14. Juli 2017 / 19:26 Uhr

Brandenburgliga: Hauptmann Oliver Richter hat die Nase vorn

Brandenburgliga: Hauptmann Oliver Richter hat die Nase vorn

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Oliver Richter (M.) ist Trainer der Saison.
Oliver Richter (M.) ist Trainer der Saison. © Sportbuzzer-Grafik
Anzeige

Brandenburgliga: Oliver Richter vom TuS Sachsenhausen gewinnt die Wahl zum Fußballtrainer der Saison 16/17 vor Ronny Huppert aus Wernsdorf – beide kennen sich aus gemeinsamen Bundeswehr-Zeiten.

Anzeige

Platz zwei in der Liga, aber ganz oben bei der MAZ-Wahl zu Brandenburgs „Trainer der Saison“. Oliver Richter hat es geschafft und bei der dreiwöchigen Online-Abstimmung einen Start-Ziel-Sieg hingelegt. 798 Stimmen konnte der Coach des Fußball-Brandenburgligisten TuS 1896 Sachsenhausen bis Freitag-Vormittag sammeln – 160 mehr als Verfolger Ronny Huppert vom Landesklasse-Ost-Meister Frankonia Wernsdorf. Auch der Dritte der Trainerwahl holte mit seinem Team Meisterschaft und Pokalsieg: Sascha Flemming von Fortuna Glienicke (Oberhavel, 494 Stimmen) gewinnt Bronze.

„Ich habe einen fulminanten Start hingelegt, hatte schnell einen großen Vorsprung“, sagt der 33-jährige Sieger, „das hat anscheinend gereicht. Ich freue mich sehr darüber.“ Und doch bleibt Richter bescheiden und wird nicht müde, auch die Leistungen der anderen zu würdigen. „Es gibt viele Trainer, die in ihren Vereinen sehr gute Arbeit machen“, bemerkt der B-Lizenz-Inhaber, der bis zu seinem Wechsel nach Sachsenhausen im Sommer 2015 die U19 des BFC Dynamo betreute.

​Oliver Richter: "Danach stand das Handy nicht mehr still"

Allen voran Ronny Huppert, mit dem Richter seit der gemeinsamen Bundeswehrzeit gut befreundet ist. „Wir waren neun Jahre lang in einer Kompanie.“ Richter am Ende als Hauptmann, Huppert als Stabsfeldwebel. „In Übungen haben wir oft gegeneinander trainiert“, erinnert sich der TuS-Coach. „Er hat den Charly-Zug angeführt, ich den Alpha-Zug.“ Seitdem riss der Draht nie ab, auch weil beide zwei gemeinsame Auslandseinsätze im Kosovo und Afghanistan bestritten. „Wir haben häufig Kontakt, tauschen uns rund um den Fußball aus“, sagt Ronny Huppert. Statt auf dem Truppenübungsplatz begegnen sich die beiden jetzt auf sportlicher Ebene wieder. Viele frühere Bundeswehr-Kameraden hätten sich an der Abstimmung beteiligt, weiß Oliver Richter, der selbst nicht auf Stimmenfang ging. Als der Startschuss zur Wahl fiel, war er gerade beim Abendessen, hatte das Handy abgeschaltet. „Danach stand es nicht mehr still.“

Trainer der Saison 2017/18 und Vizemeister – ist das nicht nur noch durch den Landesmeistertitel zu toppen? „Andere werden auch gut dabei sein, aber wir wollen wieder oben rein“, betont Oliver Richter. Da drückt auch Ronny Huppert die Daumen. „Glückwunsch an den TuS-Trainer“, übermittelt er aus dem Urlaub. „Er hat nur einen großen Fehler: Er ist leider BVB-Anhänger und kein Bayern-Fan.“