04. Januar 2021 / 17:45 Uhr

Brähmer ist bereit für Duell mit Sturm

Brähmer ist bereit für Duell mit Sturm

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Er hofft auf eine WM-Chance: Jürgen Brähmer, hier in seinem Gym in Schwerin.
Er hofft auf eine WM-Chance: Jürgen Brähmer, hier in seinem Gym in Schwerin. © imago
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Profiboxer Jürgen Brähmer will es noch mal wissen. Der 42 Jahre alte Schweriner strebt einen Kampf gegen Felix Sturm (41) an. Das Duell der Ex-Weltmeister könnte im Frühjahr über die Bühne gehen. „Wenn es klappt, wird es eine Weltmeisterschaft“, sagt Brähmer.

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Neues Jahr, neue Herausforderung. Jürgen Brähmer strebt einen Mega-Kampf gegen Felix Sturm an. „Wir sind da dran“, bestätigt der 42 Jahre alte Profiboxer aus Schwerin.

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Brähmer sagt: „Es ist keine Frage des Geldes.“ Der Ex-Weltmeister würde am liebsten in Norddeutschland boxen, „weil wir hier viel mehr Leute mobilisieren könnten”, aber er sei bereit, überall anzutreten – auch in Sturms Wohnzimmer in Köln. „Wo er das gern haben möchte.”

Felix Sturm (41) hatte am 20. Dezember nach knapp fünfjähriger Ring-Pause in Hamburg ein erfolgreiches Comeback gefeiert. Der gebürtige Leverkusener, der bei verschiedenen Weltverbänden insgesamt fünfmal Champion war, bezwang den Düsseldorfer Timo Rost (29) klar nach Punkten.



Er ist zurück: Felix Sturm (r.), hier im Duell mit Timo Rost. 
Er ist zurück: Felix Sturm (r.), hier im Duell mit Timo Rost.  © Axel Heimken/dpa

Am liebsten würde Sturm vor dem Duell mit Brähmer zwei, drei Aufbaukämpfe bestreiten. Doch davon hält der Schweriner nichts. „Entweder machen wir das Ding im Frühjahr oder spätestens zu Sommerbeginn oder halt nicht”, sagt Brähmer, der zuletzt am 21. Dezember 2019 in Hamburg im Ring gestanden und einen K.o.-Sieg gegen Jürgen Doberstein verbucht hatte.

Im Normalfall wäre der frühere Champion nach einjähriger Ringpause aus den Ranglisten gerutscht. Doch in Corona-Zeiten ist alles anders. Brähmer wird bei den Verbänden WBO und WBC auf Position zehn im Supermittelgewicht (bis 76,203 Kilo) geführt, bei der IBF hat er sich sogar auf Rang fünf verbessert. Damit hat der Mecklenburger gute Aussichten, Pflicht-Herausforderer von Weltmeister Caleb Plant (USA) zu werden. „In Amerika geht das Boxen zurzeit durch die Decke – auch ohne Zuschauer”, erzählt Brähmer.

Der bodenständige Schweriner würde aber lieber in der Heimat gegen Sturm die Fäuste fliegen lassen. „Das deutsche Boxen braucht solche Kämpfe.” Neben Sturms altem und neuem Arbeitgeber Universum sei auch Petkos Boxpromotion an einer Ausrichtung des Kampfes interessiert, sagt Brähmer. „Wann und wie auch immer, ich bin bereit.”

Die beiden Ex-Champions wollen noch einmal auf den WM-Thron. „Wenn es klappt, wird es eine Weltmeisterschaft. Wir haben zwei, drei Optionen“, versichert Brähmer, der sich selbst promotet.

Sturm, der als Profi 41 seiner 50 Duelle gewonnen hat und Weltmeister mehrerer Verbände war, steht beim Hamburger Universum-Boxstall unter Vertrag.

Der Sohn bosnischer Eltern liegt im Clinch mit der Justiz. Sturm war im April vergangenen Jahres wegen Steuerhinterziehung und Dopings zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Er legte Revision ein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Duell Brähmer gegen Sturm, der mit bürgerlichem Namen Adnan Catic heißt, gab es schon einmal. 1997 setzte sich der Lokalmatador im Halbmittelgewichts-Finale der deutschen Meisterschaften in Schwerin klar gegen den amtierenden Europameister durch. Es war einer von insgesamt sechs Titelgewinnen für Traktor Schwerin. Der damaliger Junioren-Weltmeister Brähmer wurde als bester Techniker der Meisterschaften geehrt.

„Das war eine super Veranstaltung. Über 5000 Leute waren in der Sport- und Kongresshalle”, erinnert sich Brähmer, der das Jahr sportlich begonnen hat. „Ich bin ganz normal im Training. So wie ein Kampf konkret wird, fahre ich das Pensum hoch.”

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