16. April 2016 / 19:33 Uhr

Breitenberg verspielt 2:0-Führung

Breitenberg verspielt 2:0-Führung

Christian Roeben
SPORTBUZZER-Nutzer
Hagenbergs Florian Thamm (r.) setzt sich gegen Breitenbergs Niklas Simmert durch. USER-BEITRAG
Hagenbergs Florian Thamm (r.) setzt sich gegen Breitenbergs Niklas Simmert durch. © Schneemann
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Germania und Hagenberg trennen sich 2:2

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*Breitenberg. *Bezirksligist GW Hagenberg hat im Titelrennen einen Rückschlag erlitten. Beim Tabellenletzten SV Germania Breitenberg kamen die Grün-Weißen nicht über ein 2:2 (0:2) hinaus. Am Ende musste die Elf von Trainer Oliver Gräbel sogar noch froh sein, mit einem Punkt im Gepäck die Heimreise antreten zu können. Lorenz Strassmeyer traf nach einer Ecke per Kopf drei Minuten vor dem Abpfiff zum Endstand.

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Und so schlichen nach dem Abpfiff des souveränen Schiedsrichters Nema Ismail (Adelebsen) beide Teams eher geknickt vom Platz. Die Hagenberger, weil sie den fest eingeplanten Sieg verpasst hatten. Die Bretenberger, weil sie eine 2:0-Halbzeitführung nicht über die Ziellinie retten konnten und zum wiederholten Mal kurz vor Ende einen entscheidenden Gegentreffer kassiert hatten. "Es scheint so, als wenn wir nicht für drei Punkte geschaffen sind", sagte Breitenbergs enttäuschter Spielertrainer Timo Friedrichs nach dem Match. Seinem Pendant Gräbel lag die erschreckend schwache erste Halbzeit seiner Jungs im Magen: "In der ersten Halbzeit waren wir gar nicht anwesend. 45 Minuten Fußball reichen in der Bezirksliga nicht aus."

In der Tat präsentierte sich der Favorit im Eichsfeld in der ersten Hälfte verblüffend lethargisch. Ohne Tempo und Esprit gelang den Grün-Weißen nur ein Torschuss durch Lami Kosova, den Breitenbergs Torwart Andreas Bartusch jedoch noch aus dem kurzen Eck fischte (14.). Zu diesem Zeitpunkt führte das Heimteam aber bereits mit 1:0. Nach einem durch Pressing provozierten Abspielfehler in der Hagenberger Hintermannschaft legte Dennis Dornieden quer auf Argjend Sulemanaj. Dessen Volleyschuss parierte Hagenbergs Torwart Eike Will zwar noch, doch Julian Hartmann hatte dann keine Mühe mehr, aus drei Metern ins leere Tor einzunicken (12.).



Ein ähnliches Strickmuster ging auch dem Breitenberger 2:0 voraus. Wieder unterlief den pomadigen Hagenbergern ein Fauxpaus im Aufbau. Sulemanaj legte quer und Alexander Hafner hatte gar noch die Ruhe für ein Dribbling, bevor er den Ball mit rechts aus 16 Metern flach im linken langen Eck versenkte (25.).

Die GW-Verantwortlichen müssen in der Pause klare Worte gefunden haben, denn ihr Team begann Durchgang zwei wesentlich engagierter. Florian Thamm, der bis dato nur auf dem Spielberichtsbogen aufgetaucht war, nutzte einen Crespo-Ballgewinn gegen Breitenbergs Linksverteidiger Ramon Busch, um den Ball mit links technisch anspruchsvoll aus 16 Metern punktgenau unter die Latte zu setzen (48.). "Das erste Gegentor nach der Pause ist zu früh gefallen", bemängelte Germania-Spielertrainer Friedrichs nach der Partie. Anschließend drängten die Hagenberger die wacker kämpfenden Hausherren mehr und mehr zurück. Vor allem über die Außenbahnen, die in Halbzeit eins beim Dritten völlig brach lagen, ging nun mehr. Der kurz nach dem Seitenwechsel gekommene Hamudi Souleiman machte über links viel Druck und beschäftigte seinen Gegenspieler Niklas Simmert mehr, als diesem lieb sein konnte. Thamm hätte in Minute 56 das 2:2 machen müssen, setzte seinen Kopfball aus sechs Metern jedoch freistehend weit über den Kasten.

Dass Breitenberg, das als einiziges Ligateam weiterhin ohne Heimsieg bleibt, nicht gewann, hatte sich die Friedrichs-Elf am Ende jedoch selbst zuzuschreiben. Nach einem Konter tauchte Bastian Vogt in der 85. Minute vor dem gegnerischen Kasten auf, wackelte noch einen Gegenspieler aus, jagte den Ball anschließend jedoch weit über den Kasten. Matchball Nummer zwei ergab sich für die Eichsfelder nur eine Minute später und wurde ebenso sträflich liegengelassen. Statt seine Mitspieler in der Mitte zu bedienen, schloss der eingewechselte Tim Kneusels aus viel zu spitzem Winkel selber ab (86.). "Wir müssen einfach das 3:1 machen", haderte Friedrichs hernach. "Das ist sehr bitter, denn wir waren die bessere Mannschaft." Strassmeyers Kopfball (87.) ließ das Schlusslicht schließlich frustriert zurück. Fast hätte Hagenbergs Kapitän Marian Baciulis in der Nachspielzeit doch noch für die endgültige Wende gesorgt, doch der 16-Meter-Innenrist-Schuss des aufgerückten Innenverteidigers rauschte am langen Eck vorbei (90.+1). "Breitenberg hat sich den Punkt aber auch verdient", gestand Hagenberg-Coach Gräbel nach dem Schlusspfiff.

Auch wenn noch zehn Spiele zu absolvieren sind, die Breitenberger planen bereits für die Kreisliga, wie ihr 1. Vorsitzender Bernd Deppe bestätigte. "80 Prozent" der Personalplanungen - inklusive Gespräche mit möglichen Neuzugängen - seien schon abgeschlossen. Dazu gehört auch die Zukunft von Spielertrainer Friedrichs, dem Deppe "gute Arbeit" bescheinigt. In den nächsten zwei Wochen soll eine Entscheidung fallen. Tendenz: Friedrichs bleibt.

Breitenberg: Bartusch - N. Simmert, Friedrichs, Nolte (30. Hobrecht), Busch - B. Simmert, Hafner, Vogt, Dornieden (68. Brämer) - Sulemanaj (79. Kneusels), Hartmann

Hagenberg: Will - N´Diaye, Baciulis, Honstein (72. Wolf) - Stressmeyer, Förtsch, Lorenz (46. Nazyrov), Gerliz - Thamm, Kosova (50. Souleiman), Crespo

SV Germania Breitenberg - GW Hagenberg

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SV Germania Breitenberg - GW Hagenberg © Schneemann

Tore: 1:0 Hartmann (12.), 2:0 Hafner (25.), 2:1 Thamm (48.), 2:2 Strassmeyer (87.).