31. August 2021 / 22:34 Uhr

Böse Überraschung: Florian Matthäs bittet beim MSV Neuruppin um Vertragsauflösung

Böse Überraschung: Florian Matthäs bittet beim MSV Neuruppin um Vertragsauflösung

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Zehnmal kam Florian Matthäs (2.v.l.) für den MSV Neuruppin in einem Pflichtspiel zum Einsatz, dabei gelangen dem 25-Jährigen drei Treffer. Derzeit laboriert er an einem Mittelfußbruch.
Zehnmal kam Florian Matthäs (2.v.l.) für den MSV Neuruppin in einem Pflichtspiel zum Einsatz, dabei gelangen dem 25-Jährigen drei Treffer. Derzeit laboriert er an einem Mittelfußbruch. © Marius Böttcher
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NOFV-Oberliga Nord: Der 25 Jahre alte Offensivspieler, der erst vor einem Jahr vom Ludwigsfelder FC zum MSV wechselte, wird nicht mehr für den Aufsteiger aus der Fontanestadt auflaufen.

Der MSV Neuruppin spielt erstmals seit 14 Jahren wieder in der Fußball-Oberliga, erstmals wieder über die Mark hinaus, auf Ebene des Nordostdeutschen Fußballverbandes. Euphorie oder Aufbruchstimmung sind im Volksparkstadion aber keine erkennbar. Fünf Partien sind in der Nord-Staffel absolviert, vier Zähler haben die Fontanestädter gesammelt – einem Sieg und einem Remis stehen drei Niederlagen gegenüber, was einem Aufsteiger (noch) keine Kopfschmerzen bereiten sollte.

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Gar Migräne verursacht den Verantwortlichen jedoch die personelle Situation, die sich nach der nächsten Hiobsbotschaft, keineswegs verbessert. Auf SPORTBUZZER-Nachfrage bestätigte Abteilungsleiter Stefan Prüfer, dass Angreifer Florian Matthäs um Vertragsauflösung gebeten hat. „Er nannte eine zu hohe Belastung durch die Fahrten von seinem Wohnort Potsdam als Begründung“, informiert Prüfer, der die unverhoffte Unglücksbotschaft als „linke Nummer“ bezeichnet: „Reisende soll man nicht aufhalten.“

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Auch Florian Matthäs war zu erreichen – der 25-jährige, der erst vor einem Jahr vom Ludwigsfelder FC zum MSV wechselte, sagte: „Ich hatte im privaten Umfeld einige Schicksalsschläge, die mich mental und gesundheitlich ziemlich getroffen haben. Und tatsächlich habe ich auch die Pendelei zwischen Potsdam und Neuruppin mental unterschätzt. Das hatte sich damals bei der Unterschrift noch nicht so dargestellt.“ Auf lediglich zehn Pflichtspieleinsätze im Trikot der Fontanestädter kam der technisch beschlagene Kicker – sieben in der Brandenburgliga, die der MSV auch dank seiner zwei Treffer am Ende der abgebrochenen Corona-Saison verlassen durfte, und drei im Landespokal (ein Tor).


In diesem Sommer war die Vorbereitung gerade einmal anderthalb Wochen alt, da warf Matthäs ein Mittelfußbruch – im Training ohne Fremdeinwirkung passiert – zurück. Nur im ersten Testspiel beim Pritzwalker FHV (2:0) wirkte er mit. „Ich hätte dem Verein also auch für absehbare Zeit nicht mehr zur Verfügung gestanden. Deshalb wollte ich dem MSV Planungssicherheit geben. Auch die Mannschaft weiß, woran sie ist.“ Ihm selbst sei es nun erst einmal wichtig, „wieder gesund zu werden“. Es habe sich laut Matthäs die gute Möglichkeit ergeben, bei einem anderen Verein die Reha-Phase zu absolvieren. Das eigene Ziel ist es, am 1. November wieder Fußball zu spielen. Wo das sein wird, wollte die Offensivkraft, dessen Zwillingsbruder Felix beim Oberliga-Rivalen RSV Eintracht spielt, noch nicht sagen.

MSV-Trainer Bloch: "Verschwende daran keine Emotion"

Das eine Jahr beim MSV Neuruppin bereut er nicht: „Es war durch die Corona-Pandemie leider eine kurze Episode. Meine Erfahrung war jedoch positiv, die sportlichen Ambitionen sind mit dem tollen Umfeld gerechtfertigt und vor allem junge Spieler können sich dort auf gutem Niveau beweisen. In Neuruppin habe ich neue Freunde gefunden, die Zeit dort hätte auch ich mir umfangreicher vorgestellt.“

Selbiges betont auch Henry Bloch, der mit seinem schnellen Stürmer fest geplant hatte: „Aber selbst auf feste Zusagen vor der Saison kann man sich nicht mehr verlassen, das ist eine böse Überraschung. Es ist extrem ärgerlich, Flo hätte uns mit seinen Fähigkeiten in der Oberliga helfen können.“ So aber beschäftigt sich der MSV-Trainer mit dem Personal, welches ihm zur Verfügung steht: „Florian wünsche ich viel Glück, verschwende daran aber keine Emotion. Mit unseren Mitteln wollen wir nun weiter Punkte für den Klassenerhalt sammeln. Bei den Jungs, die da sind, ist die Euphorie groß. In andere Köpfe kann ich leider nicht schauen.“