24. September 2019 / 21:04 Uhr

Wolfsburger Arm am Ball? TV-Bilder legen Verdacht nahe: Brekalos Tor hätte zählen müssen  

Wolfsburger Arm am Ball? TV-Bilder legen Verdacht nahe: Brekalos Tor hätte zählen müssen  

Alexander Flohr
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Arm am Ball oder nicht? Für Josip Brekalo war der Pfiff des Schiedsrichters unverständlich.
Arm am Ball oder nicht? Für Josip Brekalo war der Pfiff des Schiedsrichters unverständlich. © dpa
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Kurz nach dem 1:1 hatte Josip Brekalo zum vermeintlichen 2:1 für den VfL Wolfsburg getroffen. Sein Tor wurde aberkannt - er soll den Ball zuvor mit dem Arm berührt haben. Doch die Betrachtung der Zeitlupen legt den Verdacht nahe, dass nur Gegenspieler Benjamin Hübner den Ball berührt hat.

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Der Jubel in der Wolfsburger Volkswagen-Arena hatte in der 39. Minute nur kurz angehalten. Josip Brekalo setzte sich stark gegen Hoffenheims Benjamin Hübner durch und schob dann nervenstark zum 2:1 ein. Doch Schiedsrichter Benjamin Cortus pfiff den Treffer des VfL-Profis ab, weil Brekalo den Ball im Zweikampf mit Hübner mit dem Arm berührt haben soll.

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Die Regel-Auslegung bei Handspiel ist seit dieser Saison klar definiert. Im Handspiel-Regeltext heißt es wörtlich: "Ein Vergehen liegt vor, wenn ein Spieler in Ballbesitz gelangt, nachdem ihm der Ball an die Hand/den Arm springt, und danach ins gegnerische Tor trifft oder zu einer Torchance kommt." Unter diesen Voraussetzungen hätte Cortus also richtig gehandelt, das Tor der Wolfsburger also zu Recht aberkannt.

Die Einzelkritik zum Spiel des VfL Wolfsburg in der 1. Bundesliga gegen die TSG 1899 Hoffenheim

<b>Pavao Pervan:</b> War beim 0:1 durch Sebastian Rudy chancenlos. Parierte in der 20. Minute den Schuss von Ihlas Bebou und kurz nach Wiederbeginn den Kopfball von Pavel Kaderabek. Danach hatte Wolfsburgs Keeper erst wenig zu tun und hielt am Ende gegen Sargis Adamyan das Remis des VfL fest. – Note: 2.  Zur Galerie
Pavao Pervan: War beim 0:1 durch Sebastian Rudy chancenlos. Parierte in der 20. Minute den Schuss von Ihlas Bebou und kurz nach Wiederbeginn den Kopfball von Pavel Kaderabek. Danach hatte Wolfsburgs Keeper erst wenig zu tun und hielt am Ende gegen Sargis Adamyan das Remis des VfL fest. – Note: 2.  ©

Glasner: "Laut Fernsehbildern war es die Hand von Hübner"

Doch war Brekalo tatsächlich mit dem Arm am Ball? Der Kroate selbst sagte nach dem 1:1: "Der Gegner berührt den Ball, ich gehe nur mit der Brust hin." Und auch VfL-Coach Oliver Glasner war direkt nach der Szene aufgelöst, sprang von seiner Trainerbank auf, als er die Bilder auf einem Bildschirm am Platz gesehen hatte. "Laut den Fernsehbildern war es die Hand von Hübner", so Glasner. "Ich will das aber auch gar nicht weiter kommentieren. Es war schwierig genug, ich habe das nur auf einem kleinen Monitor gesehen."

Nach genauer Studie der TV-Bilder liegt der Verdacht nahe, dass Brekalo in der Szene mit Hübner tatsächlich den Ball nicht mit dem Arm berührte. Bei Super-Zeitlupe wird ersichtlich, dass der TSG-Verteidiger den Ball zunächst an seinen eigenen Arm bekommt, anschließend fällt das Spielgerät zurück auf seine linke Fußspitze. Der Arm von Brekalo befindet sich in der Situation stets hinter jenem von Hübner.

Ganz genau lässt sich die Szene aus den vorhandenen zwei Kamera-Einstellungen jedoch nicht beurteilen. Klar ist: Auch nach der neuen Regel-Auslegung des Handspiels bleiben die Diskussionen bestehen.Glück hatte der VfL gegen die TSG allerdings bei einer anderen Entscheidung von Cortus: In der 55. Minute setzte Rechtsverteidiger William an der Grundlinie zur Grätsche gegen Ihlas Bebou an - der Hoffenheimer kam zu Fall, da William den Ball nicht traf. Doch Cortus entschied auf Ecke für die TSG - Glück für die Wolfsburger.

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