13. September 2020 / 14:39 Uhr

Bovender SV II: Spielertrainer wechselt Spielertrainer aus, der lachende Dritte ist Nesselröden

Bovender SV II: Spielertrainer wechselt Spielertrainer aus, der lachende Dritte ist Nesselröden

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Hussein Noureddine vom Bovender SV II (M.), bekommt es in dieser Szene gleich mit zwei Nesselrödern zu tun.
Hussein Noureddine vom Bovender SV II (M.), bekommt es in dieser Szene gleich mit zwei Nesselrödern zu tun. © Heller
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Kuriose Szene in der Fußball-Kreisliga Göttingen-Osterode: Beim Bovender SV II wechselt sich ein Spielertrainer für den anderen ein – gegen dessen Willen. Das Resultat: Der BSV II schwächt sich damit selbst und verliert gegen den TSV Nesselröden mit 0:2.

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Erstes Saisonspiel der Fußball-Kreisliga und gleichzeitig erstes Pflichtspiel für die Trainerduos Andreas „Willi“ Dellemann/Hassan Noureddine (Bovender SV II) und Jan-Philipp Brömsen/Gerd Müller (TSV Nesselröden). Die Gäste aus dem Eichsfeld setzten sich dabei am Sonntagvormittag in der Staffel A durch Tore von Jonas Leineweber (58.) und Konstantin Wirth (90.+1) mit 2:0 (0:0) durch.

Bovender SV II - TSV Nesselröden, Fußball-Kreisliga, Staffel A, 2020/21

Bovender SV II - TSV Nesselröden, Fußball-Kreisliga, Staffel A, 2020/21 Zur Galerie
Bovender SV II - TSV Nesselröden, Fußball-Kreisliga, Staffel A, 2020/21 © Heller

Dabei hätte der Gastgeber selbst in den Augen des TSV-Trainerduos zur Halbzeit mit 3:0 führen müssen. Nach guten zehn Minuten der Nesselröder hatte der BSV die Regie übernommen, verpasste aber den Führungstreffer.

Dafür traf in einem zuweilen hitzig geführten Duell Leineweber nach einem Eckball für die Eichsfelder. In der Folge drängte der Gastgeber auf den Ausgleich, doch unter anderem Hussein Noureddine, der links vorbeischoss, verzog (67.). Nesselröden versuchte, seine Räume zu nutzen, blieb jedoch ebenso ohne Erfolg.

Es folgte in der 74. Minute die Szene des Spiels: Hassan Noureddine will sich für seinen Trainer-Kompagnon Dellemann einwechseln. Der weigert sich zunächst und macht dann beim zweiten Versuch seinem Frust lautstark Luft: „Das ist nicht dein Ernst! Wollen wir auf halten spielen? Da könnte ich ausrasten!“ In der Tat hatte der Gastgeber nach Dellemanns Herausnahme keine nennenswerten Offensivaktionen mehr, und der Weg für den Nesselröder Dreier war frei. Wirth machte in der Nachspielzeit für die Gäste den Deckel drauf.

„In der ersten Halbzeit hatten wir ganz großes Glück. Gegen den RSV müssen wir eine Schippe drauflegen“, sagte TSV-Trainer Gerd Müller. Die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte als Coach des Gästeteams sei durchaus „etwas komisch“ gewesen, räumte er ein. „Wir können deutlich mehr, aber im ersten Spiel ist es nie einfach“, sagte Brömsen.

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Innerhalb des BSV-Trainerduos herrschte demgegenüber Klärungsbedarf. „Das war nicht abgesprochen“, sagte Dellemann nach dem Abpfiff. Zur Aussprache trafen sich die Trainer jedoch schon kurze Zeit später auf dem Balkon des BSV-Klubhauses. Dellemanns sportliches Fazit: „Mit der Leistung können wir zufrieden sein, mit dem Ergebnis leider nicht. Das Spiel hätten wir niemals verlieren dürfen.“ – Tore: 0:1 Leineweber (58.), 0:2 Wirth (90.+2).