09. März 2021 / 16:03 Uhr

Breakdance, Karate, Sportkletten: So sieht‘s in Sachsen mit den neuen olympischen Sportarten aus

Breakdance, Karate, Sportkletten: So sieht‘s in Sachsen mit den neuen olympischen Sportarten aus

Simon Ecker
Leipziger Volkszeitung
Klettern, Breakdance, Karate
Auch Sportklettern, Breakdance und Karate sollen bei den nächsten Olympischen Spielen mit dabei sein. © dpa/SPORTBUZZER Montage
Anzeige

Bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio und 2024 in Paris werden insgesamt sechs neue Sportarten hinzukommen – auch wenn einige davon gar nicht unbedingt wollten. Im zweiten Teil der SPORTBUZZER-Serie wird nun beleuchtet, wie es um Breakdance, Karate und Sportklettern in Sachsen bestellt ist.

Leipzig. Die Olympischen Spiele sind eines der größten Sportereignisse der Welt. Der Kreis der olympischen Sportarten wird dabei regelmäßig verändert, 33 Sportarten bedeuten bei den diesjährigen Wettkämpfen Rekord – neu hinzu kommen in Tokio Baseball/Softball, Karate, Surfen, Sportklettern und Skateboarding.

Anzeige

Während sich die ersten beiden Sportarten bei den Spielen 2024 in Paris schon wieder verabschieden, bleibt der Rest erhalten und wird um Breakdance ergänzt.

Mehr Sportnews

Der SPORTBUZZER beleuchtet in einer zweiteiligen Serie, wie es um diese neuen bzw. vorübergehend olympischen Sportarten in Sachsen bestellt ist. Welche Strukturen gibt es im Breiten- und Leistungssport? Und welche Chancen haben sächsische Athletinnen und Athleten hier an den Olympischen Spielen teilzunehmen? Nachdem im ersten Teil der Serie die Sportarten Skateboarding, Surfen und Baseball/Softball vorgestellt wurden, sind im zweiten Teil Breakdance, Karate und Sportklettern an der Reihe.

Breakdance

In Sachsen existiert eine relativ starke Tanz- und Breakingszene, die Breakdance-Gruppe „The Saxonz“ holte sich schon mehrmals den inoffiziellen Deutschen Meister-Titel. Doch ähnlich wie beim Skateboarding ist auch Breakdance kein typischer Vereinssport. Viele Kinder und Jugendliche praktizieren den Sport in Tanzschulen oder Jugendzentren. Und noch eine weitere Parallele zum Skateboarding: Auch Breakdance wollte nicht unbedingt zu den Olympischen Spielen, es war vielmehr die Olympia-Bewegung, die diese Sportart haben wollte. „Doch wenn wir jetzt schon mal dabei sind, können wir die Chance auch nutzen“, meint Felix Roßberg, einer der Gründer der „Saxonz“.

Saxonzs
„The Saxonz“ sind ein Zusammenschluss der leistungsorientiertesten Tänzer Sachsens. Im Bild: Joanna Mitcheva. © The Saxonz

Durch die Teilnahme an den Spielen könne die Aufmerksamkeit und Nachfrage an Breaking gesteigert werden. Den „Saxonz“, die 2019 einen Breakdance-Verein gründeten und Ende des vergangenen Jahres ein Tanzstudio eröffneten, geht es vorrangig jedoch nicht um die Olympischen Spiele. Ihr Ziel ist es, langfristig eine Breakdance-Szene in Sachsen aufzubauen und zu etablieren. Dazu veranstalten sie regelmäßig Trainingscamps und organisieren Wettkämpfe in verschiedenen Städten.

Die Breakdance-Gruppe, von denen einige als Profisportler gelten, trainiert täglich - auch mit dem Nachwuchs als Teil ihres Teams. Breakdance auf Leistungssportniveau wird also schon betrieben, „wir müssen aber den Spagat zwischen der Sportart als Leistungssport bei Olympia sowie Breaking in der Freizeit- und Kulturszene schaffen“, betont Roßberg. Für die Olympischen Spiele 2024 in Paris macht sich die Hälfte der Gruppe berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme.


Karate

Mit der Aufnahme in den Kreis der olympischen Sportarten für Tokio kehrt Karate in diesem Jahr quasi in sein Heimatland zurück. Sächsische Kampfsportlerinnen und Kampfsportler müssen dabei aber leider vor dem Fernseher zuschauen. Zum einen ist das der Tatsache geschuldet, dass es für Deutschland nur wenige Startplätze gibt. Zum anderen liegt der Schwerpunkt im Sächsischen Karatebund (SKB) auf dem Breitensport, wie Präsident Thomas Hagemann erklärt. „Wir haben zwar einige Bundeskaderathletinnen und -athleten im Verband, machen aber viel Kinder- und Jugendarbeit und setzen auf eine breite Basis. Der Großteil betreibt bei uns Karate, um sich zu bewegen oder zu verteidigen.“

Karate Leipzig
In der Sporthalle Brüderstraße in Leipzig finden im Normalfall regelmäßig Karate-Wettkämpfe statt. © Christian Modla

Die, die sich untereinander messen wollen, seien nur ein kleiner Teil. In Sachsen würden beispielsweise nur sechs von über hundert Vereinen regelmäßig an Deutschen Meisterschaften teilnehmen, unter anderem der Karateverein Bushido Leipzig, der einer der Talentstützpunkte im Bundesland ist. Ein Blick über Sachsens Grenze hinaus: Wenngleich keine sächsischen Karateka bei den Olympischen Spielen mit von der Partie sind, hat die Thüringerin Charlotte Grimm vom Karateverein Arnstadt die Chance, sich bei den anstehenden Qualifikationsturnieren noch für Tokio zu qualifizieren.

Sportklettern

Dank der Nähe zur sächsischen Schweiz gibt es in Sachsen eine jahrelange Tradition im Sportklettern. Dabei bieten sich nicht nur am Fels, sondern auch in den vielen Kletterhallen Möglichkeiten für Training und Wettkämpfe. Die Vereinslandschaft ist mit zahlreichen Klettervereinen daher breit aufgestellt. Kletter-Hotspot im Freistaat ist die Landeshauptstadt Dresden. Im dortigen Landesstützpunkt bieten sich durch die oben erwähnten Vorteile gute Rahmenbedingungen für ein vereinsübergreifendes Leistungssporttraining, bei dem die besten Talente aus ganz Sachsen gezielt entwickelt und ausgebildet werden.

Sportklettern
In Dresden ist das "XXL - Die Wand" eine gute Anlaufstelle zum klettern und bouldern. © Wolfgang Wittchen

Wettkämpfe im Sportklettern gibt es – wenn gerade kein Corona ist – regelmäßig, wie Christian Walter vom Sächsischen Bergsteigerbund (SBB) berichtet. Dennoch wird im Sportklettern niemand aus Sachsen bei den Olympischen Spielen in diesem Jahr vertreten sein. Die gebürtige Chemnitzerin Lucia Dörffel, die in München trainiert, verpasste den Startplatz für Tokio knapp. Die Hoffnung, dass sie bei den Spielen in Paris dabei sein wird, ist aber groß.