel. Man ist Teil einer Olympiamannschaft. Ein Tennisspieler ist es gewohnt Einzelsportler zu sein und selbst zu entscheiden, wann er zur Anlage geht, wann er isst, wann er trinkt. Das ist bei Olympia anders. Da gibt es eine Mensa und da sind alle Sportler gleich."

Von Deutschland in die Welt: Sportler als Botschafter

Deutsche Sportstars wie Bastian Schweinsteiger, Boris Becker oder Franz Beckenbauer haben es zu Weltruhm gebracht. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeichnet den Verlauf ihrer Karrieren nach. Zur Galerie
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Djokovic laut Becker kein Favorit auf einen Golden Slam

… die Chance auf den ersten Golden Slam im Olympiajahr seit Steffi Graf 1988: "Die Chance ist gering, dass ein Spieler oder eine Spielerin vier Majors in einem Jahr gewinnt plus Olympia. Umso höher muss man Steffi Grafs Leistung anerkennen. Was sie 1988 geleistet hat, sucht seinesgleichen. Gerade bei den Damen gibt es bei jedem Grand Slam eigentlich eine neue Siegerin. Den Spitzenspierinnen fehlt es an Konstanz. Bei den Herren ist das anders, aber ich glaube nicht, dass Djokovic Favorit ist auf einen Golden Slam. Das ist einfach zu schwer."

… seinen Job als Head of Men‘s Tennis im DTB: "Mir persönlich macht es großen Spaß. Bewerten müssen das andere. Gerade habe ich noch mit Michael Kohlmann telefoniert, um die Davis-Cup-Mannschaft zu benennen. Das wird dann in den nächsten Tagen öffentlich werden. Es war viel los. Ich war im November in Madrid, ich war im Januar in Brisbane für das deutsche Tennis. Es ist anstrengend, es ist herausfordernd – aber noch hat sich keiner beklagt. Scheint okay zu sein."

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