18. Mai 2020 / 14:18 Uhr

Bornaer SV zurück im Training - Planungen für Landesklasse starten

Bornaer SV zurück im Training - Planungen für Landesklasse starten

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Der BSV und Trainer Marco Gruhne können trotz der abgebrochenen Saison mit dem Aufstieg in die Landesklasse rechnen.
Der BSV und Trainer Marco Gruhne können trotz der abgebrochenen Saison mit dem Aufstieg in die Landesklasse rechnen. © Jens Paul Taubert
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Die Spieler des BSV haben nicht nur ihre Hausaufgaben während der Corona-Pause gemacht und sind fit geblieben, auch davor wurde bei den Wyhrastädtern ordentlich gearbeitet - man darf mit dem Aufstieg in die Landesklasse rechnen.

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Borna. „Wann geht es endlich wieder los?“. Diese Frage bekam Marco Gruhne als verantwortlicher Männer-Coach des Fußball-Kreisoberligisten Bornaer SV in den vergangenen Wochen von seinen überwiegend jungen Spielern sehr häufig zu hören. Die Corona-Krise verurteilte auch die schwarz-gelben Kicker seit Mitte März zur Abkehr von Sport, Spiel und Spaß. Von den erwünschten und ebenso notwendigen individuellen Aktivitäten einmal abgesehen, welche natürlich keinen gleichwertigen Ersatz für die regelmäßigen Trainingseinheiten der Normalzeit darstellen konnten. Ohne das runde Leder und insbesondere die Teamkollegen fehlte halt das Glücksgefühl.

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Doch in der zweiten Maiwoche und damit nicht viel später als erlaubt haben die BSV-Kicker den Übungsbetrieb wieder aufgenommen. Natürlich unter den Fittichen der nach wie vor geltenden Abstands- und Hygiene-Regeln. Die auch für Trainer Gruhne einen erhöhten Aufwand bedeuten und deren Sinn sich seiner Meinung nach nicht in jedem Fall so recht erschließen lässt. „Da haben sich alle Beteiligten in eine Anwesenheitsliste einzutragen und dann muss schon wieder aufgepasst werden, dass der Kugelschreiber nicht durch mehrere Hände gegangen worden ist ohne gereinigt worden zu sein. Auch ich komme momentan noch eher als üblich ins Rudolf-Harbig-Stadion, baue vorher alles auf, hinterher wieder ab und desinfiziere noch alle Gerätschaften. Geduscht wird dann zu Hause.“

Planungen für Liga Sieben können beginnen

Die weiterhin bestehenden Einschränkungen zu erdulden fällt allerdings relativ leicht, denn das Positive überwiegt den Mehraufwand definitiv. „Die Stimmung in der Truppe ist prima, die Bewegung an der frischen Luft wurde doch förmlich herbei gesehnt. Und dass sich der Großteil in den zurück liegenden zwei Monaten fit gehalten hat, ist nicht zu übersehen. Die im Moment möglichen Dinge wie etwa Torschusstraining werden dankbar und mit Freude aufgenommen. Schließlich hatten die Jungs die Kugel ewig nicht am Fuß.“ Dennoch sieht Gruhne den Fußball nicht zuletzt aufgrund der umstrittenen Wiederaufnahme des Spielbetriebes in der Bundesliga weiterhin unter besonderer Beobachtung, aber man solle es eben nicht übertreiben. „Ein Bekannter hatte sich den Virus wahrscheinlich beim Champions-League-Spiel RB Leipzig gegen Tottenham Hotspur eingefangen und wurde dann beinahe wie ein Verbrecher behandelt, das geht eindeutig zu weit. Eine hundertprozentige Sicherheit war und ist trotz der irritierend spät eingeführten Maskenpflicht wohl Illusion. Und in etlichen Bereichen musste es ja sowieso irgendwie weitergehen, zum Beispiel auf dem Bau. Ansonsten hätte man die Wirtschaft völlig gegen die Wand gefahren.“

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Keineswegs in der Sackgasse ist Gruhnes Mannschaft gelandet, denn die Wyhrastädter dürfen nach zwei Jahren Abstinenz für die Landesklasse planen. Sie haben vor Corona ihre Hausaufgaben gemacht, sind Spitzenreiter in ihrer Staffel und würden es selbst bei Heranziehen der Quotienten-Regelung bleiben. Die Bereitschaft zum Aufstieg ist bereits an den Kreisverband Muldental/Leipziger Land gemeldet worden. Sollte dieser den Empfehlungen des Sächsischen Fußballverbandes folgen (wofür alles spricht), stünde dem Gang nach oben in Liga 7 nichts mehr im Wege. Der Bornaer Coach erwartet schnelle und endgültige Klarheit, um die Vorbereitung auf das erneute Mitmischen in der höheren Leistungsklasse voran zu treiben. Es gilt Testspielgegner zu organisieren, den Trainingskalender zu erarbeiten und sich nach der einen oder anderen möglichen personellen Verstärkung umzuschauen. Wobei ein komplettes Umkrempeln des Aufgebots auf keinen Fall erforderlich sein wird.

„Das Finale zweimal hintereinander zu gewinnen hat noch keiner geschafft“

Der aktuelle Kader ist sowohl qualitativ als auch quantitativ ordentlich besetzt und weist einen ziemlich geringen Altersdurchschnitt auf. Gruhne gibt sich daher optimistisch: „Wenn uns größere Ausfälle erspart bleiben, sind wir mit Sicherheit konkurrenzfähig. Derzeit sind fast alle fit, lediglich Franz Müller hat immer noch mit den Nachwirkungen seines Kreuzbandrisses zu kämpfen. Auf die A-Junioren werde ich gleichfalls nochmals intensiv schauen, ein Marik Mäder hat bei uns bekanntlich schon öfter rein gerochen.“

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Der Bornaer SV konnte Blau-Weiß Bennewitz 3:2 besiegen und ist neuer Kreispokalsieger im Muldental/Leipziger Land. Zur Galerie
Der Bornaer SV konnte Blau-Weiß Bennewitz 3:2 besiegen und ist neuer Kreispokalsieger im Muldental/Leipziger Land. © Sven Bartsch

Man hat den Eindruck, das neue Spieljahr könnte aus Sicht der Schwarz-Gelben sofort los gehen. Die Pokalbegegnungen der Saison 2019/2020 hat der BSV-Trainer jedoch noch nicht gänzlich abgehakt: „Das ist allerdings ein total schwieriges Thema bei den zahlreichen Partien, die noch ausstehen. Ich hoffe, dass der Stellenwert des Wettbewerbs erhalten bleibt und dieser noch zu einem Abschluss gebracht werden kann. Selbstverständlich spekulieren wir mit einer abermaligen Endspielteilnahme und das Finale zweimal hintereinander zu gewinnen hat noch keiner geschafft ….“ Der Bornaer SV ist also bereit für den Tanz auf mehreren Hochzeiten, sobald das runde Leder wieder ungehindert auf dem grünen Rasen unterwegs sein kann. Neben den 22 Akteuren, die ihm hinterher jagen.