09. April 2021 / 19:52 Uhr

Brandenburgs Ringerverbandspräsident Danny Eichelbaum: „Planbarkeit ist kaum gegeben“

Brandenburgs Ringerverbandspräsident Danny Eichelbaum: „Planbarkeit ist kaum gegeben“

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Danny Eichelbaum, Präsident des Ringerverbandes Brandenburg, ist seit genau 100 Tagen auch Vorsitzender der Zweckgemeinschaft Mitteldeutschland, in dem sich die Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg zusammengeschlossen haben. 
Danny Eichelbaum, Präsident des Ringerverbandes Brandenburg, ist seit genau 100 Tagen auch Vorsitzender der Zweckgemeinschaft Mitteldeutschland, in dem sich die Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg zusammengeschlossen haben. © Frank Neßler
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Seit 100 Tagen ist Brandenburgs Landesverbandspräsident Danny Eichelbaum auch Vorsitzender der Zweckgemeinschaft Mitteldeutschland der Ringer.

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Mitten in der Corona-Pandemie hat Danny Eichelbaum als Präsident des Ringerverbandes Brandenburg (RVB) turnusmäßig am 1. Januar den Vorsitz in der Zweckgemeinschaft Mitteldeutschland (ZGMD) für ein Jahr übernommen. Am 10. April ist er genau 100 Tage im Amt.

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Im Interview spricht der 47-Jährige über Öffnungsperspektiven und Modellprojekte für den Vereinssport, über einen Generationswechsel bei Trainern am brandenburgischen Bundesstützpunkt im Zuge der Leistungssportreform, über in Coronazeiten anstehende Titelkämpfe, den Stand der Vorbereitung der Regionalliga-Saison 2021 sowie über die Chancen für eine Olympiateilnahme von Ringerinnen und Ringen aus Brandenburg beziehungsweise aus Mitteldeutschland.

Herr Eichelbaum, wie fällt Ihre Bilanz der ersten drei Monate als Vorsitzender der Zweckgemeinschaft aus?



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Danny Eichelbaum: Die ersten drei Monate waren natürlich fast ausschließlich von den coronabedingten Beschränkungen des Ringkampfsportes beeinflusst. Darunter leiden wir alle im Sport. Wir sind aber froh, dass es uns in den Gesprächen mit den Sportministerien der Länder gelungen ist, zumindest das Training für unsere Bundes-und Landeskader abzusichern. Das ist für den Leistungssport besonders wichtig, um nicht den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren. Ansonsten sehe ich es auch als meine Aufgabe an, mich immer wieder auf allen politischen Ebenen dafür einzusetzen, dass wir im Verbandsgebiet der Zweckgemeinschaft Mitteldeutschland Öffnungsperspektiven für den Vereinssport erhalten. Wenn es die Infektionslage hergibt, benötigen wir auch in Mitteldeutschland Modellprojekte für den Kinder-und Jugendsport, auch im Kontaktsport, denn die lockdown-bedingten negativen Folgen für die Kinder und Jugendlichen nehmen dramatisch zu. Unsere Vereine haben intelligente Schutzkonzepte erarbeitet, um einen bestmöglichen Schutz unserer Sportler zu gewährleisten.

Im Ringen gibt es immer mal wieder den Wunsch nach strukturellen Veränderungen. Wie ist die aktuelle Situation?

Wir haben ja im Ringkampfsport gerade in den letzten Jahren die Leistungssportreform auch mit Schmerzen umgesetzt. In Frankfurt (Oder) und in Leipzig befinden sich unsere Bundesstützpunkte und Luckenwalde wurde DRB-Regionalstützpunkt. Jetzt stehen wir auch auf der Trainerebene vor einem Generationswechsel. Ich bin froh und glücklich, dass wir mit dem ehemaligen aktiven Ringer Francis Weinhold, einen jungen Leiter für den Bundesstützpunkt Frankfurt (Oder) gefunden haben, der sowohl alle Beteiligten vor Ort kennt und die Arbeit unserer Trainer koordiniert und gleichzeitig das strategische Ziel, nämlich unsere Männer und Frauen an die internationale Weltspitze heranzuführen, mit Weitsicht und unter Einbeziehung der Trainer und Sportler, hervorragend umsetzt.

Welche Probleme bereitet die Corona-Pandemie in Sachen Planbarkeit für in diesem Jahr anstehende Titelkämpfe?

Planbarkeit, insbesondere für unsere Deutschen Meisterschaften, ist kaum gegeben, weil wir nicht wissen, wie sich die Corona-Pandemie weiterentwickelt. Dennoch haben wir gemeinsam mit dem DRB unter Vorbehalt Termine für die Meisterschaften in diesem Jahr vorgesehen.

Welche sportlichen Höhepunkte sind 2021 im Verbandsgebiet geplant?

Wenn es die Corona-Pandemie zulässt, wollen wir vom 9. bis zum 11. Juli die Deutschen Meisterschaften im Freistilringen der Männer und Frauen in Frankfurt (Oder) durchführen, für den August sind dann die Deutschen Meisterschaften der A-Jugend im Freistil und im griechisch-römischen Stil in Stendal und Warnemünde geplant und vom 1. bis zum 3. Oktober soll die Deutsche Meisterschaft der B-Jugend im griechisch-römischen Stil in Torgelow stattfinden.

Gibt es Neues zur Regionalliga Mitteldeutschland der Ringer oder wird alles beim Alten bleiben?

Auch darüber wurde bereits mit unseren Vereinen gesprochen. Geplant ist in dieser Saison, dass die Regionalliga mit einer Staffel und acht Vereinen an 14 Kampftagen stattfindet. Als erster Kampftag wurde der 11. September 2021 vereinbart. So ist jedenfalls der derzeitige Zeitplan.

Im Sommer sollen die Olympischen Spiele in Tokio mit einem Jahr Verspätung stattfinden. Noch sind nicht alle Tickets vergeben. Auch in Sachen Olympia-Qualifikation hat die Pandemie ihre Spuren hinterlassen. Quali-Turniere wurden verschoben. Die letzten finden nun erst im Mai und im Juni statt. Wie bewerten Sie das bisherige Abschneiden der Ringerinnen und Ringer aus Brandenburg und aus Mitteldeutschland?

Wir haben noch die Chancen auf eine oder mehrere Olympiaqualifikationen. Unser Freistil-Ass Erik Thiele (Gewichtslimit bis 97 kg, Anm. d. Red.) und Lisa Ersel (53 kg), die beide in Frankfurt (Oder) trainieren, haben beim europäischen Olympia-Qualifikationsturnier in Budapest im März eine Super-Leistung gezeigt, sie können sich noch beim weltweiten Olympia-Qualifikationsturnier Anfang Mai in Sofia eine Olympiateilnahme sichern. Als Ersatzkader könnten Franz Richter (griechisch-römisch 130 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/Oder) und Francy Rädelt (76 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/Oder) in Frage kommen, falls sich Eduard Popp oder Aline Rotter-Focken verletzen oder erkranken würden.

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