05. Februar 2021 / 15:04 Uhr

Brady gegen Mahomes: Wolfsburger Footballer über das Quarterback-Duell im Super Bowl

Brady gegen Mahomes: Wolfsburger Footballer über das Quarterback-Duell im Super Bowl

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Super-Bowl-Duell: Wenn es in der Nacht zu Montag (deutscher Zeit) um die Vince-Lombardi-Trophy (kl. B. o.) geht, stehen sich auch die Star-Quarterbacks Patrick Mahomes (l., Kansas City Chiefs) und Tom Brady (r., Tampa Bay Buccaneers) gegenüber. Wir haben bei Hendrik Ebert (u. l.), Headcoach der Blue Wings, und Helge Dosdall, Team-Captain der Wolfsburger, nachgefragt, wer das Rennen macht.
Super-Bowl-Duell: Wenn es in der Nacht zu Montag (deutscher Zeit) um die Vince-Lombardi-Trophy (kl. B. o.) geht, stehen sich auch die Star-Quarterbacks Patrick Mahomes (l., Kansas City Chiefs) und Tom Brady (r., Tampa Bay Buccaneers) gegenüber. Wir haben bei Hendrik Ebert (u. l.), Headcoach der Blue Wings, und Helge Dosdall, Team-Captain der Wolfsburger, nachgefragt, wer das Rennen macht. © dpa (3), Privat, Roland Hermstein
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In der Nacht von Sonntag auf Montag ist Super-Bowl-Sunday in den USA. Das Endspiel der NFL ist ein Duell der Superlative. Tampa Bay Buccaneers gegen Kansas City Chiefs. Tom Brady gegen Patrick Mahomes. Wir haben bei heimischen Football-Experten nachgefragt, wer von den beiden Star-Quarterbacks das Rennen macht.

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Es ist das vielleicht größte Einzelsportereignis der Welt: der Super Bowl. Das Finale der amerikanischen Football-Profi-Liga NFL. Wenn in der Nacht zu Montag (0.30 Uhr, deutscher Zeit) das eiförmige Leder das erste Mal durch die Luft fliegt, werden alleine in den USA über 100 Millionen Menschen zuschauen, das Spiel wird rund um den Globus live übertragen, 30 Sekunden Werbung im amerikanischen TV kosten 5,5 Millionen Dollar und US-Sender CBS ist mit 120 (!) Kameras vor Ort. Zum Vergleich: Bei einem Fußball-Bundesliga-Spiel sind rund 20 im Einsatz. Doch der Super Bowl besitzt auch jede Menge sportliche Brisanz. Es ist das Duell zwischen den Tamapa Bay Buccaneers und Titelverteidiger Kansas City Chiefs. Und das zwischen zwei Quarterback-Generationen: Tom Brady gegen Patrick Mahomes. Wir haben bei den Regionalliga-Footballern der Wolfsburg Blue Wings nachgefragt, wer die besseren Karten in diesem spannenden Zweikampf hat.

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Auf der einen Seite ist da natürlich Brady, seit dieser Saison Quarterback der Buccaneers und lebende NFL-Legende. Der 43-Jährige wird von vielen als der GOAT (Greatest of all Time), also der Beste aller Zeiten, bezeichnet. Er bricht reihenweise Rekorde, steht nun in seinem zehnten Super Bowl (zuvor alle Teilnahmen mit Ex-Klub New England Patriots) und kann seinen siebten Titel gewinnen. Alles Bestwerte. Dazu haben die Buccaneers die Chance, als erstes NFL-Team das Finale im eigenen Stadion zu gewinnen. "Das wäre ein Meilenstein. Wenn einer das erreicht, dann Brady", sagt daher auch Helge Dosdall, Team-Captain und Center der Blue Wings, mit einem Schmunzeln. "Ich bin kein Freund davon, Brady größer zu machen als er ist. Aber er ist so groß."

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Brady? "Zwei Jahrzehnte pure Erfahrung"

Auch Hendrik Ebert, Headcoach der Wolfsburger Footballer, schwärmt: "Die Selbstdisziplin und der Fokus von Brady sind monströs. Bei ihm sind es einfach zwei Jahrzehnte pure Erfahrung." Und das spiegelt sich auch in seinem Spiel wider. "Brady strahlt eine extreme Ruhe aus, kein aktiver Quarterback kann ein Spiel so gut lesen", beschreibt Dosdall den Routinier. "Er zerlegt die Defensive schon vor dem Spielzug. Dazu kann gerade mit seinem Kurzpassspiel seine Offensive systematisch übers Feld führen. Aber auch tiefe Bälle kann er immer noch werfen."

Wenn es allerdings nur ums Passen an sich geht, ist Shootingstar Mahomes wohl ein bisschen besser. "Was seine Fähigkeiten im Passing angeht, ist er der beste der Liga", sagt Dosdall. "Er kann alle Pässe werfen, die man in der NFL braucht, hat mit die stärkste Wurfkraft." Und Ebert ergänzt: "Mahomes ist dazu stark im Improvisieren und ist mobiler als Brady." Heißt: Der Chiefs-Quarterback ist beweglicher, kann eher mal selbst laufen. "Er verfügt über eine Athletik, die die alte Quarterback-Garde eben nicht hat", sagt Dosdall. Und sowieso: Ein Newcomer ist Mahomes trotz seiner 25 Jahre ganz bestimmt nicht. Er gewann den Super Bowl im vergangenen Jahr, überzeugte in jeder seiner drei Saisons als Starter (vier insgesamt). Dosdall: "Mahomes ist auf jeden Fall der Top-Quarterback der jüngeren Vergangenheit."

Chiefs leicht im Vorteil

Und welcher der beiden Star-Quarterbacks macht nun das Rennen? Das hängt natürlich auch vom Rest des Teams ab. Beide sind stark, die Chiefs insgesamt vielleicht ein bisschen stärker. Beide Blue Wings rechnen mit einem Spiel mit vielen Punkten - und eher mit einer Titelverteidigung von Kansas City. Dosdall: "Wenn man die Leistung in der Saison betrachtet, kommt man an KC nicht vorbei." Ebert: "Als Team sind die Chiefs im Vorteil, Brady muss aufdrehen, damit die Buccaneers mithalten." Aber das ist alles andere als ausgeschlossen, denn: "Er dreht in den Playoffs regelmäßig extrem auf."