06. Januar 2020 / 13:23 Uhr

Ein Cross-Rennen im Wortsinn: Regen erschwert den Läufern in Bothfeld das Leben

Ein Cross-Rennen im Wortsinn: Regen erschwert den Läufern in Bothfeld das Leben

Norbert Fettback
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Stark im Nehmen: Auch vor der letzten der fünf Runden des Hauptrennens regnet es gnadenlos – die Laufbahn gleicht einem See. 
Stark im Nehmen: Auch vor der letzten der fünf Runden des Hauptrennens regnet es gnadenlos – die Laufbahn gleicht einem See.  © Norbert Fettback
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Dieser Auftakt in die Laufpass-Serie 2020 hat es fürwahr in sich gehabt: Beim 6. Bothfelder Cross-Rennen goss es wie es aus Eimern - allerdings erst, als sich die Teilnehmer des Hauptfeldes auf den Weg machten. Die Kinder hatten Glück, sie waren im Trockenen unterwegs.

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Nein, das war nichts für Schönwetterläufer. Eigentlich hätte man unter einem Regenschirm Schutz suchen müssen, aber auch das hätte wenig geholfen: Beim 6. Bothfelder Cross-Rennen schüttete es wie aus Kübeln, als sich das Hauptfeld aufmachte zu den fünf Runden über insgesamt 8500 Meter. Ganz anders als zwei, drei Stunden zuvor, als die anderen Läufe anstanden, darunter die für Kinder.

Hinterher ist jeder klitschnass und schmutzig

Doch was bleibt einem übrig, wenn man sich zur Startlinie begeben hat – ob nun in zumindest halbwegs schützender Jacke oder aber in kurzer Hose? Und ehrlich gesagt: Wird so ein Rennen durch Regen und Matsch nicht erst zu einem „richtigen“ Cross? Klitschnass und schmutzig waren hinter jedenfalls alle 154 Läuferinnen und Läufer. „Jeder, der ins Ziel gekommen ist, darf sich als Held fühlen“, sagte Timo Kuhlmann vom Organisationsteam des TuS Bothfeld. „So ein schlechtes Wetter hatten wir noch nie.“

Bilder vom 6. Bothfelder Cross-Rennen

Durchgeweicht und glücklich: Hauke Horstmann (Mitte), Timo Görtler (links) und Andreas Solter haben den Jahresauftakt im Laufpass als die Schnellsten beendet. Zur Galerie
Durchgeweicht und glücklich: Hauke Horstmann (Mitte), Timo Görtler (links) und Andreas Solter haben den Jahresauftakt im Laufpass als die Schnellsten beendet. ©

Es war nicht nur die Nässe, mit der die Freizeitsportler beim Auftakt zur „Laufpass“-Serie zu kämpfen hatten. Auch das Terrain machte es ihnen weit schwerer als sonst. Auf der vom starken Regen im Nu aufgeweichten Strecke hieß es höllisch aufzupassen, um nicht zu Fall zu kommen. „Am Ende war es eine einzige Schlammschlacht“, berichtete Andreas Solter.

Solter stürzt gleich dreimal

Der Sieger des SPORTBUZZER-Rankings von 2019 fand sich selbst mehrfach in Bauchlage und damit in ungewohnter Position wieder. Auf der mithilfe von Absperrband zu einem Labyrinth umfunktionierten Rasenfläche der Bezirkssportanlage war Solter gegen Ende des Rennens beim Durchlaufen der Kurven gleich dreimal gestürzt. „Danach habe ich nur noch versucht, heil ins Ziel zu kommen“, sagte er.

Immerhin reichte es für ihn nach anfänglicher Führung zu Platz drei in 31:32 Minuten – sein bestes Resultat beim Bothfelder Cross überhaupt. An Hauke Horstmann (30:35) war bei diesem Rennen partout kein Vorbeikommen, der Arzt fuhr nebenbei auch noch 25 Punkte für das SPORTBUZZER-Ranking ein. Solter sagte anerkennend: „Gegen ihn hatte ich keine Chance.“

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Der Triathlet von Hannover 96 lief taktisch ein kluges Rennen und wehrte nach der anfänglichen Attacke von Solter auch den Versuch vom Timo Görtler erfolgreich ab, für einen TuS-Heimsieg zu sorgen. Der Nachwuchstrainer des Bothfelder Vereins war offensichtlich aber auch mit Platz zwei in 30:52 zufrieden – nach den Rängen vier und sechs in den Vorjahren.

In der Frauen-Konkurrenz hatte Lena Brunkhorst (34:03) alles im Griff. Auch sie gehört wie Horstmann der Triathlonsparte von Hannover 96 an und scheint sich bei einem Cross wie dem in Bothfeld pudelwohl zu fühlen. Ihr am nächsten kamen Beate Marx (36:03) und die Lehrterin Nadine Schenkemeyer (36:40), auch eine Triathletin.

Download 1. Einzelranking Laufpass 2020
Start der Jungen über 1700 Meter beim Bothfelder Crosslauf

An gleicher Stelle hatte Brunkhorst, für die der Sport mit 35 Jahren nur noch eine schöne Nebensache ist, auch schon 2016 triumphiert. Dass auf diese Weise durch die beiden Mediziner auch noch ein Doppelerfolg für 96 heraussprang, ließ sie den total verregneten Wettkampf kurzzeitig vergessen.

Eine bekannte Athletin aus jüngerer Zeit dominierte in Bothfeld auch die Konkurrenz auf der Mitteldistanz. Ulrike Wendt (Hannover 96), wie Brunkhorst nur noch sporadisch bei Wettkämpfen dabei, ließ über die 3400 Meter in 13:19 Minuten nur acht Männern den Vortritt. Es passte ins Bild, dass auch sie von Beruf Ärztin ist. Fabian Kuklinski (VfL Eintracht Hannover) war in diesem Wettbewerb in 11:08 knapp vor dem für LAC Olympia Berlin startenden Carsten Krüger (11:11) erfolgreich.