25. November 2021 / 14:18 Uhr

Kommentar zum CL-Aus: Komplette Fehlleistung – der BVB hat das Achtelfinale einfach nicht verdient

Kommentar zum CL-Aus: Komplette Fehlleistung – der BVB hat das Achtelfinale einfach nicht verdient

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mannschaftskapitän Marco Reus und der BVB müssen sich nach der Gruppenphase aus der Champions League verabschieden.
Mannschaftskapitän Marco Reus und der BVB müssen sich nach der Gruppenphase aus der Champions League verabschieden. © Getty
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Nach dem Ausscheiden aus der Champions League muss Borussia Dortmund nun beweisen, dass man die richtigen Schlüsse aus der Enttäuschung ziehen kann, meint RND-Sportchef Heiko Ostendorp.

So richtig begriffen, warum sich Borussia Dortmund nach dem 1:3 bei Sporting Lissabon und damit bereits nach dem fünften Spieltag der Gruppenphase vorzeitig aus der Königsklasse verabschiedete, schien es nur der Trainer zu haben: "Wenn es einfach reicht, kompromissloser und konsequenter zu sein in der Champions League, in so einem wichtigen Spiel", sagte Marco Rose. "Dann hat man es sich verdient." Seine Message war klar: Sporting war kompromissloser und konsequenter, genau wie es zuvor auch schon Ajax Amsterdam gewesen war. Roses BVB hat es schlicht und einfach nicht verdient, weiterzukommen.

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Wer Marco Reus zuhörte, dem kamen allerdings Zweifel auf, ob sich dieser Tatsache beim BVB alle bewusst sind. Der Kapitän sprach unter anderem davon, dass der Gegner "gar nichts fürs Spiel getan habe". Offenbar war ihm entgangen, dass Sporting beispielsweise mehr Schüsse auf das Tor hatte und vor allem mehr als doppelt so viele defensive Zweikämpfe gewann – diese Werte sind nicht ganz unerheblich für den Ausgang einer Partie.

Womit Reus wiederum richtig lag, war die Erkenntnis, dass seine Mannschaft immer wieder an ähnlichen Problemen scheitert: Man schenkt zu leicht Gegentore her. Man kann Absenzen gewisser Spieler nicht adäquat auffangen. Man ist nicht gallig genug im Abschluss. An diesen Baustellen verzweifelten vor Rose schon andere Trainer wie Lucien Favre oder Peter Bosz.

Dass der aktuelle Coach seinen Lissaboner Kollegen Ruben Amorim offenbar nicht mal kannte, wie er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel zugeben musste, trug sein Übriges dazu bei, um von einer kompletten Fehlleistung der Schwarzgelben sprechen zu müssen.

Ob man das peinliche Aus vor der K.o.-Phase nun zumindest intern richtig einordnet und vor allem die richtigen Schlüsse daraus zieht, werden die nächsten Wochen knallhart zeigen. Am Samstag muss Dortmund in Wolfsburg ran, danach kommen die Bayern in den Signal Iduna-Park. Anfang des Jahres geht es dann im Pokal-Achtelfinale zu Zweitliga-Spitzenreiter FC St. Pauli.

Auch in diesen Duellen wird es um Kompromisslosigkeit und Konsequenz gehen und darum, Disziplinlosigkeiten wie die von Emre Can am Mittwoch endlich zu vermeiden. Ansonsten könnte es schnell heißen, dass es der BVB auch in den anderen Wettbewerben einfach nicht verdient hat, um den Titel zu spielen. Und das wäre ein weiteres Armutszeugnis.