10. November 2019 / 10:46 Uhr

Bornaer SV lässt Punkte beim Döbelner SC liegen

Bornaer SV lässt Punkte beim Döbelner SC liegen

Ingo Dießner
SPORTBUZZER-Nutzer
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Die drei Punkte nicht festgehalten: Der Bornaer SV lässt Federn und verspielt einen Zwei-Tore-Vorsprung. © Imago
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Der Bornaer SV gibt eine 2:0-Führung aus der Hand und muss sich mit einem Punkt begnügen.

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Zwei wichtige Punkte im Kampf um die Tabellenspitze der Kreisoberliga ließ der Bornaer SV am vergangenen Samstag im Fernduell mit Ostrau und Frohburg beim Döbelner SC liegen. Dass es am Ende nicht sogar deren drei Punkte waren lag an der Leistungssteigerung in den letzten zwanzig Minuten der Mannschaft vom Marco Gruhne. Die trotz eines zwei Tore Rückstandes noch einmal Moral zeigte, plötzlich aufdrehte und das Spiel fast noch für sich entschieden hätte. Was aber, die ganzen neunzig Minuten betrachtet, unverdient gewesen wäre. Denn Döbeln zeigte zuvor ein gutes Spiel, hielt dagegen, war durch Stürmer Dadi oder auch Madjidou in der Spitze so schnell, dass die Abwehr des BSV ein ums andere Mal in Verlegenheit geraten war.

Das Ziel des BSV, am Freitag noch mal bekräftigt, die Tabellenspitze zu übernehmen und so Ostrau, die am Wochenende frei hatten und erst am kommenden Wochenende wieder ins Geschehen eingreifen, unter Druck zu setzen, wurde nur teilweise erfüllt. Eventuell war es ja genau dieses Wissen, dass die Bornaer hemmte, an den Platzverhältnissen kann es nicht gelegen haben. Denn die waren trotz Schmuddelwetter und leichtem Regen tadellos, ein großes Lob dafür nach Döbeln. Ein ebener Rasen, den „man so zu der Jahreszeit in der Kreisoberliga nicht wiederfindet“ (oder an anderen Orten zu Tode geschont wird), so die einleitenden Worte von Gruhne bei der Ansprache vor dem Spiel. Da muss Fußball einfach Spaß machen. Von dem dann ab Anpfiff kaum was zu sehen war, der BSV kam mal überhaupt nicht in die Partie, Döbeln erst einmal vorsichtig agierend, mal schauen, was so geht.

BSV legt Zahn zu

Und schau mal an, da ging doch was. Auf der linken Seite brach Amidu Dadi durch, Pass zu Abdoul Madjidou, der aber einen Augenblick zu lange zögerte, so konnte Jens Wagner noch den Fuß dazwischen bringen und den frühzeitigen Rückstand der Gäste verhindern. Auf der anderen Seite setzte Tom Haase mal zu einem kapitalen Fernschuss an, Torhüter Martin Werner brauchte schon beide Fäuste, um das Geschoss zu klären, der Nachschuss von Felix Neumann ging in den wolkenverhangenen Döbelner Himmel. Da waren aber schon mal zwanzig Minuten rum. In denen, wie auch in den folgenden Minuten, die Hausherren zwar nun kein Feuerwerk abbrannten, aber schon das Mehr an Torchancen hatten, die aber fast fahrlässig von denen liegen gelassen wurde. Der BSV mit gelegentlichen Ekstasen, so wie in der 36. Minute. Majd Almoussa schickte Erik Preiß mit feinem Pässchen auf die Reise, dessen Schuss von halbrechts konnte Werner wieder nur prallen lassen, was fehlte war ein nachsetzender Akteur des BSV, der die Kugel hätte über die Linie schieben können.

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So kam, was kommen musste, der DSC belohnte sich mit dem Führungstor für sein couragiertes Auftreten. Auf der linken Seite ging ein Zweikampf verloren, Pass ins Zentrum zu Steve Oehme, der die Kugel im Netz zum vielumjubelten Führungstreffer versenkte (39.). Nach dem Seitenwechsel legte der BSV ein Schippchen drauf, wurde agiler, mit mehr Ballbesitz. Die ganz große Schippe blieb aber erst einmal im Bus. Ein Freistoß von Wagner in den Strafraum, der Kopfball von Rodger Baetge landete an der Querlatte, der Nachschuss von Almoussa landete zwar im Tor, fand aber wegen Abseits keine Anerkennung. Der BSV nun deutlich aktiver, auch wenn das richtige Feuerwerk fehlte, der Wille, das Spiel zu drehen war zu spüren. Die Hausherren, mit gelegentlichen Kontern gefährlich, ließen aber auch hinten nicht allzu viel zu. Oder dem BSV fiel nicht viel ein. Denn dass man solch eine kompakte Abwehr knacken kann sah man nach einer Stunde Spielzeit, plötzlich sah sich nach feiner Vorarbeit Almoussa allein vor Torwart Werner, der aber gut den Schuss parieren konnte.

Glücklose Schlussphase

Ein Querlegen auf den besser postierten Haase wäre hier eigentlich auch die bessere Alternative gewesen. Dann begann die turbulente Schlussphase, drei Tore, Rote Karte, umstrittene Strafraumszenen, was will man mehr. Zuerst gab es aber noch einen Nackenschlag für den BSV, in der eigenen Hälfte ging ein Zweikampf verloren, plötzlich war Dadi allein vor Max Welz, der sich aber für die falsche Ecke entschied und das Leder landete zum 2:0 im Tor der Gäste (72.). Die nun merkten, dass die Tabellenführung aus dem Fernglas verschwand. Und noch einmal das Tempo erhöhten. Langer Ball in den Strafraum, Etienne Wangermann am langen Pfosten konnte den Ball im Tor zum Anschluss unterbringen (76.). Und nur vier Minuten später, Zuspiel zum kurz zuvor eingewechselten Nico Winkler, der mit der linken Klebe das Leder zum Ausgleich im Tor des DSC unterbrachte.

Dann überschlugen sich die Ereignisse, beim Klärungsversuch eines Döbelner Akteurs, über den Boden rutschend, kam auch die Hand zum Einsatz. Lautstarkes Reklamieren auf Handspiel und Elfmeter waren die Folge. Plötzlich zückte Schiedsrichter Sedlaczek die Rote Karte, schickte Winkler nach nur neun Minuten Einsatz wieder duschen. Ob die Worte:“ mach mal Deine Klotzen auf“ gleich zu einer Roten Karte reichen sei dahingestellt, eine Beleidigung waren sie aber allemal. In der Situation hätte aber auch Gelb und ein strafender Blick gereicht. Eventuell liegen ja auch die Nerven bei vielen Schiedsrichtern nach Naunhof blank. Sei es drum, Borna hatte noch seine Möglichkeiten, auf Sieg zu stellen. Ein wahres Feuerwerk der Chancen folgte, fünf Minuten Nachspielzeit, unzählige Eckstöße, der Ball wollte aber irgendwie nicht über die Linie. Letztendlich blieb es beim Unentschieden, für Döbeln sicher ein gewonnener Punkt, ob das für den BSV auch so stimmt wird der weitere Saisonverlauf zeigen.

Tore: 0:1 Steve Oehme (39.), 0:2 Amidu Dadi (72.), 1:2 Etienne Wangermann (76.), 2:2 Nico Winkler (80.)

Bornaer SV: Welz, Burkhardt, Aurig (66. Mäder), Almoussa (79. Winkler), Wagner, Preiß, Vorwerk (12. Neumann), Baetge, Haase, Günther, Wangermann

Döbelner SC: Werner, Draßdo, Adem Sahl, Dewitz, Hajdari (78. Günther), Feige, Dadi, Madjidou (68. Kießig), Michel, Vu Duc, Oehme (92. Hochmuth)

Schiedsrichter: Sebastian Sedlaczek, Daniel Helbig, Reinhart Wenzl

Zuschauer: 54