11. Januar 2021 / 21:54 Uhr

Brekalo im Klub der Hunderter: Sieben besondere Partien für Wolfsburgs Nummer 7

Brekalo im Klub der Hunderter: Sieben besondere Partien für Wolfsburgs Nummer 7

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Josip Brekalo
Hat am Samstag sein 100. Bundesliga-Spiel absolviert: Josip Brekalo vom VfL Wolfsburg. © dpa
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Am Samstag beim 2:2 des VfL Wolfsburg bei Union Berlin machte Josip Brekalo sein 100. Spiel in der Fußball-Bundesliga - nun blickt er auf einige ganz besondere Spiele zurück...

Josip Brekalo – er kann so viel, aber er ruft es noch nicht konstant ab, was ein Stück weit „normal“ ist, weil der kleine Kroate erst 22 Jahre jung ist. Beim VfL ist der Nationalspieler eine feste Größe, am Samstag beim 2:2 der Wolfsburger bei Union Berlin hat Brekalo sein 100. Spiel in der Fußball-Bundesliga absolviert. „Ich bin sehr zufrieden mit dieser Zahl“, sagt Brekalo. „Ich denke, dass eher weniger Spieler diese Zahl mit 22 Jahren schon erreicht haben.“ Es zeige ihm, dass er auf einem „guten Weg“ sei. „Ich werde weiterhin viel arbeiten, damit ich 200 oder noch mehr erreiche“, fügt Wolfsburgs Nummer 7, die gerade angeschlagen ist, schmunzelnd hinzu.

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Am Samstag gegen Leipzig soll Bundesliga-Spiel 101 folgen, aber zuvor muss sich Brekalo schonen, weil er im Duell mit Union in der ersten Halbzeit einen starken Schlag auf den Oberschenkel abbekam. Brekalo: „Zwei, drei Tage muss ich jetzt vorsichtig sein. Ich bin sicher, bis zum Leipzig-Spiel wird wieder alles gut sein.“ 86 Erstliga-Spiele hat er für den VfL absolviert, 14 für den VfB Stuttgart, zu dem er zwischenzeitlich ausgeliehen war.

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Diese sieben Partien blieben Brekalo ganz besonders in Erinnerung!

Das erste Bundesliga-Spiel: Brekalo war im Sommer 2016 als großes Talent von Dinamo Zagreb gekommen, am 10. September 2016 wechselte ihn Wolfsburgs Ex-Trainer Dieter Hecking am zweiten Spieltag beim 0:0 gegen Köln erstmals ein. Elf Minuten lang stand Brekalo auf dem Feld. „Ich war damals sehr stolz, dass ich das geschafft hatte“, blickt der VfL-Profi zurück. Aber: Die ersten sechs Monate beim VfL „waren ganz schwierig für mich. Der VfL war in einer Krise, es war nicht möglich, viele Chancen zu bekommen“. Nach dem siebten Spieltag hatte Pokalsieger-Coach Hecking gehen müssen, vor Weihnachten kam auch für Manager Klaus Allofs das Aus. Auch neben dem Platz fremdelte er: „Mit 18 Jahren erstmals von der Familie getrennt zu sein, war nicht leicht.“

Das erste Bundesliga-Tor: Im Januar 2017 entschied der VfL: Brekalo wird zum VfB Stuttgart ausgeliehen – und für die Schwaben knipste er sein erstes Erstliga-Tor. Sein 2:1 gegen Borussia Dortmund am 17. November 2017 wird er deshalb nie mehr vergessen. Ein öffnender Pass rechts raus zu Brekalo, der im Strafraum halbrechts noch zwei Dortmunder aussteigen ließ, bevor er mit links erfolgreich abschloss: „Meine gesamte Familie war aus Zagreb angereist, zudem war meine Tante aus der Schweiz gekommen. Ich bin zur Halbzeit reingekommen und mache dann dieses 2:1 vor vollem Haus - das war einer der schönsten Momente in meiner Karriere.“

Das erste Bundesliga-Tor für den VfL: Martin Schmidt hatte kurz vorm Spiel in Mainz (23. Februar 2018) hingeschmissen, Bruno Labbadia übernahm, der VfL lag nach der Relegation in der Vorsaison gegen Eintracht Braunschweig erneut am Boden, hatte Sieg-Druck beim Karnevals-Klub, aber es reichte bei der Labbadia-Premiere „nur“ zu einem Remis (1:1). Dank Brekalo. Der VfL hatte ihn im Winter 2017/18 vorzeitig aus Stuttgart zurückgeholt. Brekalo: „Ich wusste, ich musste mich nun in Wolfsburg durchsetzen. Als Labbadia kam, habe ich das als große Chance für mich gesehen und versucht, diese zu nutzen.“

Das erste Mal Tor und Torvorlage in der Bundesliga: Saison-Finale der katastrophalen Spielzeit 2017/18, Heimspiel gegen den 1. FC Köln – mit einem 4:1-Sieg rettete sich der VfL in die Relegation, die er dann gegen Zweitligist Holstein Kiel meisterte. Die Wolfsburger konnten ein bisschen Selbstbewusstsein für die Duelle mit Kiel tanken, das galt auch für Brekalo, der an diesem 12. Mai 2018 das 3:1 von Robin Knoche (jetzt Union Berlin) vorbereitet und das 4:1 selbst gemacht hatte. Brekalo: „Es lastete viel Druck auf uns, aber ich hatte nie Angst vorm Abstieg. Ich war mir sicher, wir bleiben hundertprozentig in der Bundesliga.“


Sein schönstes Bundesliga-Tor: Am 23. Februar 2020 hatte Brekalo beim 4:0-Schützenfest gegen Mainz sehenswert zum 1:0 getroffen. „Aus 30 Metern mit links, mit meinem schwächeren Fuß – ich glaube, das war mein schönstes Bundesliga-Tor“, so der Offensivmann.

Seine schönste Bundesliga-Torvorlage: Der 13. September 2019, der VfL lag bei Fortuna Düsseldorf mit 0:1 hinten, dann marschierte Brekalo mit Tempo in den Strafraum, passte den Ball durch die Beine von Robin Bormuth zu VfL-Torjäger Wout Weghorst, der zum 1:1-Endstand traf. „Das sind meine Szenen, dieses Eins-gegen-eins ist meine Stärke.“ Wenn ihm solche Dribblings gelingen, „dann fühlt sich das für mich wie ein Tor an“.

Sein schlechtestes Bundesliga-Spiel: Der ehrgeizige Flügelspieler denkt an das letzte Liga-Heimspiel im Jahr 2020 (20. Dezember) gegen den VfB Stuttgart. Brekalo selbstkritisch: „Ich war unglaublich unzufrieden damit, wie ich gespielt habe. Vor allem mit der ersten Halbzeit.“ In der Pause habe er zu sich selbst gesagt: „Du musste jetzt was machen, dann habe ich mit viel, viel Glück das 1:0 erzielt, unser Siegtor.“ In der 50. Minute hatte er per abgefälschtem Freistoß getroffen. Der VfLer grinsend: „Manchmal spielst du überragend, erzielst jedoch kein Tor, dann spielst du schlecht und triffst – so ist der Fußball manchmal...“