16. Juli 2021 / 16:52 Uhr

Bornauw-Wechsel nach Wolfsburg fix, Warten auf Nmecha

Bornauw-Wechsel nach Wolfsburg fix, Warten auf Nmecha

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburger Wechsel: Lukas Nmecha (l.) ist im Anflug, die Verpflichtung von Sebastiaan Bornauw (r.) ist fix.
Wolfsburger Wechsel: Lukas Nmecha (l.) ist im Anflug, die Verpflichtung von Sebastiaan Bornauw (r.) ist fix. © Rolf Vennenbernd/dpa-Pool/dpa
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Jetzt ging es doch schnell: Der Wechsel von Sebastiaan Bornauw zum VfL Wolfsburg ist perfekt. Die Niedersachsen müssen für den Verteidiger tief in die Tasche greifen, die Ablöse liegt bei mindestens 14,5 Millionen Euro. Günstiger wird Stürmer Lukas Nmecha, der als nächster VfL-Neuzugang folgen soll.

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Der Transfer-Poker schien lange in einer Sackgasse zu stecken, jetzt gab es doch eine überraschend schnelle Einigung: Sebastiaan Bornauw wechselt vom 1. FC Köln zum VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen haben sich in Sachen Ablöse stark in Richtung der Kölner Vorstellungen bewegt, zahlen für den belgischen Innenverteidiger rund 14,5 Millionen Euro, die nach Informationen des Kicker durch Bonus-Zahlungen sogar auf 17 Millionen ansteigen können. Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle nannte es "eine gute Einigung".

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Am Freitag war der Neu-VfLer bereits auf dem Wolfsburger Trainingsgelände, machte allerdings die Einheit auf dem Platz noch nicht mit. Am Nachmittag bestätigten beide Klubs dann den Transfer: Bornauw kann mit dem VfL am Samstag schon via Lyon (Testspiel am Samstagabend gegen Olympique) ins Trainingslager nach Österreich reisen. Dank einer Schiene ist der 22-Jährige trotz Mittelhandbruchs einsatzbereit. Bornauw unterschrieb einen Fünfjahresvertrag und bekommt die Rückennummer 3.

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Schon vor mehreren Wochen hatte sich Bornauw mit dem VfL geeinigt und dem FC (bei dem er noch bis 2024 unter Vertrag stand) seinen Wechselwunsch mitgeteilt. Der Belgier war im August 2019 für 6 Millionen Euro vom RSC Anderlecht in die Domstadt gewechselt, absolvierte dort 57 Pflichtspiele. Unter seinen sieben Bundesliga-Toren war ein ganz besonders wichtiges: Am letzten Spieltag der vergangenen Saison köpfte er den 1:0-Siegtreffer gegen Schalke 04, der Köln in die Relegation brachte, wo schließlich gegen Holstein Kiel der Abstieg verhindert wurde.

„Sebastiaan hat sich durch starke und konstante Leistungen in der Bundesliga einen Namen gemacht", so VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer. "Von seinen fußballerischen Qualitäten und genauso von der Mentalität und Einstellung, die er auf dem Platz verkörpert, haben wir eine hohe Meinung. Er ist unser absoluter Wunschspieler für die Defensive und deshalb freuen wir uns sehr, dass wir ihn vom VfL überzeugen konnten“.

Bornauw, der bereits zwei A-Länderspiele absolviert hat, erhofft sich in Wolfsburg den nächsten Karriere-Schritt: „Ich sehe hier die große Chance, mich auch persönlich weiterzuentwickeln. Der VfL ist eine Top-Adresse im deutschen Fußball, und ich freue mich sehr auf die Herausforderungen, die in der Bundesliga, aber auch in Europa auf uns warten. Ich freue mich, die Jungs jetzt im Trainingslager besser kennenzulernen.“

Am Donnerstag noch hatte Trainer Mark van Bommel den Stillstand auf dem Transfermarkt beklagt, nun steht nach Bornauw bereits der nächste Neuzugang an: Lukas Nmecha soll für rund 8 Millionen Euro von Manchester City nach Wolfsburg wechseln. Der Stürmer hatte bereits 2019 auf Leihbasis für den VfL gespielt, zuletzt war er an Bornauws Ex-Klub RSC Anderlecht ausgeliehen. Der VfL hofft, dass auch Nmecha mit dem Wolfsburger Team ins Trainingslager reisen kann. Zuvor hatte Wolfsburg bereits Aster Vranckx aus Mechelen verpflichtet, der Mittelfeldmann fehlt allerdings zur Zeit wegen einer Wadenverletzung. Auf der Wolfsburger Einkaufsliste steht nun noch mindestens ein offensiver Außenbahnspieler.

Die Verpflichtung Bornauws bedeutet nicht, dass nun Maxence Lacroix zu RB Leipzig wechseln darf. Die Sachsen wollen den Verteidiger weiterhin, der VfL fordert 30 Millionen Euro Ablöse - das ist RB noch zu viel. Manager Schmadtke hatte zuletzt mehrfach betont, dass es zwischen den Personalien Bornauw und Lacroix keinen Zusammenhang gibt. Nach Berichten aus England sollen auch Tottenham und Chelsea an dem Franzosen interessiert sein, der aber für den Falle einer Einigung der Klubs in Leipzig im Wort steht. Aktuell hat der VfL mit John Anthony Brooks, Marin Pongracic, Lacroix und Bornauw vier Innenverteidiger im Kader, dazu kommt Nachwuchsspieler Anselmo Garcia MacNulty.

Auf dem Weg ins Trainingslager nimmt der VfL am Samstag den Umweg über Frankreich, trifft dort am Abend um 21 Uhr (live via Youtube auf Wölfe-TV) auf Olympique Lyon. „Das Spiel gegen Lyon ist ein weiterer Schritt in unserer Vorbereitung, und es wird eine weitere Gelegenheit für die Mannschaft sein, sich Stück für Stück weiterzuentwickeln", so van Bommel, der bisher mit dem VfL in drei Tests gegen Zweitligisten zwei Niederlagen kassierte. "Wir gehen kleine Schritte, zumal die Situation ja nach wie vor die gleiche ist: Wir haben auch in Lyon noch nicht alle Spieler an Bord, erst im Trainingslager in Österreich werden alle zusammen sein. Und dann arbeiten wir gemeinsam weiter an unserer Entwicklung.“