22. Juli 2020 / 14:11 Uhr

Hau den Huck: Greifswalder Lewandowski feiert Comeback

Hau den Huck: Greifswalder Lewandowski feiert Comeback

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Sie lassen am 29. August in Braunlage die Fäuste fliegen: Dennis Lewandowski (l.) und Ex-Weltmeister Marco Huck.
Sie lassen am 29. August in Braunlage die Fäuste fliegen: Dennis Lewandowski (l.) und Ex-Weltmeister Marco Huck. © Peter Krüger/OZ-Archiv
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Dennis Lewandowski ist zurück im Boxgeschäft. Nach gut einjähriger Ringabstinenz kämpft der 26 Jahre alte Greifswalder Ende August in Braunlage gegen Ex-Weltmeister Marco Huck. Lewandowski kennt Huck gut. Beide haben schon zusammen trainiert.

Dennis Lewandowski ließ das Auto am Mittwoch stehen. Stattdessen schwang sich der 26-Jährige für den zehn Kilometer langen Weg zur Arbeit aufs Fahrrad. Der Grund: Lewandowski, der als Zusteller tätig ist, muss schnell wieder fit werden. Nach über einjähriger Ringabstinenz boxt der Greifswalder am 29. August in Braunlage im Harz gegen Ex-Weltmeister Marco Huck.

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Der Deal wurde am Montag eingefädelt. Lewandowski traf sich im italienischen Restaurant in Greifswald-Eldena mit Promoter Kenan Hukic, dem Bruder von Huck, und Manager Karl-Heinz Wolpers. Der Boddenstädter erbat sich einen Tag Bedenkzeit. Er sprach mit seiner Lebensgefährtin Janina und seinem Trainer Martin Dachschütt, danach sagte er zu.

„So eine Chance kommt nicht noch mal“, meint Lewandowski, der zuletzt im Mai vergangenen Jahres in Nottingham im Ring gestanden hatte. Sein Gegner war Fabio Wardley. „Ich habe in der vierten Runde einen stechenden Schmerz in der Schulter verspürt. Der Ringrichter hat den Kampf abgebrochen“, erzählt Lewandowski.

Boxen rückte für den 1,88 Meter großen Schwergewichtler fortan in den Hintergrund. Im September erblickte Töchterchen Mila das Licht der Welt. „Sie ist unsere kleine Prinzessin“, schwärmt der Boxer. „Mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Ich stehe in der Verantwortung.“

Vor wenigen Wochen zog die junge Familie nach Wackerow vor den Toren Greifswalds. Haus, Garten und den Wald direkt vor der Haustür – Dennis Lewandowski fühlt sich in der dörflichen Idylle wohl. „Die Familie ist alles“, sagt der Greifswalder. Für Frau und Kind steigt er wieder in den Ring.

Allerdings läuft dem Greifswalder, der derzeit fast 140 Kilo auf die Waage bringt, die Zeit davon. Die einjährige Trainingspause lässt sich nicht binnen fünf Wochen aufholen. „Ein paar Kilos müssen runter. Ich mache jetzt eine Woche lang nur Kondition, danach steigen wir ins boxspezifische Training ein“, sagt Lewandowski.


Bedenken hat er nicht. „Ich werde 20, 30 Kilo mehr als Marco wiegen. Damit muss er erst mal klarkommen. Würde ich von vornherein wissen, dass der Kampf böse für mich ausgeht, würde ich ihn nicht machen“, versichert der frühere Junioren-Weltmeister.

Zehn Runden sind angesetzt. Lewandowski, der 13 seiner 17 Profikämpfe gewann, ist gegen den neun Jahre älteren Huck, der von 2009 bis 2014 Cruisergewichtsweltmeister war und nun sein Glück erneut in der Königsklasse versucht, klarer Außenseiter.

„Wir rechnen uns schon ein bisschen aus“, sagt Lewandowski, der Huck gut kennt. Der Greifswalder gehörte im Frühjahr 2017 im Trainingscamp in Braunlage zu dessen Sparringspartnern. Lewandowski ist zuversichtlich: „Ich weiß, wie Marco boxt. Er wird mich nicht auf die Bretter schicken. Ich gehe davon aus, dass das Duell über die Distanz geht.“

Der Greifswalder, der derzeit unter den weltweit 1333 Schwergewichtlern an Position 231 geführt wird, möchte sich mit einem beherzten Kampf für weitere Ringauftritte empfehlen. „Ich bin erst 26, ich kann noch viel erreichen.“